Handball isch eine vo de schnällschte und dynamischschte Sportarte, wo’s git. Wer s erschte Mal i d Halle gaht oder de Sport am Fernseher luegt, wird sofort i de Bann zoge vo de Herti, de Gschwindigkeit und de Emotione. Aber e Frag, wo immer wider uftaucht – sig es bi Eltere vo Juniore oder bi neue Fans – isch: Wie lang gaht so es Handballspiil eigentlich genau? Klar, me ghört oft vo de «60 Minute», aber i de Realität isch es ebe doch chli komplexer. Anders als bim Fuessball, wo d Uhr oft eifach wiiterlauft, gits im Handball spezielli Regle für d Ziitmässig, d Pause und Unterbrüch. Wenn du also en Namittag i de Halle plansch oder wüsse wotsch, wie lang dini Chind ufem Feld stönd, lohnt sich en genaue Blick uf d Regle und d Details vo de Spiilziit.
Die offizielli Spiilziit bi de Erwachsene
Grundsätzlich isch d Sach bi de Aktive, also bi de Herre und Fraue abem 19. Lebensjahr, relativ klar greglet. Es regulärs Handballspiil bestah us zwei Halbziite. Jede vo dene Halbziite duuret exakt 30 Minute. Das heisst, die reini Nettospiilziit betreit 60 Minute. Doch zwüschedrine gits e Pause.
D Halbziitpause isch im Handball extrem wichtig. Nöd nur für d Erholig vo de Spieler, sondern au für d Trainer, um taktischi Anpassige vorznäh. Im Breitestport und i de tüüfere Ligen duuret die Pause meistens 10 Minute. I de professionelle Ligen, wie biespielswiis i de Quickline Handball League i de Schwiiz oder i de dütsche Bundesliga, wird d Pause oft uf 15 Minute verlängeret. Das hät oft organisatorischi Gründ, zum Biespiel wegem Fernsehe oder wäge Show-Iilage i de Halle.
Zämgrechnet muesch also für es normales Liga-Spiil mit öppe 75 bis 80 Minute rechne, wenn alles glatt lauft. Aber wie jede Handballfan weiss: Es lauft selte alles «glatt», und d Uhr staht im Handball öfters still, als me meint.
Spiilziite im Jugendhandball: Nöd alli spiled 60 Minute
En wichtige Punkt für Eltere isch, dass d Spiilziit starch variiert, je jünger d Spieler sind. De Schwiizerische Handball-Verband (SHV) hät da klari Vorgabe, um d Belaschtig für d Chind und Jugendliche aazpasse. Schliesslich isch 60 Minute Vollgas-Handball für en 10-Jährige körperlich nöd sinnvoll. Hier isch e Übersicht, wie d Ziite i de verschidene Kategorie i de Regel usgsehnd:
- U19 (A-Jugend) und U17 (B-Jugend): I dem Alter wird bereits wie bi de Erwachsene gspillt. Das heisst, es sind volli 2 x 30 Minute. D Intensität isch da scho sehr höch.
- U15 (C-Jugend): Da wird d Ziit chli reduziert. Normalerwiis wird 2 x 25 Minute gspillt. D Pause isch meistens 10 Minute lang.
- U13 (D-Jugend): Bi de U13 wird d Spiilziit wiiter aapasst, oft uf 2 x 20 oder 2 x 25 Minute, je nach Modus und Region.
- U11 und U9 (E-Jugend und Animation): Da staht de Spass und s Lerne im Vordergrund. Oft wird a Turnierforme (Spieltäg) teilgnah, wo d Spiilziite dütlich chürzer sind (z.B. 15-20 Minute pro Match), defür hät me mehreri Mätsch amene Tag.
Wenn d Uhr stillstaht: Time-outs und Unterbrüch
Im Verglich zum Fuessball isch d «Bruttospiilziit» im Handball dütlich länger als die aazeigte 60 Minute. Das liit a de verschiedene Gründ, werum d Uhr aaghalte wird (sogenannts «Time-out» dur de Schiedsrichter oder d «Grüeni Charte» dur d Trainer).
Das Team-Time-out (TTO)
Jedi Mannschaft hät s Rächt, pro Halbziit ei sogenannti «Grüeni Charte» z lege, also es Team-Time-out z näh. Insgesamt staht jedem Team i de reguläre Spiilziit drüü söttigi Uusziite zue (wobei maximal zwei pro Halbziit gno werde dörfed und i de letschte 5 Minute vom Spiil nur no eis pro Team erlaubt isch, sofern s Kontingent nöd ufbruucht isch). Es Time-out duuret ei Minute. Während dere Ziit staht d Uhr still. Das sind also scho potenziell 6 Minute zuesätzlichi Ziit, wo me i de Halle verbringt.
Schiedsrichter-Unterbrüch
D Uhr lauft im Handball zwar bi ghöne Fouls oder Freiwürf oft wiiter, aber es git Situatione, wo d Schiedsrichter d Ziit aahaltet (Signal mit de Händ als «T» geformt). Das passiert bi:
- Bestrafige: Wenn e 2-Minute-Straf, e roti oder e blaui Charte usgsproche wird.
- Verletzige: Wenn en Spieler behandlet werde mues ufem Feld.
- Bode wüsche: Wenn Schweiss oder Wasser ufem Bode isch und d Rutschgfahr z gross wird – öbbis, wo im Handball sehr oft vorchunt.
- Ballverluscht: Wenn de Ball wiit weg flügt und nöd sofort en Ersatzball parat isch.
- 7-Meter: Nöd immer, aber oft wird d Ziit bimene Siebemeter aaghalte, bsunders wenn de Goalie gwächselt wird oder s Spiel knapp isch.
All die chliine Unterbrüch sorge defür, dass e Halbziit locker mal 35 bis 40 Minute Echtziit bruuche chan.
Verlängerig und Entscheidigshilf: Wenn 60 Minute nöd langed
Im normale Liga-Betrieb chan es Handballspiil Unentschide ende. Denn isch nach 60 Minute fertig und beidi Teams bechömed je ein Punkt. Aber i Cup-Spiele (Schwiizer Cup) oder i de Playoffs (Meischterschaftsentscheidig) mues es en Sieger geh. Und denn gaht de Match i d Verlängerig.
Di erschti Verlängerig duuret 2 x 5 Minute mit ere churze Pause vo 1 Minute dezwüsche. Isch es danach immer no unentschide? Denn gits e zweiti Verlängerig, wider 2 x 5 Minute.
Sött es sälbscht nach 80 Minute reiner Spiilziit (60 regulär + 10 Verlängerig 1 + 10 Verlängerig 2) no kei Sieger geh, chunt s dramatischschte Element vom Handballsport zum Zug: s 7-Meter-Wärfe. Hier treted je 5 Schütze pro Team aa. Das Prozedere chan nomal guet 10 bis 15 Minute duure, bis d Entscheidig gfalle isch. E söttigs «Monster-Spiil» chan für d Zueschauer also guet und gern über zwei Stunde nerveuufriebendi Spannig bedüüte.
S’Phänomen vo de «letschte Minute»
En spannende Aspekt im Handball isch, wie sich d Wohrnehmig vo de Ziit veränderet. Die letschte 60 Sekunde vomene knappe Spiil chönd sich aafühle wie e Ewigkeit. De Grund defür isch Taktik und Regle. Trainer nämed ihr letschts Time-out oft genau i dere Phase. Zudem sind d Schiedsrichter aaghalte, i de «Crunch Time» d Uhr konsequenter aazhalte, damit kei Team dur Ziitschinde («Unsportlichs Verhalte») en Vorteil bechunt.
Siet es paar Jahr gits zudem die «letschti 30 Sekunde Regle». Wenn i de letschte 30 Sekunde en Verteidiger en grobe Regelverstoss begeht oder de Ball blockiert, um de Gegner am Aagriff z hindere, gits nöd nur Rot, sondern automatisch en 7-Meter für de Gegner – egal wo s Foul passiert isch. Das hät d Dramatik am Schluss no erhöht und d Ziit subjektiv no meh i d Länge zoge.
Hüfig gstellti Frage (FAQ) zur Handball-Spiilziit
Es git immer wider Unsicherheite bezüglich de Ziitmässig. Hier sind die wichtigschte Antworte uf Schwiizerdütsch:
Frage 1: Lauft d Ziit bimene 7-Meter wiiter?
Grundsätzlich ja. De Schiedsrichter hät aber d Möglichkeit, d Ziit aazhalte (Time-out), wenn er merkt, dass d Verzögerig z lang gaht (z.B. bimene Goalie-Wechsel). I de Schlussphase wird d Ziit aber fascht immer aaghalte.
Frage 2: Wie lang dörf en Aagriff duure?
Es git kei «Shot Clock» wie im Basketball. Aber es git s «Passive Spiil» (Ziitspiel). Wenn d Schiedsrichter s Gfühl händ, dass e Mannschaft nöd versuecht, es Tor z mache, hebed si de Arm (Warnzeiche). Ab denn dörf s Team nur no maximal 4 Päss spiele, bevor de Abschluss ufs Tor muss erfolge. Suscht gits Freiwurf für de Gegner.
Frage 3: Was passiert, wenn d Sirene während eme Wurf ertönt?
Wenn de Ball d Hand vom Werfer verlah hät, bevor d Sirene (Schlusspfiff) ertönt, zellt s Tor, wenn er dri gaht. Wenn es Foul passiert isch, genau wenn d Ziit abglaufe isch, gits no en direkte Freiwurf nach Ablauf vo de Ziit. De muss denn direkt ufs Tor gworfä werde – oft dur e «Muur» vo de Gegner.
Frage 4: Wie lang wartet me i de Halle insgesamt?
Für es normales Ligaspiel muesch mit Iilaufe, Vorstellig vo de Teams, em Spiel sälber und de Pause mit öppe 90 bis 100 Minute Event-Duur rechne.
Tipps für de Bsuech i de Handballhalle
Wenn du dich entscheidisch, es Handballspiil live z verfolge – sig es bim örtliche Verein oder bimene Spitzekampf – denn lohnt es sich, nöd z knapp z cho. Oft isch s Iilaufe vo de Mannschafte scho en Teil vo de Show, und bi de Juniore isch s Ufwärme wichtig, um d Verletzigsgefahr z minimiere.
Bedänk au, dass Handball en sehr enge Takt hät. Anders als bim Fuessball, wo me mal «gemütlich» es Bier go hole chan während em Spiel, verpasst me im Handball innert zwei Minute oft drüü bis vier Tor. D Intensität isch höch, und d Nettospiilziit isch sehr nooch a de Bruttospiilziit, wenn me d Time-outs mal wegrechnet.
Für Eltere vo Juniore bedütet das: Es U13-Turnier am Sunntig chan zwar churzi Einzelspiili ha, aber dur d Pausen zwüsched de Mätsch oft de ganzi Namittag fülle. Es lohnt sich also, Verpflegig und e gueti Portion Gduld mitznäh. Aber defür bechunt me Action, Leidenschaft und Emotione botte, wo kaum en andere Sport i dere Chürzi vo de Ziit so intensiv liefere chan. Wer eimal i de «Crunch Time» i de letschte Minute vomene Handballspiil mitgfieberet hät, weiss: Die 60 Minute sind jedi Sekunde wert.
