Tüüregi i de Schwiiz: Warum d Priise immer wiiter stigged

Jede, wo i de letschte Wuche und Mönet im Supermarkt gsi isch oder sini Rechnige aag lueget het, kännt das Gfühl ganz genau. Du stahsch a de Kasse, hesch villicht es paar Sache für s Znacht und s Morgeässe im Chorb, und dänn säit d Kassiererin en Betrag, wo di fascht vom Stüehli haut. Es fühlt sich aa, als ob de Hunderternötli im Portemonnaie e Verfallsdatum hettet und eifach verdunschtet. S Gfühl, dass mer «im falsche Film» isch, trügt nöd. D Tüürig isch i de Schwiiz zwar im Vergliich zum Usland uf em Papier chli tüüfer, aber will mir sowieso scho ufeme extrem höche Priisniveau startet, tuet jede Rappe, wo no obedruuf chunt, doppelt weh. Es isch nöd nur s Benzin oder de Strom; es isch e schleichendi Entwicklig, wo sich dur ali Lebensberiich zieht. Vom Morgekafi über d Chrankekasseprämie bis hi zur Wohnigsmieti – es git chum no en Beriich, wo nöd vom Priisaastiig betroffe isch. Aber worum isch das eigentlich so? Wieso chömed mir us däre Priisspirale nöd use und wer verdient eigentlich dra?

D Hochpriisinsle Schwiiz: Es strukturelles Problem

Bevor mir über die aktuelli Inflation reded, mues mer verstah, warum d Schwiiz sowieso scho türer isch als fascht alli andere Länder uf de Welt. Das Phänomen nennt mer d «Hochpriisinsle». Das hät historisch gwachsni Gründ. Zum eine sind d Löhn i de Schwiiz sehr hoch. Das isch natürlich super für d Arbeitnehmer, bedüütet aber au, dass Dienstleistige und d Produktion im Inland türer sind. Wenn de Beck, d Verchäuferin und de Logistiker guet verdienet, dänn chostet s Weggli am Schluss halt eifach meh als in Dütschland oder Frankriich.

Aber d Löhn erchläred nöd alles. Es git au de sogenannti «Schwiiz-Zueschlag». Internationali Konzern wüssed ganz genau, dass d Chaufchraft i de Schwiiz höch isch. Drum verlanget si für s gliiche Produkt – sig s Kosmetik, Chleider oder Elektronik – i de Schwiiz eifach pauschal meh, au wenn d Herstelligs- und Transportchöschte identisch sind wie bim Export i d EU. Dezue chömed Zöll und Importbeschränkige. D Schwiiz schützt zum Biispiel ihri Buure mit höche Zöll uf Fleisch und Milchprodukt. Das isch politisch so gwollt, um d Landwirtschaft z erhalte, füehrt aber dezue, dass s Steak im Lade locker s Doppleti oder Dreifachi chostet im Vergliich zum Ussland.

Energiechöschte als Triiber vo de Inflation

I de letschte zwei Jahre isch es neus Problem dezue cho: d Energie. D Strompriise sind i de Schwiiz förmlich explodiert. Das lit nöd nur dra, dass d Energiemärkt international vernetzt sind, sondern au a de Art, wie d Tarife gmacht werded. Wenn de Strompriis stiigt, dänn betrifft das nöd nur dini privati Stromrechnig dihei. Es isch en Choschtefaktor für jedi Firma.

Überleg der mal, was das bedüütet:

  • D Bäckerei brucht Strom für de Ofe.
  • De Supermarkt brucht Strom für d Chüelig und d Liechter.
  • D Fabrik brucht Energie für d Produktion.
  • D SBB und Transportfirmene bruched Energie für de Verchehr.

Alli die Unternehme gäbed die höcheren Chöschte a diich wiiter. Das nennt mer Sekundäreffekt. Wenn d Energie türer wird, wird automatisch fast alles türer, was produziert oder transportiert werde mues. Au wenn sich d Lage a de Börse mängisch chli beruhigt, reagiered d Endverbruucherpriise oft verzögeret. Das heisst, mir zahled hüt no für d Priisschöck vo gescht.

Wohnen wird zum Luxusguet

En wiitere riesige Block im Budget vo jedem Huushalt isch d Mieti. Jahrelang simmer verwöhnt gsi mit sinkende Hypothekarzins, was d Miete stabil ghalte oder sogar gsänkt hät. Die Ziite sind verbi. De Referenzzinssatz, wo d Basis für d Miete i de Schwiiz bildet, isch gstige. Das git de Vermieter s Recht, d Miete aazpasse. Doch das isch nöd s einzige Problem uf em Wohnigsmarkt.

D Zueinanderig i d Schwiiz isch ungebroche höch, und gliichziitig wird z wenig bout. Das füehrt zunere klassische Verchnappig. In Städt wie Züri, Genf oder Basel findsch chum no e bezahlbari Wohnig. Wenns wenig Wohnige git, aber vieli Lüüt eini sueched, stieged d Priise – das isch s Gsetz vo Aagebot und Nachfrag. Zuesätzlich chömed d Nebechöschte: Heizöl und Gas sind türer worde, was d «zweiti Mieti» (also d Nebechöschteabrechnig) für vili zumene böse Erwache macht.

De «Swiss Finish» und bürokratischi Hürde

Hesch scho mal vom Begriff «Swiss Finish» ghört? Das isch en Begriff, wo beschriibt, dass d Schwiiz oft internationali Standards nimm, aber dänn no e chlini, exklusivi Schwiizer Extrawurscht druufleit. Das gseht mer bi Bauvorschrifte, bi Verpackige oder bi technische Grät. Statt eifach d EU-Norm z übernäh, wo für Millione vo Produkte gilt, macht d Schwiiz eigeni Regle. Das führt dezue, dass Importeure extra für de chliini Schwiizer Markt Verpackige oder Aapassige müend mache.

Die Chöschte für die spezielle Aapassige werded natürlich direkt uf de Konsument abgwälzt. Das isch en verdeckte Priistriiber, wo oft vergässe gaht. Au d Etikettierigsvorschrifte sind i de Schwiiz strenger oder andersch als i de EU. Das mag für d Qualitätssicherig guet si, aber es verhinderet de parallel Import vo günstigere Ware und haltet s Priisniveau künstlich oben.

D Falle vo de versteckte Priiserhöhige (Shrinkflation)

Es git e Priiserhöhig, wo mer nöd sofort gseht, aber wo eim gliich s Geld aus de Täsche zieht: d Shrinkflation. Das Wort setzt sich zäme us «to shrink» (schrumpfe) und «Inflation». D Hersteller verchliineret d Packigsinhalt, aber de Priis blibt glich – oder stigt sogar no a. Plötzlich hät d Schoggi nümme 100 Gramm, sondern nur no 87 Gramm. S WC-Papier hät weniger Blätter pro Rolle, und s Duschgel isch nümme 300ml, sondern 250ml.

Das isch bsunders perfid, will mir as Chunde oft numme uf de Endpriis lueged und nöd ständig s Gwicht kontrolliered oder de Grundpriis pro 100 Gramm nacrechned. So stieged d Priise effektiv a, ohni dass es uf em Priisschild sofort uffallt. I de Schwiiz beobachtet mer das Phänomen momentan starch bi Importprodukte und Markeware.

S Gsundheitswese: Jedes Jahr de gliich Schock

Keis Thema regt d Schwiizer so sehr uf wie d Chrankekasseprämie. Jedes Jahr im Herbst flatteret de Brief i s Huus, und jedes Jahr stieged d Chöschte. D Gründ defür sind komplex und vielfältig:

  1. Demografie: Mir werded immer älter. Älteri Lüüt bruched statistisch gseh meh medizinischi Versorgig.
  2. Medizinische Fortschritt: Neui Medikament und Technologie chönd Läbe rette, sind aber oft extrem tüür i de Entwicklig und Aawendig.
  3. Mengeuswiitig: Mir gönd hüfiger zum Arzt und möched meh Untersuechige als früehner.
  4. Fehlaareiz: S System belohnt oft die Behandlig, wo am meischte Iibringt, und nöd unbedingt die, wo am effizientischte wär.

Bi de Chrankekasse chunt no dezue, dass mir i de Schwiiz en sehr höche Standard gwöhnt sind. Mir wänd sofort en Termin, am beschte bim Spezialischt, und die neuschte Grät. Das alles hät siine Priis. Solang d Politik keis Rezept findet, um d Gsundheitschöschte i de Griff z becho, wird das Loch im Huushaltsbudget jedes Jahr grösser werde.

Vergliich mit em Ussland: Isch Dütschland würklich so vill billiger?

Vili Schwiizer gönd über d Grenze go poschte, sognannte Einkaufstourismus. Und ja, uf de erschte Blick isch de Underschiid enorm. Bsunders bi Fleisch, Drogerieartikel und verarbeitete Läbesmittel chasch in Dütschland oder Frankriich oft 30% bis 50% spare. Wenn mer dänn no d Mehrwertstüür zruggbechunt, lohnt sich d Fahrt für vili no meh.

Aber mer mues au ehrlich si: D Inflation hät au üsi Nachbere troffe, und zwar teilwiis no herter als üs. I de EU isch d Inflationsrate ziitwiis zweistellig gsi. Zwar isch s Niveau immer no tüüfer als i de Schwiiz, aber de Abstand isch chli chliiner worde. Trotzdem blibt de Aareiz höch, im Usland z chaufe, was wiederum em Schwiizer Detailhandel schadet und de Druck uf d Inlandpriise aber leider nöd so starch sänkt, wie mer sich das erhoffe würd.

Wichtigsti Frage und Antworte (FAQ)

Wieso isch d Inflation i de Schwiiz tüüfer als im Ussland, aber s Läbe gliich so tüür?

Das liit vor allem am starche Schwiizer Franke. Will de Franke so starch isch, werded Import (wie Öl, Gas oder Elektronik) für üs im Iichauf günstiger. Das dämpft d importierti Inflation. Aber will mir ufeme extrem höche Priisniveau gstarted sind, fühlt sich au e chliini Tüürig vo 1-2% für s Portemonnaie sehr schmerzhaft aa.

Wird sich d Lag i de nöchschte Ziit entspanne?

D Prognose sind gmischlet. D Energiepriise händ sich chli stabilisiert, aber d Löhn und d Miete ziehnd jetzt erst richtig naa. Experte gönd devoo us, dass d Tüürig zwar nümme so rasant stigt wie 2023, aber dass d Priise chum meh uf s Niveau vo vor de Krise sinke werded. Was mal tüür isch, blibt meistens tüür.

Bringt es was, wenn de Bund iigrifft?

Priiskontrolle sind i de Schwiiz sehr unpopulär und ökonomisch oft nöd sinnvoll. De Priisüberwacher luegt zwar druuf, dass Gebühre und staatlichi Priise nöd explodiered, aber bi de freie Marktwirtschaft sind ihm d Händ bunde. Politisch wird aber über Entlastige bi de Chrankekasse diskutiert, will das für vili s gröschte Problem isch.

Profitiert öpper vo de höche Priise?

Kurzfristig chönd Gwinnmargene vo Firme stige, wenn si d Priise stercher aabepassed als ihri eigete Chöschte gstige sind (sogenannti «Gierflation»). Aber langfristig schadet Inflation de Wirtschaft, will d Lüüt weniger chaufed und d Unsicherheit wachst. De Staat nimmt zwar meh Stüüre ii (z.B. Mehrwertstüür), aber er mues au meh usgeh für Löhn und Sozialleistige.

Konkreti Strategie für s eigene Budget

Wenn mer nöd chan ändere, dass alles türer wird, mues mer luege, wie mer s eigene Geld zämehaltet. Es gaht nöd drum, jedi Freud im Läbe z striiche, sondern schlauer z konsumiere. De ersti Schritt isch, d Fixchöschte gnau aazluege. Oft zahlt mer für Abos, Versicherige oder Handyverträg sit Jahre z vill, eifach will mer z fuul isch zum Wechsle. Vergliichsportale sind da Gold wert. En Wechsel vo de Autoversicherig oder de Chrankekasse (z.B. höcheri Franchise oder Huusarztmodell) chan schnell mehreri Hundert Franke im Jahr bringe.

Bim Iichaufe lohnt es sich, antizyklisch z denke und «Aktione» gezielt z nutze, statt sich vo ihne verleite z laa. Wer am Abig churz vor Ladeschluss gaht, findet oft «Quick-Sale» Produkt (Gemües, Fleisch), wo markant reduziert sind. Au s Thema «No-Name» statt Markeprodukt isch i de Schwiiz immer wichtiger. Oft chunt d «M-Budget» oder «Prix Garantie» Ware us de gliiche Fabrik wie s tüüre Markeprodukt. Und schlussendlich: S Bewusstsi für s eigene Uusgabeverhalte schärfe. Wer e Budget-App nutzt und gseht, wo die chliine Beträg ane flüsset (de tägliche Coffee-to-go summiert sich), chan d Löcher im Portemonnaie am beschte stopfe. Es bruucht Disziplin, aber es isch de einzig Weg, um im «falsche Film» nöd d Hauptrolle als s Opfer z spiele.