Werum isch s Meer salzig? D’Ursache eifach erchlärt

Jede, wo scho mal im Meer badet hät, kännt dää Moment: Me taucht under, schluckt us Versehe e chli Wasser und sofort zieht’s eim alles zäme. De Gschmack isch eidütig und unverwächselbar salzig. Aber häsch dich scho mal gfröget, werum das eigentlich so isch? S’Wasser i öisere Seeä und Flüss – wie em Zürisee oder em Rhy – schmöckt ja schliesslich nöd nach Salz, sondern frisch und neutral. Werum also isch de Ozean so e riesigi Salzlake, während s’Wasser uf em Land meistens Süesswasser isch? Di Antwort isch e faszinierendi Reis dur d’Geologie, d’Chemie und d’Gschicht vo öisem Planete, wo Milliarde vo Jahre zrugggaht. Es isch nöd eifach öpper cho und hät en riesige Salzstreuer überem Pazifik uusgleert; es isch en komplexe Prozess, wo hüt immer no stattfindet.

De Iifluss vom Räge und de Stei

Um s’Salz im Meer z’verstah, mues me zerscht mal luege, wo s’Wasser eigentlich herchunnt. Alles fangt bim Wasserchreislauf aa. Wenn d’Sunne s’Meerwasser ufwärmt, verdunstet es. Wichtig debii isch: Nur s’reine Wasser verdunstet, s’Salz blibt zrugg (meh dezue spöter). Das verdunstete Wasser bildet Wulche und regnet schliesslich über em Land ab.

Räge isch aber nöd eifach nur reines Wasser. Während de Rägetrope dur d’Atmosphäre fallt, reagiert er mit Chohledioxid (CO2) i de Luft. Das führt derzue, dass s’Rägewasser ganz liecht suur wird – es bildet sich e schwachi Chohlesüür. Wenn dää suur Räge dänn uf Felse und Stei am Bode trifft, löst er dur Erosion chliini Mineralien und Salz-Ionen us em Gstei use. Das sind vor allem:

  • Natrium
  • Chlorid
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kalium

Die zwei erschte, Natrium und Chlorid, sind genau die Stoff, wo zäme s’gwöhnliche Chochsalz (Natriumchlorid) ergebeth. Di glöste Teilchen sind für s’blosse Aug nöd sichtbar und d’Konzentration isch im Rägewasser und i de Bäch so gring, dass mir s’Wasser als «Süesswasser» empfindeth. Aber chemisch gseh träged au Bäch und Flüss scho e minimi Mengi a glöste Salz mit sich.

D’Rolle vo de Flüss: De Transport is Meer

Alli Flüss flüsset schlussendlich Irgendwänn is Meer. Das isch en Prozess, wo sit Jahrmillione stattfindet. D’Flüss funktioniered debii wie e Art Förderband. Si sammled s’Regewasser, wo d’Mineralien us de Stei gwäsche hät, und transportiered die glöste Ionen in Ozean.

Jetz chönnt me säge: «Ja guet, aber Flüss sind doch nöd salzig!» Das stimmt. Aber d’Mengi macht’s Gift – oder i dem Fall s’Salz. D’Konzentration i de Flüss isch extrem tüüf. Wenn das Wasser aber im Meer aachunnt, passiert öppis Entscheidends. De Ozean hät, im Gegesatz zu de meiste Flüss und Seeä, keinen Abfluss. S’Wasser sammlet sich dert.

S’Prinzip vo de Verdunstig

Da chunnt d’Sunne wieder ins Spiel. D’Sunne schiint uf d’Ozeane und sorgt defür, dass riesigi Mengene Wasser verdunste. Wie scho erwähnt: Wenn Wasser verdunstet, stigt es als Wasserdampf uf, aber d’Salz und Mineralie sind z’schwer und blibed zrugg.

Me chan sich das vorstelle wie wänn me e Suppe chochet. Wenn me d’Suppe stundelang auf em Herd vergisst und s’Wasser verdampft, wird das, wo im Topf blibt, immer salziger und intensiver. Genau das passiert mit de Weltmeer sit öppe 4 Milliarde Jahre. D’Flüss bringed konstant «Nachschub» a Mineralie, s’Wasser haut als Dampf ab, und s’Salz blibt zrugg und reicheret sich aa.

Vulkanismus unter Wasser: Die zweit Quelle

D’Erosion a Land isch zwar de Hauptlieferant, aber nöd di einzig Quelle für s’Salz. De Ozeanbode sälber spillt au e grossi Rolle. Tüüf unde im Meer git es Riss i de Erdkruste und vulkanischi Aktivitäte.

Sogenannti hydrothermali Quelle, oft au «Schwarzi Raucher» gnannt, sind Öffnige im Meeresbode, wo Wasser i s’Innere vo de Erdkruste idringt. Dert wird s’Wasser vo de Magma extrem erhitzt und löst Mineralie direkt us de Basaltkruste vo de Erde. Wenn das superheisse Wasser dänn wieder us em Bode schüsst, bringt es e Ladig neui Ionen und chemischi Element mit is Meerwasser. Zudäm git es Unterwasservulkan, wo Gase und Mineralie direkt is Wasser abgebet. Das treit ebenfalls zur chemische Zämesetzig vom Meerwasser bii und erklärt, werum d’Salzmischig im Meer so komplex isch und nöd nur us Chochsalz bestaht.

Werum wird s’Meer nöd immer no salziger?

Wenn d’Flüss sit Jahrmillione Salz is Meer pumpet, muesst s’Meer dänn hüt nöd eigentlich nur no us Salz bestah? Das isch e berechtigti Überleggig. Tatsächlich isch de Salzghalt (d’Salinität) vo de Ozeane sit öppe 1,5 Milliarde Jahre relativ stabil. Er liit im Durchschnitt bi öppe 3,5 Prozänt. Das heisst, i eim Liter Meerwasser sind öppe 35 Gramm Salz glöst.

De Grund für die Stabilität isch en natürliches Gliichgwicht. S’Salz chunt nöd nur ie, es gaht au wieder use:

  • Organisme: Vill Meerestier bruchet d’Mineralie für de Ufbau vo ihre Körper. Muschle, Koralle, Schnägge und gwüssi Planktontierli entziend em Wasser Kalzium und anderi Stoff, um ihri Schale und Skelett z’baue.
  • Sedimentation: Wenn die Tierli sterbet, sinket ihri Schale uf de Bode und werdet teilwiis zu Gstei (Kalkstei). So werdet d’Mineralie em Wasser wieder entzoge und im Meeresbode gspeicheret.
  • Chemischi Reaktione: Gwüssi Salz reagiered mit em Gstei am Meeresbode und werdet so bunde.

Es isch also en Kreislauf: Salz chunnt vom Land und us em Bode dezue, und Salz wird dur biologischi und chemischi Prozess wieder entfernnt. D’Waag isch momentan uusglichene.

Unterschiedlichi Salzgehält wältwiit

Interessant isch au, dass s’Meer nöd überall glich salzig isch. Es git Regionen, wo s’Wasser viel «süsser» isch, und anderi, wo extrem salzig sind. Das hängt vo zwei Hauptfaktore ab: Wie vill Wasser verdunstet und wie vill Süesswasser (dur Räge oder Flüss) dezue chunnt.

D’Ostsee vs. s’Rote Meer

Nähmed mir d’Ostsee als Biispiel. Dert isch de Salzghalt sehr tüüf, mängisch nur bi 0,8 Prozänt. Werum? Will es i däre Region nöd so heiss isch (weniger Verdunstig) und will villi grossi Flüss Süesswasser i d’Ostsee ine pumpet. Zudäm isch d’Verbindig zum offene Ozean (Nordsee) sehr eng, so dass wenig Salzwasser nacheflüsst.

Im Vergliich dezue isch s’Rote Meer oder de Persischi Golf extrem salzig (bis zu 4 Prozänt oder meh). Dert brennt d’Sunne s’ganz Jahr abe, es verdunstet wahnsinnig vill Wasser, und es git kaum Flüss, wo Süesswasser bringet. S’Resultat isch e höcheri Salzkonzentration.

S’Tote Meer: En Sonderfall

S’Tote Meer isch eigentlich gar kein Meer, sondern en See ohne Abfluss (en Endsee). Es liit i de Wüeste und wird vom Jordan gspist. Will es extrem heiss isch, verdunstet fast alles Wasser, und will de See keinen Usgang hät, sammlet sich s’Salz sit Ewigkeit aa. De Salzghalt liit dert bi über 30 Prozänt – so hoch, dass me nöd untergah chan. Aber das isch e Usnahm und nöd de Standard für d’Weltmeer.

FAQ – Hüüfig gstellti Frage zum Meeressalz

Es git immer wieder chlini Details, wo Lüüt interessieret, wenn’s ums Thema Salzwasser gaht. Da sind di wichtigste Antworte churz zämegfasst:

Chan me Meerwasser trinke, wenn me Durst hät?

Nei, uf keinen Fall. Das isch sogar gföhrlich. Öisi Niere chönd nur Wasser mit eme gwüsse Salzghalt verarbeite. Meerwasser isch vill salziger als öises Bluet. Um das überschüssige Salz wieder loszwerde, müsst de Körper meh Wasser usscheide, als er durchs Trinke ufgno hät. Das heisst: Wenn du Meerwasser trinksch, vertröchnet din Körper vo inne (Dehydration). Im Notfall uf hoher See isch das tödlich.

Wie vill Salz isch insgesamt im Meer?

D’Mengi isch unvorstellbar gross. Wänn me s’ganze Salz us allne Ozeane vo de Wält würd näh und glichmässig über s’Land verteile, würd das e Schicht gäh, wo öppe 150 Meter hoch isch – so hoch wie en Wulchechratzer! E anderi Schätzig seit, es seged öppe 50 Billiarde Tonne Salz.

Werum brennt Salzwasser i de Auge?

D’Flüssigkeit i öisne Auge hät au en gwüsse Salzghalt (öppe 0,9 Prozänt), aber s’Meerwasser hät im Schnitt 3,5 Prozänt. Dä Unterschied sorgt defür, dass dur Osmose Wasser us de Augezelle zoge wird, was s’Gwebe reizt. Dezue chömed no anderi Stoff und Bakterie im Meerwasser, wo d’Schliimhuut chönd irritiere.

Isch Meersalz gsünder als normals Tafelsalz?

Chemisch gseh bestönd beidi hauptsächlich us Natriumchlorid. Meersalz hät oft no chli anderi Mineralie wie Magnesium oder Kalzium und Spurenelement drinn, was de Gschmack chli komplexer macht. Aber vo de gsundheitliche Uswirkig (z.B. Bluetdruck) isch es praktisch s’Gliiche. De gröschte Unterschied isch d’Struktur und d’Härkunft, nöd d’Gsundheit.

Gfrüürt Meerwasser im Winter?

Ja, aber es bruucht tüüferi Temperature als Süesswasser. Während normale Seeä bi 0 Grad Celsius gfrüüret, gfrüürt Meerwasser weg em Salzghalt erscht bi öppe -1,9 Grad Celsius. S’Salz stört d’Bildig vo Iiskristalle. Interessant isch: Wenn Meerwasser gfrüürt, wird s’Salz us de Iiskristalle verdrängt. S’Iis sälber isch dänn viel weniger salzig als s’Wasser drumum.

S’Meersalz als wertvolle Rohstoff

Näbed de wüssenschaftliche Erklärig dörf me nöd vergesse, wie wichtig s’Salz us em Meer für d’Mänschheit isch. Sit Jahrtuusige gwünned Mänsche Salz dur sogenannti «Salzgärte» oder Salinen. Das Prinzip isch hüt no s’gliche wie i de Antike: Me leitet Meerwasser i flachi Becki und laht d’Sunne und de Wind d’Arbet mache. S’Wasser verdunstet und am Schluss chan me di wisse Kristalle ernte.

Hützutags findt me i jedem Supermarkt Meersalz, oft als «Fleur de Sel» (d’Blueme vom Salz) zu höche Priise verchauft. Das «Fleur de Sel» isch di allererscht, hauchdünni Salzschicht, wo sich a de Wasseroberflächi bildet, bevor sie absinkt. Gourmets schätzed d’Knusprigkeit und de liicht füechti Charakter vo däm Salz. Es zeigt, dass s’Meer nöd nur en Lebensruum isch, sondern au en Lieferant für eis vo de wichtigste Gwürz i öisere Chuchi. D’Tatsach, dass de Ozean salzig isch, isch also nöd nur geologisch spannend, sondern macht öises Ässe au chli feiner.