Wer hät nöd scho mal d’Gschicht ghört, dass mer em Bambus bim Wachse zueluege chan? Es tönt fascht wie es Määrli us emene ferne Land, aber für vili Gärtner i de Schwiiz isch de Bambus eini vo de faszinierendste Pflanze überhaupt. Wänn d’Früeligsunne de Bode im Garte langsam ufheizt, fangt es under de Erde aa z’brodle. D’Erwartig isch gross, und d’Frag, wo sich jede Bambusbsitzer stellt, isch immer die gliichi: Wie schnell gaht’s dänn würklich? Isch es numen en Mythos oder wachst das Riesegras tatsächlich so rasant, dass es innert wenige Wuche e komplett neui Sichtschutzwand hiistelle chan? D’Antwort isch nid ganz eifach, will sie vo villne Faktore abhängt – vo de Sorte, em Bode, em Wätter und vor allem devo, wie guet d’Pflanze im Garte etabliert isch. Es lohnt sich also, e chli tüüfer i d’Biologie vo dem exotische Süessgras iiztauche, um s’Wunder im eigne Garte richtig z’verstah.
Das Geheimnis hinter de Gschwindigkeit: Teleskop-Technik
Um z’verstah, warum Bambus so verruckt schnell wachse chan, muess mer wüsse, dass er sich fundamental vo eusem heimische Holz unterscheidet. En Baum wachst langsam, bildet Jahrring und wird jedes Jahr dicker und höcher. De Bambus macht das ganz anderscht. Er isch biologisch gseh es Gras, und sini Halm, wo im Früelig us em Bode schüssed, sind scho fix und fertig aagleit.
Mer chan sich das vorstelle wie es alts Fernrohr oder e Teleskop-Antenne. Alli Segment, die sogenannte Internodien, sind im chline Spross scho vorhande, eifach no inenand geschobe. Wänn de Startschuss fallt, pumpet d’Pflanze Wasser i d’Zelle und de Halm schiebt sich wie es Teleskop usenand. Das isch de Grund, wieso de Bambus i de Wachstumsphase kein neue Zelle meh muess bilde – er muess di vorhandene nur no strecke. Das verbrucht extrem viel Energie, aber es erklärt di enorm Gschwindigkeit.
Zudem isch wichtig z’wüsse: De Halm, wo us em Bode chunnt, hät scho sin endgültige Durchmesser. Er wird nümme dicker, nur no höcher. En dicke «Moso-Bambus», wie mer en us Asie kennt, chunt also scho als dicks Rohr us de Erde. I de Schwiiz sind d’Halm zwar meistens chli dünner, aber s’Prinzip blibt s’gliiche.
Fargesia oder Phyllostachys: Es chunnt uf d’Sorte aa
Nöd jede Bambus isch en Sprinter. Wänn mir i de Schwiizer Gärte lueged, gits hauptsächlich zwei grossi Gruppen, wo verbreitet sind, und die verhalted sich bim Wachse rächt unterschiedlich:
- Fargesia (Horstbildende Bambus): Das isch de Liebling vo viele Gärtner, will er kei unterirdische Usläufer (Rhizome) bildet. Er wachst brav amene Ort und wird eifach immer breiter. Sini Wachstumsgschwindigkeit isch moderat bis schnell, aber er erreicht sini Endhöchi meistens chli langsamer als sin «böse» Brüeder. Typischi jährliche Zuegwüchs liged da bi guete Bedingige zwüsched 30 und 50 Zentimeter a Höchi bi junge Pflanze, bis sie ihri Endhöchi vo meistens 2 bis 4 Meter erreicht händ.
- Phyllostachys (Usläuferbildende Bambus): Das sind die Gigante. Ohni e solider Rhizomsperre dörf mer die nie setze, suscht hät de Nachber bald meh devo als eim lieb isch. Aber wänn’s um Gschwindigkeit gaht, sind das d’Weltmeister. En etablierte Phyllostachys chan i de Schwiiz locker 20 bis 50 Zentimeter pro Tag wachse, wänn’s warm und füecht isch. I sechs Wuche chan so en Halm vo Null uf 6 oder 8 Meter schüsse.
Wänn wachst er dänn genau? De Jahreszyklus
Vili Lüt sind enttüscht, wänn sie en Bambus pflanzt händ und s’ganze Jahr über passiert nüt. Das lit dra, dass Bambus e sehr strikti «Saisonarbeit» verrichtet. Im Gegesatz zu andere Pflanze, wo de ganz Summer über chli wachsed, hät de Bambus e explosionsartigi Phase.
I de Schwiiz startet die Phase meistens, wänn de Bode warm gnueg isch. Das chan je nach Region und Höchelag vo Mitti April bis Ändi Mai si. Sobald die neue Sprosse, d’Rhizomknospe, us de Erde lueged, gaht’s los. Dänn gits für öppe 4 bis 6 Wuche kei Halte meh. I derre Ziit steckt d’Pflanze all ihri Energie i s’Höchewachstum.
Nach dere churze, heftige Phase isch s’Höchewachstum für das Jahr beendet. Ja, richtig ghört: Ab Juli oder August wachst de Halm kein Zentimeter meh. Dänn fangt d’Pflanze aa, d’Zwiig und d’Bletter uszklappe (das nennt mer Beblätterung) und sammlet Energie für s’nächste Jahr. Im Herbst und Winter stärkt de Bambus sini Wurzle, damit er im nächste Früelig no höcheri und dickeri Halm produziere chan.
D’Legände vom eine Meter pro Tag: Realität i de Schwiiz
Mer liest immer wieder vo Bambusarte, wo über eine Meter am Tag wachsed. Das isch zwar biologisch möglich, aber das passiert vor allem i de Tropen bi extrem hoher Luftfüechtigkeit und höche Temperature, und au döt nur bi gwüsse Riese-Sorte.
Aber was heisst das für en Garte im Aargau, in Züri oder im Bärnbiet? I eusem Klima sind Wachstumsrate vo 10 bis 30 Zentimeter pro Tag während de Hochsaison durus realistisch, vor allem bi grössere Phyllostachys-Beständ. Das bedütet, mer chan am Morge mässe und am Abig gseht mer tatsächlich en Unterschied. Bi de Fargesia-Sorte isch es eher weniger spektakulär, aber immer no beeindruckend im Vergliich zu enere Thuya-Hecke oder emene Chirschlorbeer.
En wichtige Faktor isch s’Alter vo de Pflanze. Es git es alts Gärtner-Sprichwort, wo für Bambus sehr guet passt:
«Im erschte Jahr schlaft er, im zweite Jahr chrücht er, im dritte Jahr springt er.»
E frisch pflanzte Bambus wird im erste Jahr chum Zuegwuchs zeige, will er zerscht sis Wurzelsystem muess etabliere. Erst wänn gnueg «Power» im Bode gspeicheret isch, chömed die richtige Rakete-Halm.
Optimali Bedingige: So hilft mer em Wachstum nah
Damit de Bambus sini Rekordgschwindigkeit au würklich erreicht, brucht er meh als nur Liebi. Er isch en «Starkzehrer», was nüt anders heisst, als dass er en enorme Appetit hät. Ohni Fuetter kei Leistig.
Wasser als Triibstoff
Das wichtigste Element für s’Teleskop-Wachstum isch Wasser. Da d’Zellstreckig dur Wasserdruck funktioniert, muess de Bode während de Wachstumsphase (Mai/Juni) immer füecht si. Wänn’s i dere Ziit troche isch und mer nöd güsst, stoppt de Bambus s’Wachstum sofort. Einmal gstopft, fangt de Halm meistens nümme aa z’wachse, au wänn’s später wieder rägnet. Er blibt dänn eifach chliiner, als er hetti chönne werde.
Dünger zur richtige Ziit
Bambus brucht extrem viel Stickstoff. Am beschte düngt mer scho im März, bevor de Austrieb losgaht. Spezielle Bambusdünger oder au jede stickstoffhaltige Rasedünger funktioniered guet. Silizium isch ebenfalls wichtig für d’Stabilität vo de Halm, drum isch spezielles Bambus-Substrat oder Gesteinsmehl oft e gueti Ergänzig. Wer sin Bambus verhungere laht, wird gseh, dass d’Halm dünn blibed und d’Pflanze liechter gälbi Bletter bechunt.
S’Klima und de Standort
Bambus liebt Wärme. En sonnige, windgschützte Standort sorgt defür, dass d’Pflanze im Früelig schneller «aaspringt». I raue Lage oder i de Berge fangt s’Wachstum später aa und d’Endhöchi blibt oft chli gringer als im milde Flachland.
Häufigi Fehler, wo s’Wachstum brämset
Mängisch häts Gfühl, de Bambus will eifach nöd. Meistens ligts a eim vo däne Gründ:
- Staunässi: Bambus liebt Wasser, aber er hasst nassi Füess. Wänn s’Wasser im Bode nöd abfliesst, fuled d’Wurzle (Rhizome) und d’Pflanze stirbt langsam ab, statt z’wachse. E gueti Drainage isch Pflicht.
- Z’wenig Platz im Topf: Vili Lüt haltet Bambus im Chübel uf em Balkon. Wänn de Topf z’chli isch, chönd d’Wurzle nümm wachse und d’Pflanze stagniert. Bambus im Topf muess mer all paar Jahr teile oder umtopfe.
- Falschi Sorte: Wer en Riese-Bambus (z.B. Phyllostachys vivax) chauft, aber i de Schwiiz uf 1000 Meter Höchi wohnt, wird nie die gigantische Usmass gseh, will d’Winter eifach z’hart und d’Summer z’churz sind.
S’Phänomen vom «Summer-Bambus»
Es git e chliini Usnahm vo de Früelings-Regle. Gwüssi Fargesia-Sorte mached im Spätsummer oder Herbscht no en «zweite Schub». Das sind oft chliineri Halm, wo nümme ganz so hoch werded, aber d’Pflanze dichter mached. Bi däne Herbsthalm isch es i de Schwiiz aber gfährlich: Wänn de Winter früe chunt und d’Halm no nöd ganz verholzt und uusghärtet sind, chönd sie bim erste starche Frost abfrüüred. Dänn lohnt es sich, d’Pflanze mit eme Vlies z’schütze oder de Bode guet mit Laub abzdecke.
Hüfig gstellti Frage (FAQ)
Wie schnell wachst Bambus im erschte Jahr nach em Pflanze?
Im erschte Jahr passiert meistens nöd viel a de Oberflächi. D’Pflanze konzentriert sich druf, im Bode aazcho und Wurzle z’bilde. Rechned Sie mit chum Zuegwuchs oder nur chliine, dünne Hälmli. Geduld isch da die wichtigst Tugend.
Chan ich de Bambus eifach oben abschniide, wänn er z’hoch wird?
Ja, das isch problemlos möglich. De Bambus wachst nöd wie en Baum wieder wiiter a de Schnittstell. Wänn Sie en Halm uf 2 Meter chürzed, blibt er für immer 2 Meter hoch. Er wird oben aber nümme schön spitz si, sondern bildet dänn siitlichi Zwiig und Bletter, wird also buschiger. De beschti Ziitpunkt defür isch, wänn de Halm fertig gwachse isch und d’Siitezwiig aafanged usklappe.
Welchi Bambus-Sorte wachst am schnellschte als Sichtschutz?
Für en schnelle Sichtschutz i de Schwiiz sind Fargesia-Sorte wie Fargesia robusta ‚Campbell‘ sehr beliebt. Sie wachsed ufrecht, sind winterhart und bruched kei Rhizomsperre. Wänn mer aber en sehr höche und massive Schutzwand innert kürzeschter Ziit wett und Platz für e Rhizomsperre hät, dänn isch Phyllostachys bissetii unschlagbar i de Wüchsigkeit und Kältetoleranz.
Was passiert, wänn ich bim Phyllostachys d’Rhizomsperre vergisst?
Das wird nach 2-3 Jahr zumene ernschthafte Problem. Die Rhizome wanderet meterwiit unter de Erde dur – unter em Rase, zum Nachber oder sogar unter Plattenwäg dur. Die spitze Trieb chönd Folie und sogar dünne Asphalt durbroche. E nachträglichi Installation vo de Sperre isch extrem ufwändig, will mer de ganz Garte muess umgrabe.
Wieso werden mini Bambusblätter gälb und falled ab?
Im Herbscht isch das normal, wänn de Bambus öppe 30% vo sine alte Bletter abwirft (Mauser). Wänn’s aber im Früelig oder Summer passiert, isch es meistens es Zeiche für Stress: Entweder Staunässi (Wurzle fuled), Trockeheit oder extremer Nährstoffmangel (Stickstoff). Checket Sie zersch d’Füechtigkeit im Bode.
Bambus als gstalterischs Elemänt nütze
D’Faszination am Wachstum vom Bambus isch das eine, aber sini Uusstrahlig im Garte isch das andere. Will er so schnell sini Endhöchi erreicht, isch er s’perfekte Werkzüg für unguduldigi Gärtner, wo Struktur schaffe wänd. Im Gegesatz zu ere Eibe-Hecke, wo Jahrzehnte brucht, chan en Bambushain innert füüf Jahr en Garte komplett verwandle. S’Ruschle vo de Bletter im Wind und die grafische Linie vo de Halm bringed e Ruhe und Eleganz, wo zu moderne Schwiizer Hüüser genauso passt wie zumene verträumte Naturgarte. Wichtig isch nur, dass mer sini Wuchskraft respektiert und ihm de Platz git – oder d’Grenze setzt – wo er brucht. Wer das beachtet, hät mit em Bambus en treue und spektakuläre Begleiter durch d’Jahresziite.
