Glas isch eis vo de faszinierendste Materialie, wo mir im Alltag begägnet. Es isch überall um eus ume: De Morgefangt mit em Kafi us de Glastasse aa, de Blick dur d Feischterschiibe verratet eus s Wätter, und s Smartphone, wo mer mehrmals pro Stund i d Hand nämed, wär ohni s robuste Display chum vorstellbar. Obwohl Glas so omnipräsent isch und d Mänschheit siit Jahrtusige begleitet, wüssed die meischte vo eus eigentlich erstuunlich wenig darüber. Es würkt ufs erscht Aug wie en starre, feschte Stoff, aber physikalisch gseh isch es eigentlich e «unterchüelti Flüssigkeit», wo imene amorphe Zuestand erstarret isch. Das tönt kompliziert, bedüütet aber eifach gseit, dass d Molekül im Glas nöd so schön gordnet sind wie i Kristalle, sondern eher chli durrenand, genau wie imene flüssige Zuestand, eifach feschtgefore. Aber us was bstaat das Wunderzüüg eigentlich genau und vor allem: I euserer hütige Ziit, wo Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, müemer eus fröge, öb Glas würklich so umwältfründlich isch, wie mir immer meined, oder öb de schwere Transport und die hoche Temperature bi de Herstellig d Ökobilanz vertrüebed.
D Ur-Zuetate: Us was wird Glas eigentlich gmischet?
Wänn mer Glas aaluegt, chönnt mer meine, es sig es hochtechnologischs Produkt. Aber d Basis vo jedem herkömmliche Glas – also dem, wo mir als Fläsche, Gläser oder Fenschter känneder – sind eigentlich ganz eifachi, natürlichi Rohstoff, wo s uf de Ärde wie Sand am Meer git. Und genau das isch au de Hauptbestandteil.
Quarzsand (Siliciumdioxid) macht de allergröschte Teil vo de Mischig us, meischtens so um die 70 Prozänt. Sand isch de Stoff, wo s Glas bildet. Wänn mer reine Quarzsand würd schmelze, bechäm mer «Quarzglas». Das isch extrem hitzebeständig und chemisch stabil, aber es hät en riesige Nachteil: De Sand schmilzt erscht bi über 1700 Grad Celsius. Das bruucht enorm viel Energie und isch für d Masseproduktion vo Getränkefläsche vill z tür und z ufwändig.
Drum bruucht s Glasmischig no witeri «Zuetate», zum d Verarbeitig eifacher mache. De zweiti wichtig Stoff isch Soda (Natriumcarbonat). Soda wirkt als sogenannts Flussmittel. Es sorgt defür, dass de Schmelzpunkt vom Quarzsand dütlich sinkt, nämli uf öppe 1400 bis 1500 Grad. Das spart Energie. Allerdings hät s Soda e Näbewirkig: Es macht s Glas wasserlöslich. E Fläsche, wo sich ufllöst, wänn Wasser dri chunnt, wär zimli nutzlos.
Damit s Glas also stabil und wasserfescht blibt, chunnt die dritti Hauptkomponente is Spiel: Kalk (Calciumcarbonat). De Kalk sorgt für d Herti und d chemische Beständigkeit vom Glas und macht es langläbig. Näbed däne drü Hauptstoff (Sand, Soda, Kalk) gits dänn no verschiedeni Zuesätz, je nachdem, was mer mit em Glas vorhät. Zum Bispiel werded Metalloxid bigmischt, zum s Glas z färbe. Iseoxid und Chromoxid mached s Glas grüen, Kobaltoxid machts blau.
Ganz wichtig bi de moderne Glasproduktion sind aber nöd nur die frische Rohstoff, sondern d Scherbe. Altglas isch hützutags de wichtigschti Rohstoff bi de Herstellig vo neuem Glas. Wänn mer Scherbe i de Schmelzofe git, bruucht mer weniger Energie, will d Scherbe schneller schmelzed als s Gemisch us Sand, Soda und Kalk. Je nach Glasfarb chönned bis zu 90 Prozänt vom neue Glas us alte Scherbe bestaa.
De Energiehunger: D Kehrsiite vo de Medaille
Jetzt wümmer wüsse, was drin isch, aber das beantwortet no nöd d Frag, öb es au guet für d Natur isch. Eines vo de gröschte Problem bim Glas isch de Energieverbruuch bi de Herstellig. Egal wie viel Scherbe mer dri rüert, d Öfe müend 24 Stund am Tag, 7 Tag i de Woche uf extrem hoche Temperature laufe. Wänn en Glasofe eimal abgstellt wird und abchüelt, gaat er meischtens kaputt, will s Glas drin verhertet und d Schamottstei (d Isolierig) Riss bechömed. Das heisst, d Glasindustrie isch extrem energieintensiv.
Die Energie chunnt hüfig no us Erdgas oder Öl, was CO2-Emissionen verursacht. Zwar schaffet d Industrie a neue Technologie, wie zum Biispiel Öfe, wo mit Strom oder Wasserstoff betriebed werded, aber flächedeckend isch das no nöd überall iigfüert. Im Vergliich dezue bruucht d Herstellig vo Plastikfläsche (PET) zwar au Erdöl als Rohstoff, aber d Verarbeitigstemperature sind dütlich tüüfer. Rein vo de Herstellungsenergie hät Glas also oft s Nachseh gegeüber Liechtverpackige.
S Gwicht: Warum de Transport so entscheidend isch
En wiitere Punkt, wo d Ökobilanz vo Glas starch beiiflusst, isch s Gwicht. Glas isch schwer. Sehr schwer. E leeri 1-Liter-Glasfläsche wiegt locker 500 Gramm oder meh, während e verglichbari PET-Fläsche nur öppe 30 bis 40 Gramm uf d Waag bringt. Wänn mer jetzt Getränk über langi Distanze transportiert, fahrt de LKW bi Glasfläsche zur Hälfti nur Verpackigsgwicht durch d Gegend.
Das füert dezue, dass Glas ökologisch gseh vor allem dänn Sinn macht, wänn d Transportwäg churz sind. Es Mineralwasser us de Region i de Glasfläsche isch ökologisch verträtbar. Aber es Wasser i de Einweg-Glasfläsche, wo vo Italie oder Frankriich i d Schwiiz charret wird, hät wägem Transport en sehr schlechte CO2-Fuessabdruck. Da isch d Plastikfläsche oder sogar d Aluminiumdose mängisch sogar ökologischer, eifach will viel meh Inhalt pro LKW transportiert werde chan.
D Stärchi vo Glas: Mehrweg und Recycling
Aber warum gilt Glas dänn trotzdem oft als s umwältfründlichere Material? Das liit a zwei entscheidende Eigeschafte: Inertheit und Recyclingfähigkeit.
«Inert» bedüütet, dass Glas nöd mit em Inhalt reagiert. Es git kei Weichmacher ab, es nimmt kein Gschmack aa und es lat kein Suurstoff dur d Wandung (anders als PET, wo Gas durlaa chan, drum verlüürt Cola i PET-Fläsche mit de Ziit d Cholesüüri). Usserdem isch Glas gsundheitlich absolut unbedenklich. Das macht es zur perfekte Verpackig für Lebensmittel.
De gröschti Trumpf isch aber d Kreislaufwirtschaft. Glas cha theoretisch unendlich oft eingeschmolze werde, ohni dass d Qualität drunder liidet. Bi Plastik werded d Molekülchöttene bim Recycling chürzer, d Qualität sinkt (Downcycling), und mer cha nöd immer wieder neui Fläsche drus mache. Bi Glas isch «Fläsche zu Fläsche» de Standard. Besonders i de Schwiiz, wo mer e Sammelquote vo über 90% händ, funktioniert das System hervorragend. Das spart Rohstoff und schont d Landschaft, will weniger Sand und Chies abbaut werde mues.
No besser als Recycling isch aber Mehrweg. E robusti Glasfläsche cha bis zu 50 Mal gwäsche und neu befüllt werde, bevor sie eingeschmolze wird. Wänn so e Mehrwegfläsche i de Region vertriebe wird (kurzi Wäg), dänn isch sie ökologisch gseh fast unschlagbar und schlat jede Einweg-Plastikfläsche.
Problemstoff im Altglas: Uf was mer mues achte
Damit s Recycling funktioniert, mues s gesammlete Glas so rein wie möglich sii. Fremdstoff sind de Horror für jedi Glashütte. Vor allem Keramik, Stei und Porzellan (KSP) sind problematisch. Wänn öpper us Versehe en Teller oder e Tasse is Altglas rüert, cha das e ganzi Charge ruinierä. Warum? Will Keramik en viel höchere Schmelzpunkt hät als Glas. Im fertige neue Glas bliibed dänn chliini Chlümpali vo de Keramik zrugg. Das gseet nöd nur wüescht us, sondern macht s Glas instabil – d Fläsche chönnt bim Abfülle platze.
Au falschi Glasarte störed. Hitzebeständigs Glas (wie Pyrex-Auflaufforme oder Laborglas) ghört nöd is Altglas, will es au en andere Schmelzpunkt hät. Trinkgläser übrigens au nöd, will die oft en andere chemische Mix händ (z.B. Bleikristall), wo d Zämesetzig vom Recyclingglas veränderet.
Hüfig gstellti Frage (FAQ)
Hier beantwortet mer e paar vo de wichtigschte Frage, wo immer wieder auftauched, wänn mer vor em Glascontainer staat:
Ghört blaues oder rotes Glas in de grüene Container?
Ja! S System isch so: Wiissglas mues strikt wiiss sii, Bruunglas mues strikt bruun sii. Grüenglas hingege vertreit am meischte «Verunreinigunge» durch anderi Farbe. Drum gilt d Regle: Alles, was nöd wiiss oder bruun isch (also blau, rot, gelb, schwarz), chunt is Loch fürs grüene Glas. S Grüen schluckt die andere Farbe bim Schmelze am beschte.
Mues ich d Fläsche und Gläser vorher auswäsche?
Nöd unbedingt blitzblank mit Spüli und heissem Wasser, das wär Energieverschwendig dihei. Aber sie sötted «löffelrein» sii. Das heisst, es sött nöd no de halbi Inhalt drin sii, will das stinkt, d Container verschmutzt und Ungeziffer aalockt. E chli mit chaltem Wasser usspüle oder guet uschratze langt aber vollkomme.
Dörfed Deckel mit in Container?
Idealerwiis nimmt mer d Deckel dihei ab und entsorgt sie separat (Alu, Blech oder Abfall). Aber di moderne Recyclingalage händ hützutags starchi Magnete und Wirbelstromabscheider, wo d Deckel usefilteret. Wänn also mal en Deckel dra bliibt, isch das kein Weltuntergang, aber ohni isch es effizienter für d Alag.
Verrottet Glas i de Natur?
Nei, praktisch nöd. Glas isch chemisch so stabil, dass es zähntuusigi vo Jahre bruucht, bis es dur Erosion zu Sand zerriibe wird. E Glasfläsche im Wald bliibt ewig dört, wänn sie niemert uflist. Zudäm isch sie e Gfahr für Tier (Schnittverletzige) und cha im Sommer dur de Brennglaseffekt Waldbränd auslöse.
Ghört Fenschterglas is Altglas?
Nei! Fenschterglas hät e anderi chemischi Zämesetzig als Verpackigsglas. Es mues separat entsorgt werde (Bauschutt oder spezielli Sammelstelle im Werchhof).
Tipps für de nachhaltigi Umgang mit Glas im Alltag
Zum Schluss gaats drum, was mir als Konsumente chönd mache, damit Glas e gueti Wahl blibt. S Zauberwort heisst «Wiederverwändig». Bevor es Glas i de Container wanderet, sött mer überlegge, öb mers nöd no bruuche chan. Konfi-Gläser oder Gurkegläser eignet sich hervorragend zum Reste ufbewahre, Gwürz lagere oder sogar zum Iifrüüre (dabei aber ufpasse: s Glas nöd ganz fülle und de Deckel nöd sofort fest zueschruube, damit sich s Gfrorne usdähne cha).
Wänn mer Iichaufe gaat, lohnt es sich, uf Mehrweg-Pfandsystem z setze, wo immer es gaat. I de Schwiiz isch das zwar weniger verbreitet als zum Biispiel z Dütschland, aber es git immer meh Aabieter, wo uf gwäschni Fläsche setzed. Und ganz wichtig: Regional chaufe. De Wi us de Region i de Glasfläsche isch ökologisch top. De Wi us Kalifornie i de schwere Glasfläsche isch ökologisch flop – det wär dänn de «Bag-in-Box» (Wi im Karton) tatsächlich vill besser für d Umwält. Am Endi vom Tag isch Glas es wunderbars, hochwertigs Material, wo eusi Wertschätzig verdient hät. Wänns richtig recycelt oder wiederverwendet wird, isch es en echte Held vo de Kreislaufwirtschaft.
