Vokale und Konsonante: De Underschid eifach erklärt

Wer sich s erschte Mal mit em Läse und Schribe beschäftigt, öb i de Schuel oder bim Sprochelehre, stolperet früener oder spöter über zwei zentrali Begriff: Vokale und Konsonante. S ganz Alphabet, also eusi Schriftsproch, basiert uf dere Ufteilig. Aber handufsherz, wüssed mir eigentlich no gnau, warum en Buechstabe zur einte oder zur andere Gruppe ghört? Klar, mir wüssed, dass s «A» en Vokal isch und s «B» en Konsonant. Aber de technischi und anatomischi Hindergrund isch oft chli vergesse gange. Debi isch s Verständnis vo dem Underschid nöd nur für Erstklässler wichtig, sondern au extrem spannend, wenn mir eusi eigni Mundart, s Schwiizerdütsch, genauer aalueged. Denn grad im Dialekt spiled Vokale e viel grösseri Rolle als im Hochdütsche. I dem Artikel lueged mir ganz genau ane, was im Mund passiert, wenn mir schwätzed, und wie mir die zwei Gruppe ganz eifach usenandhalte chönd.

Was sind Vokale genau?

Vokale werded i de Schuel oft au als Sälbstlüt bezeichnet. Das isch en sehr träffende Name, will er scho verratet, was die Buechstabe so bsunders macht. En Vokal tönt vo ganz elei. Wenn du en Vokal ussprichsch, cha d Luft ungehinderet us dire Lunge dur de Kehlchopf und de Mund nach usse ströme. Es git kei Barriere, kei Zue-Klappe vo de Lippe und kei Zunge, wo de Wäg versperrt.

S Wort «Vokal» chunt vom latinische Wort «vox» oder «vocalis», was so viel bedütet wie «d Stimm betreffend» oder eifach «tönend». Bi allne Vokale schwinget d Stimmbänder im Kehlchopf mit. Drum sind Vokale immer stimmhaft. Probier s mal us: Leg dini Hand a din Hals und säg lang «Aaaaaa». Du wirsch es liechts Vibriere a dinere Handflächi gspüre.

Die klassische Vokale im Überblick

Im dütsche Alphabet – und das gilt natürlich au für s Schwiizerdütsch, wenn mir s schribed – unterscheided mir fümf Hauptvokale:

  • A (wie i Aff)
  • E (wie i Esel)
  • I (wie i Igel)
  • O (wie i Ofe)
  • U (wie i Uhu)

Im Schwiizerdütsch isch d Ussprach vo däne Vokale oft viel offener oder «dunkler» als im Standarddütsche. En Zürcher seit zum Biispiel s «A» chli anders als en Berner. Aber s Prinzip blibt glich: De Mund isch offe, d Luft flüsst frei.

Was sind Konsonante?

Ganz anders gseht d Sach bi de Konsonante us. Me nennt sie au Mitlüt. De Name seit scho, dass sie es bitzeli Hilf bruched. En Konsonant cha selte ganz elei stoh, er brucht meistens en Vokal (en «Sälbstlut»), damit er en klari Silbe bildet und guet hörbar isch.

Bi de Bildig vo Konsonante wird de Luftstrom, wo us de Lunge chunt, im Mund- oder Racheruum uf irgendein Art behinderet oder sogar komplett gstoppt. Das passiert dur:

  • D Lippe: Bim «B» oder «P» gepresst du d Lippe zäme und lasch d Luft explosionsartig los.
  • D Zäh und d Lippe: Bim «F» oder «W» druckt d Unterlippe geg d obert Zahnreihe.
  • D Zunge und de Gaume: Bim «D», «T» oder «L» tippt d Zunge an Gaume oder a d Zäh.
  • De Hinderi Gaume: Bim «K» oder «G» macht de hinteri Teil vo de Zunge de Wäg zue.

Konsonante gänd de Sproch Struktur. Wenn Vokale d Musig vo de Sproch sind, dänn sind Konsonante s Schlagzüg, wo de Rhythmus und d Herti git.

Stimmhafti und stimmlosi Konsonante

En spannende Punkt bi de Konsonante isch, dass es söttigi git, wo d Stimmbänder vibriered (stimmhaft), und söttigi, wo nur Luft grüsch mached (stimmlos). Im Schwiizerdütsch isch die Unterscheidig mängisch chli weniger hert als im Hochdütsche («Lenisierung»), aber s Prinzip isch s gliche.

  • Stimmlos: P, T, K, F, S (wie i «Socke»), CH. Hieb mal d Hand an Hals und säg «P». Es vibriert nöd oder chum.
  • Stimmhaft: B, D, G, W, M, N, L, R. Hie gspürsch bim Usspräche es Vibriere, ähnlich wie bi de Vokale.

De grossi Underschid: Luftstrom und Hindernis

Um s Ganze nomal ganz klar z mache: De Hauptunderschid lit i de Artikulation, also wie mir d Müli beweged.

  1. Offenheit: Bi Vokale isch de Mundruum offe. Bi Konsonante isch er verengt oder churz gschlosse.
  2. Klangträger: Vokale träged de Klang vonere Silbe. Ohni Vokal git es i de Regel kei Silbe (es git Uslahme wie interjektione «Pst!», aber i normale Wörter bruchts en Vokal). Konsonante gänd de «Rahme» um de Vokal ume.
  3. Lutstärke: Vokale sind meistens lüter und wiiter hörbar als Konsonante. Darum rüeft mer öpperem uf Distanz au eher de Name «Anna» liechter zue als en Name, wo fast nur us Konsonante bestoh würd.

Umlut, Zwielut und d Bsunderheit im Schwiizerdütsch

Jetz wirds chli komplizierter, aber au interessanter. Näbed de reine Vokale (A, E, I, O, U) gits no die sognannte Umlut. Das sind:

  • Ä
  • Ö
  • Ü

Umlut sind vom Prinzip her au Vokale, will de Luftstrom ungehinderet dur de Mund flüsst. Sie verändered aber d Klangfarbe.

Dänn git es no die Zwielut (Diphthonge). Das isch, wenn zwei Vokale i einere Silbe verschmelzed. Im Hochdütsche sind das Kombinatione wie «au» (Maus), «ei» (Leiter), «eu» (Eule).

S Schwiizerdütsch tickt anders

Hie chunt en wichtige Punkt: Im Schwiizerdütsch bewahre mir oft di alte, mittelhochdütsche Monophthonge (Eifachlüt), wo s Standarddütsche zu Diphthonge (Zwielüt) gmacht hät. Das isch eis vo de dütlichschte Merkmal vo eusem Dialekt.

Biispiel:

  • Hochdütsch: Haus (Zwielut «au») -> Schwiizerdütsch: Huus (langes «u», also en reine Vokal).
  • Hochdütsch: Eis (Zwielut «ei») -> Schwiizerdütsch: Iis (langes «i»).
  • Hochdütsch: Feuer (Zwielut «eu») -> Schwiizerdütsch: Füür (langes «ü»).

Uf de andere Siite hät s Schwiizerdütsch Diphthonge, wo s Hochdütsche nöd hät. Dänked mir a Wörter wie «guet», «liebi» oder «Brüeder». S «ue», «ie» und «üe» werded im Dialekt als zwei Vokale gsproche, wo ienand übergönd (fallendi Diphthonge), während s Hochdütsche bi «Liebe» s «ie» nur als langs «i» usspricht. Das Verständnis hilft extrem, wenn mer probiert, Mundart richtig z schribe oder Lüt z verstoh, wo Dialekt lerned.

D Funktion vo Vokale i de Silbetrennig

Warum mues mer de Underschid i de Schuel eigentlich lehre? E wichtige Gründ isch d Silbetrennig. Jedes Wort bestoht us Silbe, und de «Kärn» vo jeder Silbe isch fast immer en Vokal (oder en Umlut/Zwielut). D Konsonante gruppiered sich um dän Vokal ume.

D Regle «Sälbstlüt sind Silbekönige» hilft Chind bim Läse lehre. Wenn mer es Wort klatscht, klatscht mer eigentlich d Vokale. Nähmed mir s Wort «Schwiizerdütsch»:

  • Schwii (Vokal: ii)
  • zer (Vokal: e)
  • dütsch (Vokal: ü)

Ohni Vokale gäbs kei Silbe und somit kei flüssigs Wort. Konsonante sind d «Bremser» oder «Begrenzer» vo de Silbe.

Spezialfall «Y» – Vokal oder Konsonant?

S «Y» (Ypsilon) isch so ne Art Chamäleon under de Buechstabe. I viele Sproche chan es beides si. Im Dütsche und speziell im Schwiizerdütsch wird s «Y» aber fast usschliesslich als Vokal bruucht. Dänked mir a Ortsnäme wie «Schwyz» oder Näme wie «Yvonne». Es tönt wie es «I» oder «Ü». I Fremdwörter wie «Yacht» fungierts aber eher wie es «J», also wie en Konsonant. I de Schwiizer Geografie und im Dialekt (bsunders im Baseldytsch) isch s «Y» aber starch als langs «I» verankeret.

Hüfig gstellti Frage (FAQ)

Hier beantworted mir es paar Frage, wo immer wieder uftauched, wenns um Vokale und Konsonante gaat.

Warum heissed Vokale «Sälbstlüt»?

Will sie «selber töned». Sie bruched kein andere Buechstabe, um en volle Klang z erzüge. Du chasch «O» säge und jede ghört s sofort. En Konsonant wie «P» tönt elei nur wie es «Pff»-Grüsch und bruucht en Vokal (Pe), um als Buechstabe gnennt z werde.

Isch s «H» en Vokal oder en Konsonant?

S «H» isch anatomisch gseh en Konsonant (en Huchlut), wird aber oft als «Hauchlut» bezeichnet. Es verhaltet sich speziell. Am Aafang vomene Wort (Huus) isch es en Konsonant. Nach emene Vokal (wie i «Bahn») dient s oft nur dezue, de Vokal länger z mache (Dehnigs-H) und wird gar nöd gsproche.

Wie viel Vokale git es im Schwiizerdütsch?

Das chunt sehr uf de Dialekt aa. Während mir schriflich meistens bi A, E, I, O, U plus Umlut blibed, kännt di gsprochni Mundart viel meh Nuance. Mir underscheided zum Biispiel zwüsched emene sehr offene «E» (wie i «Bett») und emene gschlossene «E» (wie i «See»). Die Vielfalt macht eusi Sproch so musikalisch.

Chan e Silbe ohni Vokal existiere?

Im Dütsche eigentlich nöd. I de Umgangssproch verschlucked mir zwar mängisch Vokale (z.B. «luegn» statt «luegen»), wo s «n» dänn d Funktion vom Silbeträger übernimmt (silbisches Konsonant), aber rein grammatikalisch ghört en Vokal i jede Silbe.

Tipps für d Praxis und s Läse

Wenn du amene Chind hilfsch, de Underschid z verstoh, oder sälber eifach besser wotsch d Struktur vo Wörter erchänne, probier folgendi Üebige:

  • D «Nase-zue»-Prob: Heb dir d Nase zue. Vokale chasch du immer no problemlos säge (A, E, O…). Bi gwüsse Konsonante wie M, N oder NG (die nasale Konsonante) gaht das nüme guet, will d Luft dur d Nase müesst.
  • Singen: Probier es Wort z singe. Du wirsch merke, dass du d Melodie nur uf de Vokale chasch hebe. Uf emene «K» oder «T» chasch nöd singe. Das zeigt dütlich d Eigenschaft als Klangträger.
  • Lippe beobachte: Lueg in Spiegel. Beweged sich dini Lippe bim A, E, I, O, U starch ufenand zue? Nei. Aber bim B, M, P geönd sie ganz zäme. Das visualisiert de «Luftstau», wo Konsonante ausmacht.

S Wüsse über Vokale und Konsonante isch s Fundament für e gueti Rächtschriibig und en dütlichi Ussprach. Grad im Schwiizerdütsch, wo mir so gern Vokale dehneds oder verchurzed (Vokalquantität), lohnt es sich, gnau hinezlose. Wer verstaht, wie d Lüt und d Luft im Mund zämespiled, däm fallt s Schribe – egal öb Hochdütsch oder Mundart – am Ändi viel liechter.