Jede Tag gönd mir mehrmals dhi, egal öb mir dihei sind, im Büro oder imene Restaurant. Es isch en Ort, wo zur absolute Routine ghört und trotzdem redet mer sälte drüber. Meistens suecht mer eifach s’Schild mit de zwei Buechstabe «WC» und isch froh, wenn mer’s gfunde hät. Aber hand ufs Herz: Händ Sie sich scho mal überleit, für was die Abchürzig eigentlich würklich staht? Es isch scho fast ironisch, dass mir en Begriff so sälbstverständli bruuched, ohni d’Hindergründ z’känne. Debii steckt hinder em stille Örtli nöd nur e spannendi sprachlichi Gschicht, sondern au e technischi Revolution, wo eusi Zivilisation und Hygiene massgeblich veränderet hät. I däm Artikel tauched mir tüüf ii i d’Wält vo de Sanitärlage, kläred d’Bedütig und lueged au chli hinder d’Kulisse vo däm Keramik-Thron, wo jede bruucht.
Was heisst d’Abchürzig WC genau?
D’Lösig vom Rätsel isch eigentlich ganz simpel und chunnt – wie so vill technischi Begriffe – us em Änglische. WC staht für Water Closet. Wenn mer das Wort für Wort übersetzt, heisst es so vill wie «Wasser-Schränkli» oder eher «Wasser-Kabinett».
Hüt tönt das chli komisch, aber wo de Begriff entstande isch, isch das e sehr präzisi Beschriibig gsii. «Closet» hät früener en chline, abgschlossene Ruum bedüütet. S’Wort «Water» isch s’entscheidende Adjektiv gsii, will es d’Underscheidig gmacht hät zu de damalige «Trockentoilette» oder em «Plumpsklo». S’WC isch also de Ort gsii, wo Wasser gflosse isch, um d’Fäkalie wägzspüele. Es isch s’Symbol für Fortschritt und Hygiene gsii, will de Gruch und d’Uusscheidige nöd eifach nur ime Kübel gsammlet worde sind, sondern dur Wasser i d’Kanalisation beförderet worde sind.
E chliini Reis dur d’Gschicht vo de Spüelig
Bevor s’Water Closet de Standard worde isch, händ d’Mänsche ganz anderi Methode gha. Im Mittelalter sind d’Zuständ i de Städt oft katastrophal gsii. Nachttöpf sind eifach uf d’Strass gleert worde, was natürlich Krankheite und en üble Gstanck verursacht hät. Zwar händ scho d’Römer mit ihre Latrine und de Cloaca Maxima es beidruckends Abwassersystem gha, aber dases i jedem Huushalt e Spüelig git, hät lang duuret.
Wer hät’s erfunde?
Es git nöd de «einte» Erfinder, aber zwei Näme sött mer kenne:
- Sir John Harington (1596): Er hät für d’Königin Elisabeth I. s’erste WC mit ere Art Ventilklappe baut. Er hät’s «Ajax» gnannt. Leider isch er demit nöd ernscht gno worde und d’Lüt händ sich eher drüber lustig gmacht.
- Alexander Cumming (1775): Fascht 200 Jahr später hät de schottischi Uhrmacher s’Patent für de Siphon aagmeldet. Das isch de entscheidendi Durchbruch gsii. Erscht dur das s-förmige Rohr isch de Gstanck us em Kanal nöd zrugg is Huus cho.
Hützutags isch d’Technik natürlich verfiineret. In dr Schwiiz hämmer hüt meistens tüüfspüelendi WCs us Keramik, wo s’Wasser dur de Rand (oder bi modärne Versione «randlos») iefliesst und alles suuber abtransportiert.
Warum s’WC hüt nümme «Abort» heisst
Sprach isch immer im Wandel, und grad bi «usapapierliche» Theme weicht mer gern uf euphemistischi Begriffe uus. Früener hät mer in dr Schwiiz oft «Abort» gseit. Das Wort chunnt vom latiinische «aboriri», was so vill heisst wie «wäggha» oder «vergeha». Es isch also de Ort, wo öbbis wäggaat.
Hüt tönt «Abort» aber veraltet und chli grob. Drum hät sich «Toilette» oder ebe «WC» duregsetzt. Interessant isch au s’Wort «Toilette» sälber. Ursprünglich hät «toile» im Französische es Tuech gmeint. Später hät «faire sa toilette» bedüütet, sich z’pfläge, z’frisiere und aazzie. Irgendwenn isch dänn de Ruum, wo mer das macht – und wo dänn au s’WC gstande isch – eifach Toilette gnannt worde.
Und dänn gits natürlich no die typische Schwiizer Uusdrück:
- S’Hüsli: E Erinnerig a d’Ziit, wo s’WC no als separats Hüttli im Garte gstande isch.
- S’stille Örtli: Will mer dert sini Rueh hät und niemerem begegnet.
- De Lokus: En latiinische Uusdruck (locus = Ort), wo hüt eher scherzhaft bruucht wird.
S’Gheimnis vom Siphon: Warum stinkts nöd us em Rohr?
S’wichtigschte Bauteil vomene moderne WC isch de Siphon, au Guch nännt. Das isch das gschwungne Rohr under de Schüssle, wo wie es liegends «S» oder «U» usgseht. S’Prinzip isch physikalisch genial und doch simpel:
Wenn d’Spüelig fertig isch, bliibt immer chli Wasser i de tüüfschte Stell vom Rohr stah. Das Wasser bildet e luftdichti Barriere (de Guchsverschluss). Ohni das Wasser würd de Gstanck us de Kanalisation ungehinderet is Badezimmer ufestige. Jedes Mal, wenn mir spüeled, wird s’alte Wasser wägdrückt und dur früsches ersetzt. Wenn Sie also mal lang i d’Ferie gönd und zrugg chömed und s’Badezimmer schlächt schmöckt, isch villicht s’Wasser im Siphon verdunschtet. Dänn hilft eifach eimal chräftig spüele.
Hygiene und Kultur: Was mer in dr Schwiiz beachte sött
S’WC isch nöd nur Techniik, sondern au Kultur. In dr Schwiiz lege mir grossen Wert uf Suuberkeit. Das fangt bim Umgang mit de Klobürste aa. Es isch es ungschriebes Gsetz, dass mer d’Spure vom Gschäft sofort sälber beseitigt. D’Bürste isch nöd nur Deko!
Es anders Thema isch de Deckel. Wüssed Sie, warum mer de Deckel vor em Spüele sött zuemache? Wenn d’Spüelig losgaat, entstaht en fyiine Näbel us Wassertröpfli (Aerosole), wo Bakterie und Keime us de Schüssle i de Ruum schleudere chönd. Die landed dänn uf em Zahnbürstli oder uf de Handtüecher. Wer de Deckel schliesst, bhaltet d’Keime det, wo si higöhred: im Abfluss.
Hüfig gstellti Frage (FAQ) zum Thema WC
Obwohl jeder s’WC bruucht, gits immer no offni Frage. Hier sind di wichtigschte Antworte:
- Werum staht uf manche Türe «00»?
Das chunnt us de Hotellerie im 19. Jahrhundert. D’Zimmer sind uf jeder Etage dur-nummeriert gsii (1, 2, 3…). S’WC, wo meistens am Gang für alli gsii isch, hät keis Nummer verdient gha oder isch vor de Nummere 1 cho. Drum hät mer eifach «0» oder «00» dra gschribe. - Darf mer Füechttüecher is WC rüere?
Nei, uf kein Fall! Au wenn uf de Packig staht «abbaubar», lösed sich Füechttüecher vill schlächter uf als normals WC-Papier. Si verstopfed d’Pumpe i de Kläralage und sorge für riesigi Problem im Abwassersystem. I d’Schüssle ghört nur: Uusscheidige und normals WC-Papier. - Was isch de Underschiid zwüsched Flachspüeler und Tüüfspüeler?
Bim Flachspüeler git’s e Art «Stufe», wo s’Gschäft zersch druff landet (guet für medizinischi Kontrolle, stinkt aber meh). Bim Tüüfspüeler fallt alles direkt is Wasser. I dr hütige Schwiiz sind fast nur no Tüüfspüeler verbaut, will s’Gruchsbelästigung gringer isch. - Wie vill Wasser bruucht e Spüelig?
Alti Spüelkäschte händ oft 9 bis 12 Liter pro Spüelig verballeret. Moderni WCs mit ere Spar-Taste bruuched nur no 3 bis 6 Liter. Das spart uf s’Jahr grächnet tuusigi vo Liter Trinkwasser.
Wartig und Pfläg: So bliibt d’Keramik suuber
Zum Schluss no es paar praktischi Tipps, wie Ires WC lang wie neu usgseht. Will mir in dr Schwiiz oft sehr chalchhaltigs Wasser händ (herti Wasserhärti), isch Urinstein und Chalch de gröschti Find vom WC. Wenn sich das zäme mit Bakterie i de Ränder absetzt, git das wüeschti bruuni Ränder.
Viele Lüüt griffed sofort zur «Chemie-Keule» mit Chlor. Das isch aber oft gar nöd nötig und schlächt für d’Umwelt. En guete Tipp isch Putzessig oder Zitronestäuri. Lönd Sie das mal über Nacht i de Schüssle iiwirke. Bi hertnäckige Ablagerige underem Rand chönd Sie WC-Papier mit Essig tränke und det anechläbe, damits nöd abelauft. Am nöchschte Morge eifach spüele und chli bürschte – und scho strahlt s’Water Closet wider. Regelmässigi Pfläg isch besser als eimal im Jahr grob z’schrubbe, will so d’Oberflächi vo de Keramik glatt bliibt und de Schmutz weniger Halt findet.
