Wär lüütet aa? So blocksch du Telefon-Spam i de Schwiiz

Das kennsch du bestimmt au: Du sitzsch grad gmüetlich beim Znacht, luegsch en spannende Film oder bisch sogar am Schaffe, und plötzlich lüütet s’Handy. Uf em Display erschint e Nummere, wo dir bekannt vorchunt – viellicht e Vorwahl us Züri, Bern oder Basel. Du nimmsch s’Telefon ab, will du dänksch, es isch viellicht öppis Wichtigs, aber am andere Ändi isch niemert, wo du kennsch. Stattdesse hörsch im Hintergrund es Guschle, Stimmenwirrwarr wie imene Callcenter oder e chünstlichi Stimm. Schnell wird klar: Das isch wider so en lästige Werbeaareuf oder gar en Betruegsversuech. I de letschte Jahre het das Problem i de Schwiiz massiv zuegno. Doch wer steckt eigentlich dahinter, warum passiert das trotz Gsetz gäge unluutere Wettbewerb und vor allem: Was chasch du konkret degäge tue? I däm Artikel luege mer d’Situation im Detail aa und gäbed dir die beschte Tipps, wie du dich gäge Telefon-Spam wehre chasch.

Warum du überhaupt aaglüütet wirsch: Die Masche dahinter

Vili Lüt fröged sich, woher die unbekannte Aarüefer überhaupt ihri Nummere händ. Es git verschideni Gründ, warum genau dis Telefon chlinglet. Zums erschte sind d’Schwiizer Telefonnummere öffentlech im Telefonbuech zuegänglich, wenn man sich nöd explizit lösche laat. Aber vil hüüfiger sind Datehändler am Werch. Wenn du irgendwenn mal bimene Gwünnspiel im Internet mitgmacht häsch oder bi ere Umfrag dini Nummere aagäh häsch, landet die oft inere Datebank, wo wiiterverchauft wird.

Es gaht aber oft gar nöd um dini spezifische Date. Vili Callcenter bruuchet Computerprogramm, wo eifach Zuefallsnummere generiered und die nachenand aawähled. Das nennt mer «War Dialing». Wenn du dänn abnimmsch, registriert de Computer, dass dini Nummere «aktiv» isch. Das macht dini Nummere für Betrüger und Werbefirme no wertvoller. Es isch also oft eifach Pech und hät nüt demit z’tue, dass du dini Date nöd suuber gschützt häsch.

Call ID Spoofing: Warum d’Nummere uf em Display lugt

Vili fröged sich: «Wieso lüütet mir e Schwiizer Festnetznummere aa, aber de Aarüefer redt Änglisch oder gebroches Hochdütsch und sitzt offensichtlich im Usland?» Das Phänomen nennt sich Call ID Spoofing. Das isch en technische Trick, bi dem de Aarüefer d’Nummere manipuliert, wo uf dim Display azeigt wird.

D’Betrüger wüssed ganz genau, dass du bi ere Nummere us Nigeria oder Vanuatu nöd würdisch abnäh. Aber wenn uf dim Display 044 (Züri) oder 031 (Bern) staht, wirkt das vertrauenswürdig. In Wahrheit sitzt s’Callcenter aber viellicht in Osteuropa, Indie oder Übersee. Sie «leihned» sich sozäge e Schwiizer Identität, um dis Vertraue z’gwünne. Das macht es au so schwierig, die wirkliche Täter z’finde oder e Nummere z’sperre, will die azeigti Nummere oft gar nöd existiert oder ere unschuldige Privatperson ghört.

Die hüüfigschte Spam-Kategorie i de Schwiiz

Wenns Telefon lüütet und es en Spam isch, dänn handlet es sich meischtens um eis vo däne Theme:

  • Krankekasse-Makler: Das isch de Klassiker. Öpper wott dir en Termin ufschwatze, um dini Krankekasse-Prämie z’optimiere. Oft behaupte sie, sie chömed vomene «Verband» oder ere «Zentrale», was meistens gloge isch.
  • Computer-Support (Microsoft-Scam): En Aarüefer behauptet, din Computer seg mit Viren infiziert und er müessi dir hälfe. Ziel isch es, Zuegriff uf din PC z’becho und Geld z’erpresse.
  • Finanz-Investitionen: Dubiosi Aagebot für Kryptowährige oder Aktie, wo angeblich riesigi Gwünn verspräche.
  • Ping-Calls (Wangiri): S’Telefon lüütet nur einmal. Wenn du zrugglüütisch, landisch uf ere tüüre Mehrwertnummere, wo dir s’Geld us de Täsche zieht.

So findsch use, wer dich würkli aaglüütet het

Bevor du zrugglüütisch oder d’Nummere blockiersch, wotsch viellicht wüsse, wer das gsi isch. Zum Glück gits im Internet sehr gueti Datebanke, wo vo de Community pflägt werded. D’Schwiizer sind da sehr aktiv.

Die erste Aulaufstell sött immer d’Suechmaschine si. Gib d’Nummere eifach i Google ii. Oft chömed dänn sofort Resultat vo Websitene wie local.ch, search.ch oder tellows.ch. Uf däne Plattforme chönd Benutzer Nummere bewärte und Kommentär hinterlah. Wenn du döt läsisch «Telefonterror», «Krankekasse» oder «Gfährlich», weisch sofort Bscheid.

Bsunders d’App vo local.ch isch i de Schwiiz sehr beliebt, will sie es Feature hät, wo Spam-Aarüef automatisch als söttigi markiert, wenn s’Telefon lüütet. So muesch nöd emal meh google, sondern gsehsch scho bim Chlingle, dass es sich nöd lohnt, abzneh.

Technische Lösige: So sperrsch d’Plagegeischter us

Wenn du gnueg häsch vo de ständige Störige, chasch technisch ufrüschte. Es git hüt vili Möglichkeite, d’Ruhe wieder z’finde.

Callfilter vo de Provider aktiviere

Die grosse Schwiizer Provider wie Swisscom, Sunrise und Salt händ i de letschte Jahre uf de Druck vo de Konsumente reagiert und bütet sogenannti Callfilter aa. Bi de Swisscom zum Bispiel isch de Filter sehr effizient und blockiert automatisch Nummere, wo als Spam bekannt sind. Du chasch de Filter meistens im Kundecenter (App oder Website) iischalte. Das isch de effektivschti Schutz, will de Aaruef gar nöd erst bis zu dim Handy duuredringt.

Nummere direkt am Smartphone blockiere

Egal öb du es iPhone oder es Android-Grät häsch, du chasch einzelni Nummere blockiere:

  • Bi iOS (iPhone): Gang i d’Aarueflischte, druck uf s’blaui «i» symbol näbe de Nummere und scroll ganz abe zu «Anrufer blockieren». Du chasch au i de Iistellige d’Option «Unbekannte Anrufer stumm» aktiviere. Dänn lüütets nur no, wenn d’Nummere i dine Kontakt gspeicheret isch.
  • Bi Android: Tipp lang uf d’Nummere i de Aaruefliste und wähl «Blockieren» oder «Als Spam melden». Android (bsunders bi Google-Pixel-Telefon oder Samsung) hät oft scho en iibaute Spamschutz, wo aktiviert werde chan.

Rächtlichi Lag: Was bedüütet de Stern im Telefonbuech?

I de Schwiiz gits eigentlich es Gsetz, wo dich schütze sött. Das isch im Gsetz gäge de unluuteri Wettbewerb (UWG) greglet. Wenn du im Telefonbuech (z.B. local.ch) en Stern (*) hinder dinere Nummere häsch, bedüütet das: «Keine Werbeanrufe erwünscht».

Seriösi Firme i de Schwiiz haltet sich a dä Stern. Wer ihn ignoriert, macht sich strafbar. Aber warum lüütets trotzdem? Ganz eifach: Callcenter im Usland interessiert s’Schwiizer Gsetz nöd. Und dubiosi Makler nämed d’Buess oft in Chauf oder verschleieret ihri Identität so guet, dass man sie chum verwütsche chan. Trotzdem isch es wichtig, dass de Stern iitreit isch, demit du wenigstens vor de seriöse Werbig (die gits nämli au) Rueh häsch.

Wenn dich öpper trotz Stern aalüütet, chasch du das bim SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) mälde. Sie händ es Online-Formular defür. Zwar füehrt nöd jedi Mäldig sofort zum Erfolg, aber es hilft de Behörde, geg die «grosse Fische» vorzgah und Date z’sammle.

FAQ – Die wichtigschte Frage zum Thema Telefon-Spam

Darf ich Werbeaareuf ufzeichne?

Grundsätzlich muesch du de Gsprächspartner informiere, wenn du s’Gspräch wotsch ufneh. Ohni Iiwilligung isch das i de Schwiiz nöd erlaubt. Allerdings: Wenn es sich um en Betrüger handlet, isch d’Wahrschiinlichkeit chli, dass er dich wäge Verletzig vom Persönlichkeitsrächt aazeigt. Trotzdem isch Vorsicht gebote.

Söll ich d’Nummere zrugglüüte, wenn ich en Aaruef verpasst han?

Besser nöd, usser du erwartisch en Aaruef. Wenns wichtig isch, lüütet d’Person nomal aa oder hinterlaht e Nachricht uf de Combox. Bi Ping-Calls (Wangiri) chostet s’Zrugglüüte richtig viel Geld. Google d’Nummere zerscht!

Was mach ich, wenn ich am Telefon «Ja» gseit han?

Das isch e bekannti Masche. Betrüger schneidet s’Gspräch so zäme, dass es tönt, als hettisch du emene Vertrag zuegstimmt. Wichtig isch: I de Schwiiz gilt bi vilne Verträge es Widerrufsrecht. Wenn du e Rechnig überchunsch für öppis, wo du nie bstellt häsch: Sofort schriftlich (iigschribe) bestrite!

Hälfed Apps wie «local.ch» würklich?

Ja, absolut. Da d’Community mithilft, sind die Datebanke sehr aktuell. Wenn es neus Callcenter aktiv wird, isch d’Nummere oft scho noch wenige Stund i de App als Spam markiert. Es isch eine vo de eifachschte Methode, um Rueh z’ha.

Chani mini Nummere wächsle, wenns z’viel wird?

Ja, das gaht, isch aber mühsam, will du all dine Fründe und Gschäftspartner die neui Nummere muesch geh. Bi de meischte Provider chasch du d’Nummere gäge e Gebühr ändere lah. Mängisch isch das de «letschti Uswäg», wenn dini Nummere uf zu vile Spam-Liste glandet isch.

Wie mer sich verhalte sött, wenn mer doch mal abnimmt

Mängisch passierts eifach: Du wartisch uf de Handwerker oder de Dokter und nimmsch ab, ohni uf d’Nummere z’luege. Plötzlich isch de «Herr Müller» vo de «Schwiizer Gsundheitszentrale» dra. Was jetzt?

Di wichtigschti Regel luutet: Sofort ufhänke. Du muesch nöd höflich si. Du muesch dich nöd verabschiede. Die Lüt am andere Ändi sind gschuelet, dich i Gspräch z’verwickle. Sobald du merkst, dass es Spam isch, druck de roti Chnopf. Diskutiere bringt nüt, und de Mitarbeiter im Callcenter cha dich oft gar nöd vo de Liste lösche, au wenn du ihn drum bittisch.

Gib unter gar keinen Umständen persöndlichi Date priis. Kei Adrässe, kei Geburtsdatum und scho gar kei Bankdate oder Passwörter. Auch wenn de Aarüefer seite «Ich mues nur churz Ihri Date abgliiche» – das isch e Falle.

Technologie und gsunde Mönscheverstand als beschte Schutz

De Kampf gäge unerwünschti Werbeaareuf isch es chli wie s’Has-und-Igel-Spiel. D’Technik vo de Spammer wird immer besser, aber au d’Abwehrmassnahme vo de Provider und Smartphone-Hersteller werded immer schlauer. In Zuekunft werded wahrschiinlich Künstlichi Intelligenze debi hälfe, Spam-Aarüef no besser z’erkenne, bevor s’Telefon überhaupt chlinglet.

Bis es so wiit isch, bliibt die bescht Waffe aber dini eigeni Vorsicht. E gsundi Portion Misstraue bi unbekannte Nummere, kombiniert mit de technische Filter vo dim Aabüüter und ere guete App, sorge defür, dass du am Abig bim Znacht wieder dini Rueh häsch. Lah dich nöd stresse und dänk dra: Es isch dis Telefon – du entscheidisch, mit wem du redsch und mit wem nöd.