Wänn du dich s erschte Mal mit Aktie, em Gschäftsbericht vo dinere Firma oder eifach nur mit Wirtschaftsnachrichte beschäftigsch, dänn wirsch du früher oder spöter über de Begriff EBIT stolpere. Es tönt wahnsinnig technisch und vill Lüüt schalted bim Ghöre vo söttige Abchürzige sofort ab, well sie dänked, das verstönd nur Banke und Finanzexperte. Aber das isch en Irrtum. De EBIT isch eini vo de wichtigschte Kennzahle überhaupt, um z verstah, ob es Undernähme gsund isch oder nöd. Es isch im Grunde s Herzstuck vo de operative Leischtig, ohni dass Finanzierigstricks oder Stüürvogteil s Bild verzerred. Stell der vor, du wöttsch wüsse, wer de bescht Beck im Dorf isch: Luegsch dänn druuf, wer am meischte Brot verchauft und demit Gäld verdient, oder luegsch druuf, wer am wenigschte Hypothekarzins für sini Bachstube zahlt? Genau da setzt de EBIT aa, und drum lohnt es sich, das Konzept eimal richtig z verstah.
Was bedüütet d Abchürzig EBIT eigentlich genau?
D Abchürzig EBIT chunnt usem Änglische und stoht für «Earnings Before Interest and Taxes». Uf Schwiizerdütsch übersetzt heisst das so vill wie: «Gwünn vor Zinse und Stüüre».
Luege mer eus die einzelne Bestandteil mal chli genauer aa, damit klar wird, was debii passiert:
- Earnings (Gwünn/Ergebnis): Das isch s Resultat, wo s Undernähme erwirtschaftet hät.
- Before (Vor): Das isch s Zauberwort. Mir lueged de Gwünn aa, bevor gwüssi Chöschte abzoge worde sind.
- Interest (Zinse): Hier gahts um d Finanzierigschöschte. Wänn es Undernähme en Kredit uufgnah hät, muess es Zinse zahle. De EBIT klammeret das aus.
- Taxes (Stüüre): Jedes Undernähme muess Stüüre zahle, je nach dem, wo es de Sitz hät. Auch das wird bim EBIT nöd beachtet.
Oft wird de EBIT i de Schwiiz und im dütschsprachige Ruum au als Operatives Ergebnis oder Betriebsergebnis bezeichnet. Das trifft de Nagel uf de Chopf: Es zeigt, wie guet s eigentliche Gschäft lauft – also de Verchauf vo Produkt oder Dienstleistige – unabhängig devo, wie s Undernähme finanziert isch oder i welem Kanton oder Land es Stüüre zahlt.
Warum isch de EBIT so wichtig für de Verglich?
Vellicht frögsch di jetzt: «Ja aber am Endi vom Tag muss d Firma ja Zinse und Stüüre zahle, wieso söll i die dänn wegloh?» Das isch e berechtigti Frag. D Antwort liit i de Vergleichbarkeit.
Stell der vor, du wöttsch zwei Schwiizer Maschinebauer vergliiche. Firma A isch in Züri dihei und hät alles mit Eigenkapital (also Geld vo de Aktionär) finanziert. Firma B isch im Kanton Zug (tüüferi Stüüre) und hät en riesige Kredit uufgnah, um neui Maschine z chaufe.
Wänn du jetzt de Reingwünn (Nettoergebnis) aaluegsch, dänn hät Firma B vellicht en tüüfere Gwünn wäg de höche Zinse, oder en höchere Gwünn wäg de tüüfe Stüüre. Du weisch aber nöd, weli Firma eigentlich die besseri Maschine baut und verchauft.
De EBIT macht d Undernähme «vergleichbar», indem er die störende Faktore usbländet:
- Internationali Verglich: Stüürsätz sind i de USA anders als i de Schwiiz oder in Dütschland. De EBIT ignoriert d Stüüre, so dass du d «Power» vom Gschäftsmodell vergliiche chasch.
- Kapitalstruktur: S eint Undernähme isch verschuldet, s ander nöd. Das isch e Entscheidig vom Management, hät aber nüt demit z tue, ob d Chunde s Produkt möged. De EBIT zeigt d Leischtig ohni de Iifluss vo de Schuelde.
Wie berächnet mer de EBIT? (Eifachs Biispiel)
Kei Angscht, du muesch kein Mathematiker sii. D Berächnig vom EBIT isch eigentlich ganz logisch ufbaut. Me startet meistens bim Umsatz und ziet dänn d Chöschte ab, wo direkt mit em Betrieb z tue händ.
Hie isch es eifachs Biispiel vonere fiktive «Schoggi AG»:
- Umsatz (Verchaufserlös): 1’000’000 CHF
- ./. Materialchöschte (Kakao, Milch, Zucker): -300’000 CHF
- ./. Personalchöschte (Löhn): -400’000 CHF
- ./. Sunstigi Betriebschöschte (Mieti, Strom, Marketing): -100’000 CHF
- ./. Abschriibige (Wertverluscht vo de Maschine): -50’000 CHF
- = EBIT (Operatives Ergebnis): 150’000 CHF
Erscht nach dem Schritt würded jetzt d Zinse für Bankkredit und d Stüüre an Staat weggah, um zum Reingwünn z cho. Aber für d Beurteilig, wie guet d Schoggi AG schaffet, isch die Zahl vo 150’000 CHF extrem wichtig.
De Unterschiid zwüsched EBIT und EBITDA
Wänn mer über EBIT redt, dänn isch s «EBITDA» meistens nöd wiit weg. Das «DA» am Schluss stoht für «Depreciation and Amortization», was uf Dütsch Abschriibige heisst.
EBITDA isch also de Gwünn vor Zinse, Stüüre und Abschriibige.
Warum isch das wichtig? Abschriibige sind «nicht zahlungswirksami» Chöschte. Wänn e Maschine i de Buechhaltig 50’000 Franke a Wert verlürt, dänn flüsst nöd würkli Geld vom Bankkonto ab. Das Geld isch scho weg gsii, wo mer d Maschine kauft hät.
De EBIT isch ehrlicher, wänn es drum gaht, de langfristige Gwünn aazluege, well Maschine irgendwänn ersetzt werde müend. De EBITDA wird hingege oft vo junge Tech-Firmen oder Startups bruucht, um besser dazstoh, oder um z zeige, wie vill Cash-Flow (Geldfluss) operativ generiert wird, ohni d Lascht vo vergangene Investitione.
Mer chan säge: De EBIT isch «strenger» als s EBITDA. Wänn e Firma e positivi EBITDA hät, aber en negative EBIT, dänn heisst das: Sie verdiened zwar Geld im Tagesgschäft, aber nöd gnueg, um d Investitione i d Aalage (Maschine, Gebäude, Software) z decke.
D EBIT-Marge: D Qualitiät vom Umsatz
Di absoluti Zahl (z.B. 150 Mio. Franke EBIT) isch zwar schön, aber sie seit nöd alles. Viel wichtiger isch oft d EBIT-Marge. Die setzt de Gwünn ins Verhältnis zum Umsatz.
D Formle isch: (EBIT / Umsatz) x 100 = EBIT-Marge in %
Luege mer eus zwei Firmene aa:
- Firma A (Luxusuhre): Macht 10 Mio. Umsatz und hät en EBIT vo 2 Mio. Das isch e Marge vo 20%.
- Firma B (Supermarkt): Macht 100 Mio. Umsatz und hät en EBIT vo 2 Mio. Das isch e Marge vo 2%.
Beidi Firmene händ am Schluss de glich operativ Gwünn (2 Mio). Aber Firma A isch viel profitabler pro verchauftem Franke. E höchi EBIT-Marge dütet oft druf hi, dass es Undernähme e starchi Marktstellig hät und «Pricing Power» besitzt – also d Priise diktiere chan, ohni dass d Chunde dervo laufed. Tüüfi Margen sind typisch für de Detailhandel, wo de Wettbewerb extrem hart isch.
Wo de EBIT sini Grenze hät
So super de EBIT au isch, er isch kei «Eierlegendi Wollmilchsau». Wänn du en nume elei aaluegsch, chasch au falsch ligge. Es git Situatione, wo de EBIT es verzerrts Bild lieferet oder Gfahre versteckt:
1. Die Gfahr vo de Verschuldig
Da de EBIT d Zinse ignoriert, gseht mer nöd, ob es Undernähme bis über beid Ohre verschuldet isch. Es chan sii, dass e Firma en tolle EBIT vo 10 Millione uswiist, aber glichziitig 12 Millione an Zinse zahle muess. Dänn isch d Firma unterem Strich (Netto) i de rote Zahle und kämpft ums Überlebe, obwohl de EBIT super usgseht. Drum immer au uf de Reingwünn und d Bilanz luege!
2. Kapitalintensivi Branche
In Branche, wo mer extrem tüüri Maschine bruucht (z.B. Halbleiter, Iisebahne, Telekommunikation), sind d Abschriibige riesig. De EBIT chönnt drum sehr tüüf usfalle, obwohl de Cashflow (Geldfluss) guet isch. Hier lohnt sich de Blick ufs EBITDA als Ergänzig.
3. Einmaligi Effekt
Mängisch isch de EBIT durch eimaligi Ereignis verzerrt. Zum Biispiel, wänn e Firma es Grundstück verchauft oder e Tochterfirma abstosst. Das bläht de EBIT eimalig uf, hät aber nüt mit em operative Gschäft z tue. Seriösi Analyste rechned söttigi «Sondereffekt» use und reded dänn vom «bereinigte EBIT».
Hüffig gstellti Frage (FAQ) zum EBIT
Hier beantworte mer es paar Frage, wo immer wieder uftauched, churz und bündig:
Isch de EBIT s Gliche wie de Bruttogwünn?
Nei. De Bruttogwünn (Gross Profit) ziet nur d Herstelligschöschte vom Umsatz ab. De EBIT ziet aber au no Verwaltigs-, Vertriebs- und Marketingchöschte sowie Abschriibige ab. De EBIT isch also «wiiter unde» i de Erfolgsrechnig.
Was isch e gueti EBIT-Marge?
Das hangt extrem starch vo de Branche ab.
- Im Detailhandel (z.B. Migros, Coop) sind Margen vo 1-3% normal und okay.
- I de Industrie sind 5-10% oft solid.
- Bi Software-Firmene oder Luxusgüeter sind Margen vo 20% oder meh kei Selteheit und gelten als sehr guet.
Chan de EBIT negativ sii?
Ja, absolut. Wänn d Firma operativ Geld verlürt (d Chöschte für Personal, Material etc. sind höcher als de Umsatz), dänn isch de EBIT negativ. Mer redet dänn vomene «Operative Verluscht».
Wieso bruucht d Bank de EBIT?
Für Banke isch de EBIT wichtig, um d Kreditwürdigkeit z prüfe. Sie wänd wüsse: «Verdient die Firma gnueg Geld us em Gschäft, um eus später d Zinse chönne z zahle?». De so gnännti «Zinsdeckigsgrad» (EBIT geteilt durch Zinsufwand) isch e zentrali Kennzahl bi de Kreditvergab.
EBIT i de Praxis: Wo findsch ihn im Gschäftsbericht?
Wänn du de Gschäftsbericht vonere Schwiizer Aktiegsellschaft (z.B. Nestlé, Novartis oder au chlineri KMU) i d Hand nimmsch, wirsch du de EBIT i de Erfolgsrechnig (Income Statement) finde. Meistens staht er ziemlich wiit unde, aber no vor em «Finanzergebnis» und em «Stüürufwand».
Pass aber chli uuf: Nöd alli Firmene schriibed explizit «EBIT» hi. Mängisch heisst d Ziile au «Betriebsergebnis», «Operating Profit» oder «Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit». Wänn du d Ziile nöd findsch, chasch sie dir eifach sälber zämebaue: Nimm s Jahresergebnis (Net Profit), zell d Stüüre (Taxes) wieder dezue und zell d Zinse (Interest result) wieder dezue. Und scho häsch din EBIT.
Für Anleger und interessieret Laie isch de EBIT wie en Kompass. Er zeigt nöd s ganze Gländ (wie d Netto-Zahle), aber er zeigt ganz genau d Richtig aa: Lauft de Motor vom Gschäft rund oder stotteret er? Wer de EBIT verstaht, luegt hinter d Fassade vo Finanzierigstricks und Stüürschlüpflöcher und gseht de wahri Kern vomene Undernähme. Das isch bsunders i turbulente Wirtschaftziite Gold wert, wänn mer wüssse will, weli Firmene wirklich substanzstark sind.
