Wievill Bei hät e Spinne? Spannendi Fakte

D Frag tönt eigentlich ganz simpel und jedi Chind weiss d Antwort druf, bevor s überhaupt i d Schuel gaht: Spinne händ acht Bei. Das isch s Erchännigsmerkmal schlechthin, wo d Spinne vo de Insekte underscheidet und wo bi viilne Lüüt glichziitig Faszination und en liichte Schauer usllöst. Aber wänn mer s gnau aaluegt, isch d Antwort «Acht» zwar richtig, aber si chratzt nur a de Oberflächi vo däm, was die Tier so einzigartig macht. Händ Sie gwüsst, dass Spinne ihri Bei nöd nur zum Laufe bruuched, sondern demit au ghöre und schmöcke chönd? Oder dass si gar keis Gwicht händ im Vergliich zu de Chraft, wo si chönd usüebe? D Welt vo de Arachnide (Spinnethier) isch voll vo Überraschige, und d Anzahl vo de Gliedmasse isch nur de Aafang vonere spannende Reis i d Anatomie vo däne nützliche Jäger.

D Anatomie vomene Achtbeiner: Warum genau acht?

Um z verstah, warum Spinne acht Bei händ, mues mer e Blick uf d Evolution und d Klassifizierig im Tierriich wärfe. Spinne ghöred zum Stamm vo de Gliederfüesser (Arthropoda) und det zur Klass vo de Spinnethier (Arachnida). Im Gegesatz zu de Insekte, wo en dreiteilte Körper händ (Chopf, Brust, Hinterliib) und sächs Bei, händ Spinne en zweiteilte Körper. Dä bestahd us em Vorderliib, wo mer «Prosoma» nennt, und em Hinterliib, em «Opisthosoma».

Alli acht Laufbei entspringed em Vorderliib (Prosoma). Das isch en wichtige Punkt, will de Hinterliib bi Spinne in aller Regel kei Gliedmasse hät, sondern nur d Organ für d Verdauig, d Fortpflanzig und d Spinnwarze beinhaltet. Jedes vo däne acht Bei isch es Wunderwärch vo de Feinmechanik und bestaht us siibe verschiedene Segment. Vo innen nach usse sind das:

  • Coxa (Hüftli): S Verbindigsstück zum Körper.
  • Trochanter (Schenkelring): Es chliises Glenk für d Beweglichkeit.
  • Femur (Oberschenkel): Meistens s lentschte und chräftigste Segment.
  • Patella (Chnüü): Es churzes Verbindigsstück.
  • Tibia (Schienbei): Wichtig für d Stabilität.
  • Metatarsus (Mittelfuess): D Verlängerig zum Fuess.
  • Tarsus (Fuess): S Ändi vom Bei, oft mit Chralle usgstattet.

Die Segmentierig erlaubt de Spinne e unglaublichen Bewegungsradius. Si chönd vorwärts, rückwärts und siitwärts laufe und sich i ängschte Spalte verstecke. Aber d Bei sind nöd nur zum Renne da.

Taster vs. Bei: Warum mängisch 10 Bei zellt werded

Vili Lüüt, wo e grossi Huusspinne oder e Vogelspinne genau aalueged, chömed bim Zelle plötzlich uf zeh Gliedmasse statt acht. Händ die sich verzellt oder git s Usnahme? D Antwort lit i de sogenannte Pedipalpe. Das sind d Chiefertaster, wo ganz vorne am Chopf sitzed, direkt näbed de Chieferchlaue (Chelicere).

D Pedipalpe gsehnd bim erschte Hiiluege fascht genau gliich us wie chliini Bei. Si händ e ähnliche Ufbau und bestönd au us mehrere Segment. Bi vilne Spinnearten, bsunders bi Vogelspinne, sind si so lang und behaart, dass mer si liicht mit eme wiitere Paar Laufbei verwächsle chan. Aber ihri Funktion isch e ganz anderi:

  • Taschte und Schmöcke: Wie de Name scho seit, diened si als Taschtorgan. D Spinne «lueged» mit däne Taster ihri Umgebig aa.
  • Nahrigsufnahm: Si hälfed debi, d Büüti festzhebe und zum Muul z füere.
  • Fortpflanzig: Bi de männliche Spinne sind d Pedipalpe zu komplexe Begattigsorgan umgformt. Das isch oft s sicherste Merkmal, um Männli vo Wiibli z unterscheide. Bi de Männli gsehnd d Ändi vo de Taster oft us wie Boxhändsche.

Also: E Spinne hät immer acht Laufbei. Wänn es so usgseht, als wären s zeh, dänn händ Sie d Pedipalpe mitzellt.

Meisterwerk vo de Natur: Wie Spinnebei funktioniered

S Spannendschte a de Spinnebei isch nöd unbedingt d Azahl, sondern d Art und Wiis, wie si bewegt werded. Mir Mänsche und au d Insekte bruuched Muskle, um Glenk z büüge (Beuger) und Muskle, um si wider z strecke (Strecker). Bi de Spinne isch das andersch und viil raffinierter.

Hydraulik statt Muskle

Spinne händ zwar Muskle, um ihri Bei aazzie (Beugemuskle), aber si händ i gwüsse Glenk (bsunders im «Chnüü»-Glenk und im Metatarsus) gar kei Streckmuskle. Um d Bei wieder uszstrecke, nutzed Spinne en hydraulisches System. Si pumped Körperflüssigkeit (Hämolymphe) mit hohem Druck i d Bei. Dä Innendruck sorgt defür, dass sich s Bei streckt.

Das erchlärt au es Phänomen, wo jede scho mal beobachtet hät: Wänn e Spinne stirbt, zücht si d Bei unter em Körper zäme. Das liit dra, dass s Herz nüme schlat, de hydraulischi Druck abfallt und nur no d Beugemuskle dur ihri passivi Spannig wirked. D Spinne chrümmt sich also zäme, will de «Gegedruck» feelt.

Ohre a de Bei

Spinne händ kei Ohre im menschliche Sinn. Trotzdem «ghöred» si sehr guet. Das machid si über feinsti Höörli a de Bei, wo mer Trichobothrien nennt. Die Höörli sind extrem empfindlich uf Luftschwingige und Schallwälle. Wänn e Flüüge dur s Zimmer summt, spürt d Spinne d Vibratione i de Luft direkt über d Bei.

Zuesätzlich händs no anderi Sinnesorgan a de Bei, di sogenannte «Spaltsinnesorgan». Die mässed mechanischi Spannige im Chitinpanzer. So weiss d Spinne immer genau, wo si staht, wie fescht de Wind blast oder öb sich öpper im Netz verfanget hät. Mer chan also säge: E Spinne lauft uf ihrne Ohre und ihrne Nase.

Was passiert, wänn e Spinne eis Bei verlürt?

S Läbe vonere Spinne isch gföhrlich. Vögel, Echse oder anderi Spinne händs uf si abgeseh. Es chunt drum gar nöd so sälte vor, dass e Spinne eis oder sogar mehreri Bei verlürt. Für üs Mänsche wär de Verluscht vonere Gliedmasse e Katastrophe, für e Spinne isch es es kalkulierts Risiko.

Spinne beherrsched d Fähigkeit vo de Autotomie. Das heisst, si chönd bi Gfahr oder Verletzig es Bei gezielt abwerfe. Zwischen de Coxa (Hüftli) und em Trochanter (Schenkelring) gits e Sollbruchstell. Wänn e Spinne am Bei packt wird, chan si d Muskle det schlagartig zämezie und s Bei abtrenne. E speziells Ventil verschliesst d Wunde sofort, so dass d Spinne nöd verblüetet.

Und s Beschte chunt no: D Spinne chan s verlorene Bei wieder nahwachse lah. Das passiert während de Häutig. Da Spinne en feschte Chitinpanzer händ, müend si sich reglmässig hüüte, um z wachse. Wänn e Spinne no jung isch und sich no oft hüütet, chan es verlorenes Bei über eini oder zwei Häutige fascht vollständig regeneriert werde. S neue Bei isch am Aafang villicht chli chliiner und heller als di andere, funktioniert aber tadellos.

Spinne vs. Insekte: D Unterschiid schnell erchlärt

Obwohl beides Chrabbeltier sind, sind Spinne und Insekte öppe so wiit vonenand entfernt wie Vögel vo Säugetier. Damit Sie nie wieder durcheinander chömed, isch da e übersichtischi Lischte mit de wichtigschte Unterschiid:

  • Bei: Spinne händ 8 Bei, Insekte händ immer 6 Bei.
  • Körperbau: Spinne händ 2 Körperteil (Vorderliib & Hinterliib), Insekte händ 3 (Chopf, Brust, Hinterliib).
  • Fühler: Insekte händ Antenne (Fühler) am Chopf. Spinne händ kei Antenne (defür d Pedipalpe).
  • Auge: Insekte händ oft riesigi Facettenauge. Spinne händ meistens 6 bis 8 Einzelauge (Punktauge).
  • Flügel: Vili Insekte chönd flüüge. Es git kei einzigi Spinneart uf de Wält, wo flüüge chan (zum Glück, säged jetz sicher einigi!).

De Weberknecht: De Verwandti mit de lange Bei

En bsundere Fall isch de Weberknecht (in de Schwiiz au oft «Zimmermann» gnannt). Er gseht us wie e Spinne mit extrem lange, dünne Bei. Tatsächlich ghört er zu de Spinnethier und hät au acht Bei. Aber er isch kei echti Spinne (Webspinne).

De Hauptunterschiid: Bim Weberknecht sind Vorder- und Hinterliib zunere einzige, runde Chugele zämegwachse. Bi echte Spinne isch immer e dütlichi «Taille» zwüsched de zwei Körperteil erkennbar. Usserdem hät de Weberknecht kei Giftdrüese und chan au kei Spinnfäde produziere. Er isch also völlig harmlos. Sini überlange Bei diened ihm als Tastorgan, zum sich i de Dunkelheit z orientiere. Wänn er am Bei packt wird, wirft er s au ab – aber im Gegesatz zu de Spinne wachst s bim Weberknecht nöd nah.

Hüüfig gstellti Frage (FAQ) zu Spinnebei

Da Spinne so hüüfig vorchömed, gits natürlich vili Frage. Da sind di wichtigschte Antworten für alli Gwundrige.

Chönd Spinne über ihri eigne Bei stolpere?

Das isch e lustigi Vorstellig, aber nei, das passiert nöd. S Nervesystem vo de Spinne koordiniert d Bewegige vo alle acht Bei perfekt. Bi gwüsse Gangarte (z.B. bim schnälle Renne) hebed si immer en Teil vo de Bei a und lönd anderi am Bode, im enere «alternierende Stativ-Gang». Das isch biomechanisch extrem stabil.

Händ Spinne Chnüü?

Ja, im anatomische Sinn händ si Glenk, wo wie Chnüü funktioniered. S Segment «Patella» und s Glenk zwüsched Femur und Tibia erfülled genau die Funktion. Es erlaubt de Spinne, d Bei azwinkle und sich chliin z mache.

Warum chläbed Spinne nöd i ihrem eigne Netz fescht?

Das liit a de Bei und a de Technik. Erstens laufed Spinne meistens nur uf de «Speiche» vom Netz, wo nöd chläbrig sind. Zweitens händ si a de Fuessspitze (Tarsus) spezielli Chlaue und anti-haft Beschichtige (ölige Film), wo verhindered, dass si am chläbrige Spiralfade hange bliibed. Si tippe d Fäde nur ganz vorsichtig a.

Isch es schlimm, wänn ich e Spinne mit nur 7 Bei gsehne?

Überhaupt nöd. Wie oben erchlärt, hät d Spinne das Bei wahrschiinli zum Selbstschutz abgworfe. Si chunt au mit 7 oder sogar 6 Bei im Alltag no sehr guet zrecht und wird nöd verhungere.

D Bedütig vo Spinne für üses Ökosystem

Egal öb mer si grusig findet oder bewunderet, Spinne sind unverzichtbar für e gsundi Natur. Mit ihre acht Bei sind si extrem effizienti Jäger. Si fressid jedes Jahr tonnewiis Insekte, drunder vili Schädling wie Muggä, Blattlüüs und Motte, wo susch üsi Ernte zerschtöre oder Chrankheite überträge würded. Ohni Spinne würded mir i Insekte ersticke.

I de Schwiiz git s über 1’000 Spinnearten. Vo de chliine Springspinne a de Huuswand bis zur grosse Huusspinne im Chäller hät jedi ihri Nische gfunde. Ihri acht Bei sind s Resultat vo Millione Jahre Evolution, perfekt aapasst a s Luure, Renne, Klettere und Netzboue. Wänn Sie also s nächschte Mal en Achtbeiner gsehnd, dänked Sie dra: Das Tierli isch en nützliche chliine Hälfer und es Wunderwärch vo de biologische Ingenieurschunst – au wänn s villicht e paar Bei z vill hät für Ihre Gschmack.