Was heisst WC? D’Gschicht hinter em Stille Örtli

Es isch de Ort, wo mir alli hii müend, egal ob mir en König oder en Handwerker sind. Jede Tag verbringed mir Ziit dert, und doch reded mir nur sälte drüber. Wenn mir aber unterwägs sind, sueched mir meistens nach zwei bstimmte Buechstabe: WC. Die Abchürzig isch so alltäglich worde, dass mir sie chum no hinderfröged. Sie stat a Türe in Restaurants, a Bahnhöf, in Flugzüüg und natürlich dihei. Aber händ Sie sich scho mal überleit, für was die beide Buechstabe eigentlich gnau stönd und wieso mir nöd eifach «Schisshuus» oder «Bisichammere» a d Türe schriibed? D Gschicht hinderem Name und dr Erfindig isch nämlich spannender, als mer meined, und füert eus zrugg is viktorianische England und in d Welt vo de Hygiene-Revolution.

D Bedütig vo de Abchürzig WC

Fange mir bim Offesichtliche aa: WC isch e Abchürzig us em Änglische. Ausgeschriebe heisst es Water Closet. Wenn mer das Wort für Wort übersetzt, bedütet es «Wasser-Schrank» oder «Wasser-Kabinett». Das tönt im erste Moment chli gspässig, hät aber en logische Hindergrund.

S Wort «Closet» chunnt ursrpünglich us em Altfranzösische (vo «clos») und hät en gschlossene, private Ruum bedütet. Im Änglische wird «Closet» hüt meistens für en Wandchaste bruucht, aber früener hät mer demit chliini Näbezimmer gmeint, wo für privati Rückzüg dacht gsi sind. De Zuesatz «Water» isch denn s entscheidende Merkmal gsi. Bevor s WC erfunde worde isch, händ d Lüt nämlich «Plumpsklos» (Outhouses) oder Nachtöpf bruucht. Det hät s keis flüssends Wasser gha, wo d Hinterlassenschafte weggspüelt hät. S «Water Closet» isch also de revolutionäri Ort gsi, wo Wasser i d Schüssle gflosse isch, um alles suuber i d Kanalisation z befördere. Es isch s Symbol für Fortschritt und Hygiene gsi.

Vom Nachttopf zum Wasser-Schrank: En lange Wäg

Bevor s WC, wie mir s hüt kenned, Standard worde isch, isch d Toilettengang en zimlich schmutzige Aaglägeheit gsi. Im Mittelalter hät mer i de Städt oft eifach alles uf d Strass kippet oder in offeni Gräbe gleitet. I de Schwiizer Buurehüüser hät s s berühmte «Hüsli» mit em Herzli i de Tür gha, wo eifach es Loch übereme Gülleloch oder eme Eimer gsi isch.

D Erfindig vom Wasser-Klo isch nöd ufen Schlag passiert. Schon d Römer händ Latrine mit Wasserspüelig gha, aber das Wüsse isch im Mittelalter wieder verlore gange. Di modärne Gschicht fangt eigentlich im Jahr 1596 aa. De Sir John Harington, s Göttichind vo de Königin Elisabeth I. vo England, hät e Apparatur erfunde, won er «Ajax» gnännt hät. Es isch eis vo de erste WCs mit Spüelig gsi. D Königin hät zwar eis i ihrem Palast in Richmond iibue loh, aber d Erfindig hät sich nöd duregsetzt – vor allem, will s Problem vom Gstank no nöd glöst gsi isch. Es hät eifach en direkte Zuegang zum Abwasserkanal gha, und d Gschmöck sind d Rohre ufecho.

D Revolution gäge de Gstank: De Siphon

S eigentliche «Water Closet» hät erst funktioniert, wo öpper s Problem mit em Kanalgschmack glöst hät. Das isch im Jahr 1775 gsi, wo de schottische Uhrmacher und Erfinder Alexander Cumming s Patent für de S-förmige Rohrboge aagmäldet hät. Das isch das, was mir hüt als Siphon oder «Gruchsverschluss» kännade.

S Prinzip isch genial eifach und bis hüt unveränderet: Nach em Spüele bliibt im bogene Rohr e gwüssi Mängi Wasser stah. Das Wasser bildet e Barriere, e Art Pfropfe, wo verhindert, dass d Gas us de Kanalisation zrugg i de Ruum stiege chönd. Ohne de Alexander Cumming und sin Siphon wär s modärne WC im Huus inne gar nöd denkbar, will s eifach viel z fest stinke würd. Erst dur die Kombination us Wasserspüelig und Geruchsverschluss hät sich de Name «Water Closet» als Standard für e suuberi und grüchslosi Toilette etabliert.

Wer isch eigentlich de Thomas Crapper?

Es git en hartnäckige Mythos, dass en Maa namens Thomas Crapper s WC erfunde heb. Das stimmt zwar nöd ganz, aber er hät viel defür ta, dass es populär worde isch. De Thomas Crapper isch en änglische Sanitärinstallateur im 19. Jahrhundert gsi. Er hät d Technik verbesseret und vor allem hät er grossi Showrooms in London gha, wo er die neuartige Toilettene präsentiert hät. Sini Firma hät de Name «Crapper» uf d Spüelchäste gschribe.

Vili amerikanischi Soldate, wo im Erste Wältchrieg in England stationiert gsi sind, händ de Name uf de Käste glese und agfange, d Toilette als «The Crapper» z bezeichne. So isch das Wort i de änglische Slang cho. Erfunde hät er s WC aber nöd, das Verdienst liit bim Harington und bim Cumming.

Andere Näme: Toilette, Loci und 00

Im Schwiizerdütsch und im Hochdütsche bruuched mir näb WC oft s Wort Toilette. Das chunnt us em Französische. «Toile» heisst Stoff oder Tuech. Ursprünglich isch d «Toilette» s Tuech gsi, wo mer uf de Schminktisch gleit hät. Später hät mer d Handlig vom Schminke und Aziehe «Mache de la toilette» gnännt. Will mer sich defür in en separate Ruum zruggzoge hät, isch dä Ruum irgendwänn au Toilette gnännt worde. Und well mer in däm Ruum oft au s Bedürfnis erlediget hät, isch de Begriff uf s WC überggange. Es isch also eigentlich es sehr vornehms Wort.

En andere Begriff, wo i de Schwiiz, vor allem bim Militär oder bi de Pfadi, no bekannt isch, isch Abort. Das chunnt vom Wort «aborte», was so viel heisst wie «ewäggah» oder «abseits ligge». Es beschribt also eifach en Ort, wo abgläge isch. Au s Wort Loci oder Loki ghört mer no ab und zue, das chunnt vom latiinische «locus necessitatis» – Ort der Notwendigkeit.

Und dänn gits no d Nummerierig 00. Händ Sie sich scho mal gfragt, warum uf vile Hotel-WCs «00» staht? Das chunnt us de Hotellerie im 19. Jahrhundert. D Zimmer händ normali Nummere gha (1, 2, 3…). D Toilettene sind aber oft ufem Gang gsi, meistens i de Nöchi vom Lift oder vom Stägehuus. Um die Rüüm nöd mit de Gästezimmer z verwechsle, hät mer sie mit 0 oder ebe 00 nummeriert. Es isch sozäge de Ruum «vor» de eigentliche Zimmer gsi.

Hüüfig gstelli Frage (FAQ)

Hier beantwortet mir die wichtigste Frage rund ums Thema WC churz und bündig:

  • Was heisst WC genau?
    WC isch d Abchürzig für Water Closet. Das isch Änglisch und bedütet übersetzt «Wasser-Kabinett» oder «Wasser-Schrank». De Name betonnt, dass es sich um e Toilette mit Wasserspüelig handlet.
  • Wer hät s WC erfunde?
    De Sir John Harington hät 1596 en erste Prototyp baut. De Durchbruch isch aber erst 1775 cho, wo de Alexander Cumming de S-förmige Siphon erfunde hät, wo de Gstank us de Kanalisation zrugghebt.
  • Warum säged mir «uf d Toilette gah»?
    S Wort «Toilette» chunnt vom französische «toile» (Tuech). Ursprünglich hät s de Vorgang vom Sich-Pflege und Aziehe bezeichnet. Später isch es als höflichs Umschriibig (Euphemismus) für de Gang zum WC bruucht worde.
  • Wieso stät oft «00» a de WC-Türe?
    Das chunnt us de alte Hotel-Tradition. Damit mer d WCs uf de Gäng nöd mit de Hotelzimmer (Zimmer 1, 2, 3…) verwächslet, hät mer ihne d «Null-Nummere» ggee.
  • Was isch de Unterschied zwüsched Flachspüler und Tiefspüler?
    Bim Flachspüler (früener i de Schwiiz sehr verbreitet) gits e Art Stufe («Präsentierteller»), wo s Gschäft zersch druf landet. Das hät de Vorteil, dass es nöd sprützt («Poseidon’s Kuss») und mer de Stuehl hät chönne kontrolliere (gsundheitlich). Hüt werded fast nur no Tiefspüler verbaut, wo alles direkt is Wasser gheit, will das weniger grücht und putzintensiv isch.

S Material und d Hygiene

Händ Sie sich scho mal überleit, warum WCs fast immer us Keramik sind und nöd us Plastik oder Metall? Sanitärkeramik isch extrem glatt und hert. Bakterie und Schmutz chönd sich uf dere Glasur chum festhalte, und es lat sich sehr eifach mit scharfe Putzmittel reinige, ohni dass d Oberflächi kaputt gaht. Usstahll oder Kunststoff würed mit de Ziit chratze übercho, wo sich dänn Keim und Urinstei chönnted festsetze, was wiederum zu üblem Gruch füehrt. Zudem isch Keramik unempfindlich gäge Süüri und Lauge.

Es isch faszinierend z gseh, wie viel Gschicht, Technik und sprachlichi Entwicklig i däm chliine Ruum steckt, wo mir jede Tag bruuched. Vom «Water Closet» im viktorianische England bis zu de hütige Hightech-Dusch-WCs us Japan hät sich d Art und Wiis, wie mir eusi «Gschäftli» erlediged, massiv veränderet – de Name WC isch aber blibe und verbindet eus weltwiit.