Wänn du i letschter Ziit mal dur d’Strasse vo Züri, Basel, Bern oder eifach i dinere lokale Gmeind gschlendert bisch und en Blick i d’Fenschter vo de italienische Restis gworfe häsch, dänn isch dir sicher öpis ufgfalle: D’Pizza hät Konkurrenz übercho. Es gseht zwar uf de erscht Blick chli ähnlich us – Teig, Tomatesauce, Mozzarella – aber d’Form isch andersch, de Rand gseht wilder us und de Name isch neu. D’Red isch vo de Pinsa. Viili lueged d’Spiescharte a und fröged sich: Isch das jetzt eifach e falsch gschribeni Pizza? Oder isch es en Marketing-Gag? D’Antwort isch eis tüüfs «Nei». D’Pinsa isch en eigenständige, super knusprige und vor allem liichte Trend us Rom, wo d’Schwiiz im Sturm eroberet. Es isch nöd nur en Hype, sondern e echti kulinarischi Witerentwicklig, wo vor allem Lüt begeistert, wo die klassischi Pizza mängisch chli z’schwer im Mage ligge blibt.
Es isch faszinierend z’gseh, wie schnell sich d’Pinsa Romana i de hiesige Gastronomie etabliert hät. Früener häts gheisse «gömmer go Pizza ässe», hüt ghörti mer immer öfter «häsch scho die neu Pinseria usprobiert?». Das liit nöd nur am gschmackliche Erlebnis, sondern au a de Gschicht, wo dehinder steckt, und de bsundere Art, wie de Teig gmacht wird. Wänn du dich also scho immer gfröget häsch, was es mit dem ovale Teigflade uf sich hät, warum er so luftig isch und öb er würkli gsünder isch als e Pizza, dänn bisch du da genau richtig. Mir tauched tüüf ii i d’Wält vom römische Trendgebäck.
En Blick i d’Gschicht: Uralt oder doch e Erfindig?
Wänn mer de Legende glaubt, dänn isch d’Pinsa en uraltes Gricht, wo scho im antike Rom ggesse worde isch. De Name sälber leitet sich vom latiinische Wort «pinsere» ab, was so vill bedüütet wie «zerdrucke» oder «strecke». Das beschribt au hüt no perfekt d’Handbewegig, wo de Pizzaiolo – oder i dem Fall de Pinsaiolo – macht, um de Teig i sini typischi, langzogni Form z’bringe. Man munkelt, dass scho die alte Römer en Art Fladebrot us Hirse, Gerschte und Dinkel gmacht händ, um d’Götter z’besänftige. Tönt doch sehr romantisch und historisch, oder?
Aber wänn mer ganz ehrlich isch und d’Fakte aluegt, dänn isch die «moderni» Pinsa Romana, wie mir sie hüt i de Schwiiz essed, e relativ neui Erfindig. Im Jahr 2001 hät de italienischi Unternehmer und Bäcker Corrado Di Marco e spezielli Mehlmischig patentiere lah. Sini Idee isch gsi, e Alternative zur Pizza z’schaffe, wo liichter verdaulich isch und en ganz eigene Biss hät. Er hät die historischi Gschicht gschickterwiis mit sim Produkt verchnüpft. Das macht d’Pinsa aber nöd weniger fein – im Gegeteil, es isch e Meisterleischtig vo de Lebensmitteltechnologie, wo Tradition und moderni Ernährigswüsseschaft verbindet.
S’Gheimnis vom Teig: Warum d’Pinsa so knusprig isch
De grössti Unterschied zur normale Pizza liit im Teig. En normale Pizzateig bstaht meistens us Weizemehl, Wasser, Hefe, Salz und villicht chli Öl. Bi de Pinsa isch das e ganz anderi Gschicht. S’Gheimnis liit i de Mehlmischig und de Art und Wiis, wie de Teig behandelt wird. Es isch e Wüsseschaft für sich, und genau drum schmöckt e gueti Pinsa au so unverwächselbar.
Die drü Schlüsselelement vo de Mehlmischig
D’Originalmischig für e Pinsa bstaht us drü verschiedene Komponente, wo alli ihri eigeni Ufgab händ:
- Weizemehl: Das bildet s’Grüscht vom Teig. Aber mer nimmt nöd irgendeis Mehl, sondern eis mit eme höche Proteinghalt (ähnlich wie bi Panettone), damit de Teig extrem lang gäre chan, ohni dass er zämeghait.
- Sojamehl: Das tönt im erste Moment chli komisch für en Italiener, aber s’Sojamehl ersetzt s’Tierfett (Schmalz), wo früener oft brucht worde isch. Es sorgt defür, dass de Teig schön knusprig und friabel wird. Friabel bedüütet, dass er bim Abisse förmlich zerbrösmelet und nöd gummig isch.
- Riesmehl: Das isch de «Gamechanger». Riesmehl nimmt sehr vill Wasser uf und sorgt defür, dass d’Pinsa innedra weich und luftig blibt, aberusse en richtige «Crunch» bechunnt. Zudem macht s’Riesmehl de Teig liichter.
Wasser und Geduld – ganz vill devo
Näbed de Mehlmischig isch s’Wasser entscheidend. E Pinsa hät en extrem höche Wasserateil, mer seid dem «Hydration». Während en Pizzateig oft öppe 60% Wasserufnahm hät, liit d’Pinsa bi bis zu 80% Hydration. Das macht de Teig extrem weich und chläbrig i de Verarbeitig, aber genau das Wasser verdampft bim Bache und hinterlaht riesigi Luftblatere im Teig. Das macht sie so «wolke-artig».
Und dänn chunt de Faktor Ziit. En guete Pinsa-Teig hät nöd eifach e Stund gwartet. Er rueht zwüsched 24 und 72 Stunde im Chüelschrank. Dur die langi «Gehziit» (Fermentation) passiered chemischi Prozess: D’Hefe frisst de Zucker uuf und d’Enzym spalted s’Mehl scho vor. Das isch de Grund, warum mer nach ere Pinsa sälte en blähte Buuch hät – de «schweri» Teil vo de Verdauig isch quasi scho im Chüelschrank passiert.
Pinsa vs. Pizza: Die wichtigschte Unterschiid
Viili Lüt verwächsleds immer no, drum lohnt sich en gnauere Blick uf d’Unterschiid. Wänn du im Resaurant sitzisch und nöd sicher bisch, was du bstelle söllsch, hilft dir viellicht die chliini Gegestellig:
- D’Form: E Pizza isch (im Idealfall) chreisrund. E Pinsa isch immer oval. Das chunt dervo, dass de Teig ufeme Brättli mit de Finger langdruckt wird, statt i de Luft trait z’wärde wie bim Pizzaiolo.
- S’Bache: E neapolitanischi Pizza isch nur für 60 bis 90 Sekunde imene extrem heisse Ofe (480 Grad). E Pinsa wird bi tüüfere Temperature (öppe 300 Grad), defür aber länger bache. Oft wird sie sogar «blind» vorbache, dänn erst beleit und nomal churz in Ofe gschobe.
- D’Konsistenz: Pizza isch oft weich, vor allem i de Mitti, und de Rand isch elastisch («chewy»). Pinsa isch usse sehr knusprig, fascht scho keksartig, und inne ganz grobporig und weich.
- De Belag: Bi de Pizza chunt alles zäme in Ofe. Bi de Pinsa isch es sehr beliebt, dass mer früschi Zuetate erst nach em Bache druf tuet. Das erhält de Gschmack vo hochwertigem Olivenöl, Rohschinke oder Burrata.
Isch Pinsa würkli gsünder?
Das isch e Frag, wo sehr oft gstellt wird, bsunders vo Lüüt, wo uf ihri Linie lueged oder empfindlichi Mäge händ. «Gsund» isch natürlich immer relativ, aber d’Pinsa hät tatsächlich es paar Vorteil gägenüber de klassische Pizza.
Dur die extrem langi Gärziit vo bis zu 72 Stunde werde d’Kohlehydrat und d’Proteine im Mehl scho starch abbaut. Das bedüütet für din Körper weniger Arbet. De Mage muess weniger Süüri produziere, um de Teig z’zerlege. Drum säged viili Lüt: «Ich verträge kei Pizza, aber Pinsa gaht super.» Zudem hät de Teig dur s’Sojamehl und s’Riesmehl chli weniger Kalorie und weniger Kohlehydrat pro 100g als en reine Weizeteig. Aber Vorsicht: Wänn du d’Pinsa mit vier Sorte Käs und Salami ladsch, dänn isch de Kalorievorteil natürlich schnell wieder weg.
Kulinarischi Kreativität: Was chunt obedrauf?
Will de Teig vo de Pinsa so schön stabil und knusprig isch, trait er au schweri und saftigi Beläg besser als e dünni Pizza. Das hät dezue gfüehrt, dass i de Pinsierias i de Schwiiz oft sehr kreativi «Gourmet»-Variante aabote werded. Es gaht weg vo «Schinke-Pilz» hi zu richtige Gschmacksexplosione.
E sehr beliebti Klassiker-Kombination i de Wält vo de Pinsa isch: Mortadella, Burrata und Pistazie. De heissi, knusprigi Bode wird mit chli Mozzarella bache, und wänn er us em Ofe chunt, leit mer dänni schiibe Mortadella druf, en chüele Batze cremige Burrata i d’Mitti und streut ghackti Pistazie drüber. De Kontrast zwüsched em heisse, knusprige Teig und em chüele, cremige Chäs isch eifach genial.
Anderi beliebti Variante sind zum Biispiel mit Birne, Gorgonzola und Honig, oder mit Lachs, Zucchini und Zitroneschale. Bi de Pinsa sind de Fantasie eigentlich kei Grenze gsetzt, und will mer viiles erst nach em Bache druf leit, schmöckt alles viel früscher.
Hüfig gstellti Frage (FAQ)
Da mir immer wieder ähnliche Frage ghöred, wänn’s um das römische Trendgebäck gaht, hämmer da die wichtigschte Antworte für dich zämetreit:
Isch e Pinsa glutenfrei?
Nei, grundsätzlich nöd. Zwar enthaltet d’Mehlmischig au Ries- und Sojamehl, aber de Hauptbstandteil isch immer no Weize. Es brucht s’Gluten (Chläbereiwiss) vom Weize, damit de Teig sini Struktur bhaltet und so schön ufgah chan. Es git zwar spezielli glutenfreii Mischige, aber die «echti» Pinsa isch nöd für Zöliakie-Betroffeni geignet.
Chan ich Pinsa au dihei mache?
Ja, das gaht, aber es brucht Geduld. Du wirsch nöd s’gliche Resultat wie im Profi-Ofe übercho, aber mit eme Pizzastei und ere guete Mehlmischig (mer chan hützutags Pinsa-Mehl im Grossverteiler chaufe) chunsch nöch ane. De wichtigschti Tipp: Lah em Teig Ziit! Mindestens 24 Stund im Chüelschrank sind Pflicht.
Isch Pinsa vegan?
De Teig sälber isch i de Regel vegan. Im Gegesatz zu mängem Pizzateig oder Brot wird bi de original Pinsa Romana kei Tierfett und au kei Milch is Mehl gmischt. S’Sojamehl ersetzt s’Fett. Wänn du also en vegane Belag wählsch (z.B. Tomatesauce, Gmües, Olivenöl), dänn häsch es perfekts vegans Gricht.
Wie isst mer e Pinsa?
Klassisch mit Messer und Gable, aber will de Bode so schön stabil isch, eignet sich d’Pinsa au hervorragend als «Fingerfood». In Rom bechunnt mer sie oft uf eme Holzbrättli serviert und mer chan Stuck für Stuck abisse, ohni dass alles abegheit.
E kulinarische Uusflug, wo sich lohnt
Am Ändi vom Tag isch d’Pinsa meh als nur e Alternativ-Pizza. Sie isch es eigeständigs Erlebnis, wo vor allem dur d’Textur überzügt. Das Gfühl, wänn mer i das «Chrusp» bissen und dänn s’weiche Innere spürt, isch eifach öppis, wo mer mal mues erläbt ha. Egal öb du en passionierte Pizza-Liebhaber bisch oder eifach gern guet issisch, de Trend us Rom büütet e willkommeni Abwechslig uf em Täller.
D’Schwiizer Gastronomie hät de Trend ufgriffe und verfeineret ihn laufend. Es git Locations, wo d’Pinsa sogar mit Schwiizer Zutate wie Bündnerfleisch oder lokalem Bergchäs kombiniert wird. Das zeigt, wie wandlungsfähig das Gricht isch. Also, wänn du s’nächschte Mal vorem Italiener stahsch und d’Wahl häsch: Gib de ovale Schwöschter vo de Pizza e Chance. Din Mage (und dini Gschmacksnerve) werded dir wahrschiinli danke säge. En Guete!
