Gnosseschafte sind us de Schwiizer Wirtschaft chum wegzdenke und ghöred zum Alldag vo villne Lüüt, oft ohni dass mers im Detail realisiert. Egal öb du go poschte gasch i de Migros oder im Coop, diini Bankgschäft bi de Raiffeisen erledigsch oder i n ere günstige Wohnig i de Stadt wohnsch – überall begegned eim die bsunderi Rächtsform. Aber was steckt eigentlich genau dehinder? Im Vergliich zur Aktiegsellschaft (AG) oder de GmbH, wo de Gwünn oft im Vordergrund staht, tickt d Gnossenschaft e chli andersch. Si isch e Verbindig vo Lüüt, wo es gmeinsams wirtschaftlichs Ziil verfolge, debii aber d Solidarität und d Selbsthilf gross schriibe. I dem Artikel lueged mir ganz genau a, wie das Modell funktioniert, werum es i de Schwiiz so beliebt isch und woruf du achte muesch, wänn du sälber mit em Gedanke spillst, Teil vo n ere Gnossenschaft z werde oder sogar eini z gründe.
Was isch e Gnossenschaft genau?
Rein rechtlich gseh isch d Gnossenschaft e sogenannti körperschaftlichi Personenverbindig. Greglet isch das Ganze im Schwiizerische Obligationenrecht (OR). De zentrale Punkt, wo d Gnossenschaft vo andere Firme unterscheidet, isch de Zweck. Während e AG meistens gründet wird, um möglichst vill Rendite für d Aktionär z erwirtschafte, staht bi de Gnossenschaft d Förderig vo de Mitglieder im Zentrum.
Das bedüütet konkret: D Gnossenschaft söll ihne Mitglieder e wirtschaftliche Vorteil verschaffe. Das chan e günstigeri Wohnig sii (Wohnbaugnossenschaft), besseri Priise bim Iichauf (Landwirtschaft oder Detailhandel) oder günstigeri Konditione bi de Bank. Es gaht also primär um d «Selbsthilf». D Idee isch, dass mer zäme starch isch und Sache chan erreiche, wo für de Einzelni z tüür oder z schwierig wäred.
D Grundprinzipie: Chopfstimm statt Kapitalmacht
Es git es paar Grundpfiiler, wo e Gnossenschaft uusmached und wo si sympathisch, aber mängisch au chli träg mached:
- Solidarität: S Gmeinsame staht über em Einzelinterässe.
- Demokratie (Chopfstimm-Prinzip): Das isch de wichtigsti Punkt. I n ere AG hät dejenig am meiste z säge, wo am meiste Aktie hät. I de Gnossenschaft gilt: Ei Person, ei Stimm. Egal öb du 100 Franke oder 10’000 Franke i d Gnossenschaft investiert häsch, a de Generalversammlig häsch du genau die gliich Stimmchraft wie alli andere.
- Offeni Türe: S Prinzip vo de «offene Tür» heisst, dass d Mitgliederzahl nöd fix isch. Lüüt chönd biiträte und wieder uusträte, ohni dass d Firma dadeur ufgelöst werde mues oder s Stammkapital kompliziert gänderet werde mues.
Wie isch e Gnossenschaft organisiert?
Damit e Gnossenschaft handlungsfähig isch, bruucht si e klari Struktur. S Gesetz schriibt drü zwingendi Organ vor, wo gwüssi Uufgabe händ. Das isch ähnlich wie bi n ere AG, aber mit e paar fiine Unterschiid.
1. D Generalversammlig (GV)
D Generalversammlig isch s oberste Organ. Da träffed sich alli Mitglieder – meistens eimal im Jahr. Well jedes Mitglied ei Stimm hät, isch das de Ort, wo di «basisdemokratische» Entscheide gfaue werded. D GV wählt d Verwaltig, genehmigt d Jahresrechnig und bestimmt, was mit eme allfällige Gwünn passiert. Bi sehr grosse Gnossenschafte (wie Migros oder Coop) git es statt ere direkte Versammlig vo allne Mitglieder e Delegierteversammlig, well suscht Stadie müesstet gmietet werde.
2. D Verwaltig
D Verwaltig isch s füehrende Organ, ähnlich wie de Verwaltungsrat bi de AG. Si vertritt d Gnossenschaft nach usse und luegt, dass de Gschäftsbetriib lauft. D Verwaltig mues us mindestens drü Persone bestah, und d Mehrheit dervo mues sälber Mitglied i de Gnossenschaft sii. Das stellt sicher, dass d Führig d Interässe vo de Mitglieder nöd us de Auge verlüürt.
3. D Revisionsstell
Wie jedi seriösi Firma bruucht au d Gnossenschaft öpper, wo d Buechhaltig kontrolliert. Je nach Grössi vo de Gnossenschaft (Umsatz, Bilanzsumme, Aazahl Mitarbeiter) bruucht es e ordentlichi oder e igschränkti Revision. Bi ganz chliine Gnossenschafte chönnd d Mitglieder a de GV au beschlüüsse, dass si uf e Revisionsstell verzichtet (sogenannti «Opting-out»), wänn weniger als 10 Vollziitstelle bsetzt sind.
Gründig und Kapital: So fangts aa
Vellicht überleisch du dir, öb das e passendi Form für dis Projekt wär. D Gründig vo n ere Gnossenschaft isch chli ufwendiger als die vo n ere Einzelfirma, aber oft eifacher als bi n ere AG, vor allem was s Geld aagaht.
Um e Gnossenschaft z gründe, bruuchts mindestens siebe Personen (juristisch oder natürlich). Das isch e historischi Hürde, wo s Gesetz vorgit, um de Gmeinschaftscharakter z sichere. Wänn d Gnossenschaft mal staht, chönnd d Mitgliederzahle aber au sinke, solang s nöd dauerhaft unter drü fallt.
So lauft d Gründig ab:
- Statute uufstelle: D Statute sind s «Gsetzbuch» vo de Gnossenschaft. Det mues drin stah, was de Zweck isch, wer Mitglied werde chan und wie d Organisation lauft.
- Gründigsversammlig: Die siebe Gründer träffed sich, beschlüüssed d Statute und wähled d Verwaltig.
- Handelsregister: D Gnossenschaft entstaht erst dänn rechtlich, wänn si im Handelsregister iitreit isch. Das chostet e Gebühr, git aber au Seriosität.
En spannende Punkt isch s Kapital. Im Gegesatz zur GmbH (20’000 CHF) oder AG (100’000 CHF) git es bi de Gnossenschaft kei fixi Mindestkapitalvorschrift. S Kapital isch variabel, je nachdem wie vill Mitglieder grad debii sind. Meistens mues jedes Mitglied mindeschtens ein Aateilschiin (Anteilschein) überneh. Das Geld dient als Betriibskapital.
Haftig und Risiko: Wer zahlt, wänns schief gaht?
Das isch e sehr wichtigi Frag. Grundsätzlich haftet e Gnossenschaft nur mit ihrem Gnossenschaftsvermöge. Das heisst, wänn d Firma Pleite gaht, isch s Geld i de Kasse weg, aber d Mitglieder müend nöd mit ihrem private Ersparte hafte.
Aber Uufpasst: I de Statute chan mer öppis anders feschthalde. Es git drü Möglichkeite:
- Usschliesslichi Haftig vom Gnossenschaftsvermöge: De Standardfall. S Risiko für s Mitglied isch nur de Verlust vom Aateilschiin.
- Persönlichi Haftig: D Mitglieder hafted au privat. Das isch hüt eher sälte.
- Nachschusspflicht: Das isch bi Wohnbaugnossenschafte oder Gschäftspartner-Gnossenschafte no verbreitet. Wänn d Gnossenschaft Verlust macht oder Bilanzprobleme hät, chönd d Mitglieder verpflichtet werde, Geld «nahzschüüsse». Das mues aber klar i de Statute stah.
Spezialfall: Wohnbaugnossenschafte
I de Schwiiz, und bsunders i Städt wie Züri, Basel oder Bärn, redet mer bim Thema Gnossenschaft fast immer über s Wohne. Wohnbaugnossenschafte sind en wichtige Pfeiler vom Wohnigsmarkt. S Prinzip isch simpel: D Hüüser ghöred de Gnossenschaft, und d Bewohner sind Mitglieder. Mä isch also quasi «Mieter im eigene Huus».
De grossi Vorteil isch d Chostemieti. D Miete decked nur d Chöste (Hypothekarzinse, Unterhalt, Rückstellige), aber es wird kein Gwünn für externe Investore abgschöpft. Drum sind Gnossenschaftswohnige oft 20% bis 30% günstiger als vergliichbari Wohnige uf em freie Markt. Defür mues mer bim Iizug «Aateilschiine» chaufe, wo oft höher sind als e normali Mietkaution, aber defür verzinst werded und bim Uuszug wieder zruggzahlt werded.
Vor- und Nachteil uf en Blick
Damit du en bessere Überblick häsch, öb d Gnossenschaft s Richtig isch, da e gegestellig:
Vorteil
- Demokratisch: Jede hät s gliiche Stimmrecht, keis Diktat vom Grossaktionär.
- Kei Mindestkapital: Eifacheri Gründig ohni hoche Startbetrag.
- Image: Gnossenschafte gnüssed i de Schwiiz e sehr guets, vertrauenswürdigs Image.
- Sicherheit: Mitglieder sind oft loyal, well si Teil vom Ganze sind.
Nachteil
- Kapitalbeschaffig: Es isch schwierig, Investore z finde, well die kei Stimmrechtchraft überchömed und d Dividende oft begrenzt sind.
- Entscheidigsfindig: Demokratie chan aastrengend und langsam sii. Wänn alli mitrede wennd, gaht nöd immer alles rassig vorwärts.
- Gründigsufwand: Mit mindestens 7 Persone z starte, isch organisatorisch nöd immer eifach.
Hüfig gstellti Frage (FAQ)
Bi dem Thema tauched immer wieder die gliiche Frage uf. Da sind d Antworte druf, churz und bündig erklärt.
Chani miin Aateilschiin wieder verchaufe?
Ja, in aller Regel scho. Wänn du us de Gnossenschaft uustrittsch, häsch du Aaspruch druf, dass dir din Aateilschiin zruggzahlt wird. Allerdings chan d Gnossenschaft i de Statute festlege, dass d Rückzahlig erst nach ere gwüsse Frist passiert, um d Liquidität nöd z gfährde. De Wert vom Aateilschiin stigt normalerwiis nöd – du bechunnsch de Nennwert zrugg.
Bekommt mer als Gnossenschafter e Dividende?
Das chunt uf d Statute aa. Bi Wohnbaugnossenschafte git es meistens kei Bardividende, defür aber günstigeri Mietene. Bi andere Gnossenschafte (z.B. Banke) chan es e Verzinsig vom Aateilschiin geh. S Gsetz seit aber, dass d Verzinsig nöd dütlich über em übliche Zinsniveau ligge dörf. D Gwünnmaximierig staht nöd im Vordergrund.
Mues ich Schwiizer sii, um e Gnossenschaft z gründe?
Nei, d Nationalität spillt für d Gründer oder Mitglieder kei Rolle. Was aber wichtig isch: D Gnossenschaft mues durch Persone vertrete sii, wo Wohnsitz i de Schwiiz händ. Mindestens ei Person mit Unterschriftsberechtigung mues i de Schwiiz wohne.
Isch e Gnossenschaft stüürfrei?
Nei, grundsätzlich nöd. E Gnossenschaft ist e juristischi Person und zahlt Gwünn- und Kapitalstüüre. Aber: Well de Zweck oft nöd de reine Gwünn isch, sind d Gwünnstüüre oft tüüfer als bi n ere AG, wil de Gwünn chliiner usfallt (z.B. durch Rückvergüetige a Mitglieder oder Reinvestitione). Gmeinnützigi Gnossenschafte chönd unter Umständ stüürbefreit werde.
Chan e Firma au Mitglied i n ere Gnossenschaft sii?
Ja, absolut. Mitglieder müend nöd zwingend natürlichi Persone (Mensche) sii. Au anderi Firme (AGs, GmbHs) oder Vereine chönd Gnossenschafter werde. Das gseht mer oft bi Iichaufsgnossenschafte, wo sich mehreri chliini Ladebsitzer zämetüend.
D Zuekunft vom zäme Wirtschafte
Mängisch hät d Gnossenschaft e chli en verstaubte Ruef, so nach em Motto «altmodisch und schwerfällig». Aber das Bild wandlet sich grad massiv. I Ziite, wo Nachhaltigkeit, Sharing Economy und Regionalität immer wichtiger werded, erlebt d Gnossenschaft es Revival. Jungi Startups, Coworking-Spaces, gmainschaftlichi Landwirtschaftsprojekt (Solawi) oder nachhaltigi Energieproduzente entdecked d Gnossenschaft als ideales Gfäss.
Si passt perfekt i d hütigi Ziit, well si Wirtschaftlichkeit mit soziale Wert verbindet. Es gaht nöd nur drum, s schnelle Geld z mache, sondern öpis Langfristigs für d Community ufzbaue. Wer also e Firma gründe wott, wo d Mitbestimmig und de gmeinsame Nutze im Zentrum stönd, für de isch d Gnossenschaft vellicht genau s richtigi Modell für d Zuekunft.
