Vil Liebespaärli i de Schwiiz entscheided sich hüt gäge d’Ehe und für s’Zämeläbe ohni Trauschiin. Das fühlt sich modärn und unkompliziert aa, und für villi isch es e bewussti Entscheidig gäge traditionelli Inschtituione oder eifach e Frog vo de persönliche Freiheit. Aber so schön di romantisch Vorstellig vom eifache Zämesii isch, so tückisch chan die rechtlichi Lag si. Wer meint, dass nach es paar Jahr «wilder Ehe» automatisch gwüssi Recht und Pflichte entstönd, wie mer das vo de Ehe kännt, de liit falsch. Im Schwiizer Gsetz isch s’Konkubinat nämlich chum gereglet. Das bedüütet konkret: Wenn ihr nüt schriftlich festhalted, gilted ihr vor em Gsetz i vile Beriich als Fremdi. Das chan bi ere Trennig, bim Tod vom Partner oder au scho bi chline Alltagsstriitigkeite zu massive Problem füere. Drum lohnt sich en genaue Blick druf, was es bedüütet, ohni Trauschiin en gmeinsame Huushalt z’füere und weli Vorcheryge ihr unbedingt träffe sötted.
Was isch eigentlich es Konkubinat?
Im juristische Sinn git es i de Schwiiz kei gsetzlichi Definition vom Konkubinat, wo mit de Ehe verglichbar wär. Mer redt vonere eifache Gsellschaft gmäss Obligationerecht (OR), wenn zwei Persone zäme wirtschafted, oder eifach vonere «faktische Lebensgemeinschaft». Das bedüütet, dass es kei automatische Schutzmechanisme git. Im Verglich zur Ehe gits keis gsetzlichs Erbrecht, kei Witwerrente und kei Unterhaltspflicht nach ere Trennig.
S’Konkubinat wird i de Regel i zwei Arte underteilt:
- Eifachs Konkubinat: Das isch meistens de Fall bi Paärli, wo no nöd so lang zäme sind oder no getrennti Finanze hend, aber under eim Dach lebed.
- Qualifizierts Konkubinat: Da dervu redt d’Rechtsprächig meistens, wenn d’Beziehig uf Duur aagleit isch. Kriterie sind oft e langjährigi Wohngmeinschaft (oft ab 5 Jahr) oder gmeinsami Chind. Das isch bsunders wichtig bi Unterstützigsleischtige oder Rente.
D’Wohnsituation: Wer haftet für d’Mieti?
S’Zämezieh isch oft de erste grossi Schritt. Doch scho bim Mietvertrag fangt s’Chliidruckte aa. Es git verschideni Variante, wie ihr de Mietvertrag chönd gstalte, und jedi hät ihri Tücken:
Beidi sind Hauptmieter
Das isch di hüfigschti Form. Beidi unterschriibed de Mietvertrag. De Vorteil isch, dass beidi glichi Recht hend; niemert chan de ander eifach usewerfe. De Nachteil isch d‘Solidarhaftig. Das heisst: Wenn de Partner d’Mieti nöd zahlt oder de gsamti Betrag schuldig blibt, chan de Vermieter s’ganze Geld vo dir hole. Bi ere Trennig müend zudem beidi de Kündigung zuestimme. Weigeret sich de Ex-Partner z’chünde, blibsch du wiiterhin haftbar.
Einer isch Hauptmieter, de ander Untermieter
Bi dere Variante unterschriibt nur eini Person de Mietvertrag. Das git dem Partner d’Macht, de Mietvertrag elei z’chünde. Für de Untermieter isch das en Risiko, well er theoretisch churzfrischtig d’Wohnig verlüüre chan, wenn s’Hauptmietverhältnis endet. Defür haftet de Untermieter gegenüber em Vermieter nöd direkt.
Finanze und Altagschöschte regle
Geld isch eine vo de hüfigschte Striitgründ. I de Ehe git es de «eheliche Unterhalt», im Konkubinat nöd. Grundsätzlich ghört jedem das, was er verdient und was er chauft. Aber was passiert mit de gmeinsame Chöschte? Es empfiehlt sich dringend, es gmeinsams Haushaltskonto z’eröffne, wo beidi en faire Aateil iizahled. Fair muss nöd heisse 50/50. Wenn ein Partner 80% schafft und de ander 100%, oder wenn d’Lohnunterschied gross sind, isch e prozentuali Ufteilig oft gerechter.
Achtung bi grossen Aaschaffige wie Möbel oder Elektronik: Bhalted d’Quittige! Im Trennungsfall ghört de Gegestand dem, de ne zahlt hät. Wenn ihr öppis zäme chaufed (Miteigentum), sötted ihr das schriftlich festhalte, wer wievil dra zahlt hät.
Chind im Konkubinat: Das isch anders als bi Ehepaar
Wenn ihr gmeinsami Chind hend, wird es bürokratisch chli ufwendiger als bi verhürotete Paärli. De Vater giltet nöd automatisch als Vater, nur will er mit de Mueter zäme läbt.
- Vaterschaftsanerkennig: De Vater muess s’Chind ufem Zivilstandsamt offiziell anerkenne. Das chan mer scho vor de Geburt mache, was sehr empfehlenswert isch, um Papierchrieg nach de Geburt z’vermiide.
- Gmeinsams Sorgerecht: Auch das gits nöd automatisch mit de Vaterschaftsanerkennig. Ihr müend e gmeinsami Erklärig abgeh. Ohni die hät d’Mueter s’alleinige Sorgerecht.
- Unterhaltsvertrag: Es isch ratsam, en Unterhaltsvertrag bi de KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) genehmige z’lah. Det wird greglet, wer wievil für s’Chind zahlt, falls es zur Trennig chunt.
Vorsorg und Rente: Die grössti Falle
Wer ohni Trauschiin zäme läbt, muess sich aktiv um d’Altersvorsorg und d’Risikoabsicherig kümmere. De Staat deckt da bi unverhürotete Paare fascht nüt ab.
1. Säule (AHV)
Bi de AHV gits kei Witwen- oder Witwerrente für Konkubinatspartner. Egal wie lang ihr zäme gsi sind oder ob ihr gmeinsami Chind hend. Stirbt de Partner, bechunt de Überläbendi nüt us de AHV vom Verstorbene. Nur d’Chind bechömed e Waisenrente. Usserdem gits kes «Splitting» vo de Iikommensguetschrifte wie bi Ehepaar. Jeder sammlet für sich.
2. Säule (Pensionskasse)
Da gsehts chli besser us, isch aber abhängig vom Reglement vo dinere Pensionskasse. Villi Kasse erlaubed hüt e sogenannti Begünstigungserklärig. Du muesch din Partner aber aktiv aamelde! Bedingige sind oft, dass ihr siteme gwüsse Ziitruum (meist 5 Jahr) im gliche Huushalt läbed oder gmeinsami Chind hend. Wenn d das nöd schriftlich bi de Pensionskasse iireichsch, gaht s’Geld im Todesfall oft a d’Eltere oder Gschwüschterti und nöd an Partner.
3. Säule (Säule 3a)
Bi de private Vorsorg (Bank oder Versicherig) chasch du de Konkubinatspartner als Begünstigte iisetze. Sit e paar Jahr sind Konkubinatspartner i de Begünstigteornig sogar de Eltere und Gschwüschterti vorzogge, sofern d’Lebensgmeinschaft länger als 5 Jahr bstande hät. Trotzdem: Informier dini Bank oder Versicherig schriftlich darüber.
Stüüre: De eint grossi Vorteil
Endlich e gueti Nachricht: Als Konkubinatspaar werded ihr einzeln bestüüret. Das verhinderet d’Progression, wo bi Ehepaar oft zur berüchtigte «Heiratsstraf» füert. Jeder füllt sini eigni Stüürerklärig uus. Bi de gmeinsame Chind chan dejenig Eltereteil, wo de Hauptunterhalt leistet oder s’Sorgerecht hät, de Chinderabzug geltend mache. Läbed ihr zäme, chönd ihr de Abzug aber nöd eifach verdopple; er wird i de Regel dem zuetgwisè, de de höcheri Lohn hät oder d’Obhuet.
S’Erbrecht und s’Testament
Das isch es heikels Thema. Vo Gsetzes wäge erbt de Konkubinatspartner nichts. Wenn du stirbsch, erbed dini Chind, und wenn du keini häsch, dini Eltere. Din Partner gaht leer us, au wenn ihr 20 Jahr zäme gsi sind.
Wenn du das ändere wotsch, muesch du zwingend es Testament schriibe oder en Erbvertrag abschlüsse. Aber Vorsicht: Du chasch nöd eifach alles dim Partner vermache. D’Chind (und je nach Kanton no d’Eltere) hend en Anspruch uf de Pflichtteil. Nur über die «freii Quote» chasch du verfüege.
Wichtig: I viele Kantön zahled Konkubinatspartner extrem höchi Erbschaftsstüüre (bis zu 30% oder meh), will sie nöd mitenand verwandt sind. Es git aber Usnahme: Gwüssi Kantön wie Züri hend d’Erbschaftsstüür für langjährigi Partner (z.B. nach 5 oder 10 Jahr Zämeläbe) abgschafft oder reduziert. Kläred das unbedingt für eue Wohnkanton ab.
Medizinische Notfall: Patientenverfügig
Stell der vor, din Partner hät en Unfall und liit im Koma. Als Konkubinatspartner häsch du nöd automatisch s’Recht, Uskunft vo de Ärzte z’becho oder medizinischi Entscheidige z’treffe. Zwar git es sitem neue Erwachseneschutzrecht es Vertretigsrecht für «faktischi Lebenspartner», aber d’Ärzte sind oft unsicher, wer jetzt gnau als Partner gilt.
Um Sicherhiit z’schaffe, bruuchts e Patientenverfügig und e Vorsorgeuftrag. I de Patientenverfügig leisch du fest, wer für dich entscheide dörf, wenn du nüme asprechbar bisch. Den Name vom Partner det iizträge, isch essenziell.
Häufig gstellti Frage (FAQ)
Gilt mer nach 5 Jahr automatisch als verhürotet?
Nei, i de Schwiiz git es kei «Gewohnheitsrecht», wo eues Zämeläbe automatisch ere Ehe gliichstellt. Egal ob 5, 10 oder 50 Jahr – zivilrechtlich blibed ihr ledig und einzeln veranlagt. D’Friescht vo 5 Jahr isch oft nur relevant für Pensionskasse-Reglemente oder gwüssi stüürliche Erleichterige im Erbfall.
Chani min Partner i minere Haftpflichtversicherig iischlüsse?
Ja, das isch meistens möglich und au günstiger als zwei separati Policen. Villi Versicherige büütet «Familien-» oder «Paar-Dekkige» aa. Wichtig isch, dass beidi Persone namentlich im Vertrag erwähnt sind oder die Option «im gleichen Haushalt lebende Personen» aktiviert isch.
Was ghört i en Konkubinatsvertrag?
En Konkubinatsvertrag isch zwar nöd zwingend, aber sehr hilfrich. Drin stah sött: Wer zahlt wievil a d’Mieti und de Huushalt? Wem ghöred weli Möbel (Inventarliste)? Was passiert mit de Wohnig bi Trennig (wer dörf blibe)? Werden Unterhaltszahlige veribart für d’Ziit nach ere Trennig (z.B. wenn eine wäg de Chind dihei blibe isch)?
Bechunt mini Partnerin d’Witwerrente, wenn mir Chind hend?
Nei. D’AHV kennt kei Rente für unverhüroteti Partner, au wenn Chind im Spiel sind. Nur d’Chind sälber bechömed e Waisenrente. Das isch e massivi Lücke im soziale Netz, wo ihr privat (z.B. mit ere Todesfallrisikoversicherig) müend schlüüsse.
So setzed ihr eue Konkubinatsvertrag konkret um
Jetzt wüsstet ihr, wo d’Stolpersteine ligged. De nächschti logischi Schritt isch nöd eifach «hoffentlich passiert nüt», sondern aktiv z’wärde. Setzed euch amene Sunntig zäme und mached e Bestandesufnahm. Das klingt unromantisch, isch aber de bescht Liebesbewiis: Ihr sorged für enand vor.
Fanget aa mit ere simple Inventarliste. Schribed uf, wem was ghört, und aktualisiered die Liste, wenn ihr öppis Tüürs chaufed. Leged denn fest, wie ihr d’Chöschte teiled und eröffnet das gmeinsame Konto. De wichtigschti Punkt isch aber de Gang zum Notar oder wenigstens zumene Rechtsberoter, wenn es um s’Testament und de Erbvertrag gaht. E handschriftlichs Testament chan mer zwar dihei mache, aber bi komplexe Situatione (Chind, Immobilien) mached Laien oft Fehler, wo s’Dokument ungültig mached. Und vergässed nöd de Brief a d’Pensionskasse – das isch oft nur eis Formular, wo aber über Hunderttusige vo Franke entscheide chan.
