UVG i de Schwiiz: Wer isch alles unfallversicheret?

En Unfall isch schnell passiert. Egal ob bim Skifahre i de Bündner Berge, bim Fuessballtraining am Abig oder enusrutscht uf de nasse Stäge im Büro – vo einere Sekunde uf di ander chan s Läbe uf de Chopf gstellt werde. I so Momänte isch die körperlichi Gsundheit natürlich s Wichtigste, aber direkt danach chömed d Frage zu de Finanze. Wer zahlt de Arzt? Bechumi wiiterhin min Lohn über? I de Schwiiz isch s System vo de Unfallversicherig sehr guet greglet, aber es git doch einigi Details, wo nöd allne klar sind. S Wissen über s Bundesgsetz über d Unfallversicherig (UVG) isch essenziell, damit mer im Ernstfall weiss, wora mer isch und weli Leistige eim zuestönd. Es lohnt sich also, eimol genau anezluege, wer eigentlich wie versicheret isch und wo d Unterschiid zwüschet em Schutz bi der Arbet und i de Freiziit ligged.

Was isch s UVG genau und warum isch es so wichtig?

S Kürzel UVG stoht für s Bundesgsetz über d Unfallversicherig. Das Gsetz reglet i de Schwiiz die obligatorischi Versicherig für alli Arbeitnehmer. S Ziel vom UVG isch es, die wirtschaftliche Folge vo Berufsunfäll, Nichtberufsunfäll und Bruefschrankete abzdeckä. Im Gegesatz zur Krankekasse (KVG), wo mer en Franchise und en Selbstbehalt hät, deckt d Unfallversicherig noch em UVG in der Regel alli Heilungskoste ohne Kostenbeteiligung vom Versicherte ab. Das heisst, de Arzt, s Spital und d Medikament wered voll zahlt.

Noch viel wichtiger isch aber de Aspekt vom Lohnausfall. Wenn öpper wäg em Unfall nüme cha schaffe, zahlt d Unfallversicherig es Taggeld. Das sind normalerwiis 80 Prozänt vom versicherte Lohn ab em dritte Tag. Das isch e massivi Absicherig, wo verhindert, dass Lüt wäge eme Unfall i finanzielli Not groted. Zuesätzlich gits au Leistige wie Invalidenrente oder Integritätsentschädigunge, wenn en bleibende Schade zruggbliibt.

Wer isch obligatorisch versicheret?

Grundsätzlich gilt: Jedi Person, wo i de Schwiiz als Arbeitnehmer beschäftigt isch, isch obligatorisch gege Unfall versicheret. Das gilt au für Heimarbeiter, Lehrling, Praktikante und sogar für Lüt, wo im Huushalt angstellt sind (z.B. Putzhilfe), sofern d Sozialversicherungsbiiträg zahlt wered. Au Arbeitslosi, wo Taggelder vo de Arbeitsloseversicherig beziehnd, sind bi de Suva versicheret.

Es git aber en entscheidende Unterschied bim Umfang vo de Versicherig, wo oft für Verwirrig sorgt. Dä hängt vo de wöchentliche Arbeitsziit ab:

  • Ab 8 Stunde pro Woche: Wer bi eme Arbeitgeber mindestens 8 Stunde i de Woche schafft, isch gege Berufsunfäll (BU) und gege Nichtberufsunfäll (NBU) versicheret. Das bedütet, dass mer au versicheret isch, wenn mer am Wochenend bim Wandere en Unfall hät.
  • Unter 8 Stunde pro Woche: Wer weniger als 8 Stunde schafft, isch nur gege Berufsunfäll versicheret. De Weg zur Arbet und zrugg gilt i dem Fall au als Berufsunfall. Aber Achtung: Wenn so öpper i de Freiziit verunfallt, zahlt d Unfallversicherig vom Arbeitgeber nöd. I dem Fall mues de Unfall über die eigni Krankekasse deckt sii.

Unterschiid zwüschet BU und NBU

D Unterscheidig zwüschet Berufsunfall (BU) und Nichtberufsunfall (NBU) isch nöd nur für de Geltigsbereich wichtig, sondern au defür, wer d Prämie zahlt.

Bi de Berufsunfallversicherig liit d Pflicht bim Arbeitgeber. Er mues d Prämie zu 100 Prozänt überneh. De Arbeitnehmer dörf do nöd zur Kasse bete werde. Das ghört zu de Lohnnebekoste vo jedem Betrieb.

Bi de Nichtberufsunfallversicherig gseht es chli anders us. Grundsätzlich gits Gsetz vor, dass de Arbeitnehmer d Prämie für d NBU sälber zahlt. Meistens wird das direkt vom Lohn abzoge und uf de Lohnabrechnig separat usgwise. Es git aber vili Arbeitgeber, wo als «Goodie» oder Teil vo de Astellungsbedingige au d NBU-Prämie übernemend. Das isch aber e freiwilligi Leistig vom Chef und nöd gsetzlich vorgschriebe.

Was isch mit Selbstständige und Huusfraue oder Huusmanne?

Wer nöd angstellt isch, fallt nöd under s obligatorische UVG. Das betrifft vor allem zwei grossi Gruppe:

  1. Selbstständigerwerbendi: Wer e Einzelfirma hät und nöd bi sich sälber angstellt isch (was rechtlich als Inhaber nöd gaht), isch nöd automatisch unfallversicheret. Selbstständigi chönd sich aber freiwillig em UVG understelle. Das isch oft sehr empfehlenswert, wil d Leistige vom UVG (Taggeld, Rente, kei Franchise) viel besser sind als die vo de Krankekasse. Wenn sie das nöd mached, müend sie bi de Krankekasse de Unfalldeckig iischlüüsse.
  2. Nichterwerbstätigi: Persone, wo nöd schaffed (z.B. Huusfraue, Huusmanne, Studente, Rentner), sind nöd über s UVG versicheret. Sie müend bi ihrer Krankekasse (Grundversicherig) de Unfall iischlüüsse. Bi eme Unfall zahlt dänn d Krankekasse. De Nachteil do isch: Mer mues d Franchise und de Selbstbehalt sälber zahle, und es git kei Taggeld vo de Krankekasse, wenn mer wägem Unfall im Huushalt usfallt (usser mer hät e Zuesatzversicherig).

Umfassendi Leistige: Was zahlt d Versicherig?

Wenn en Unfall als UVG-Fall anerkannt isch, sind d Leistige sehr umfangriich. Zerscht mal sind da d Pflegesachleistige. Dezue ghöred ambulanti Behandlige bim Arzt, Spitalufenthalt (allgemeini Abteilig), Medikament, und au nötwendigi Hilfsmittel wie Krücke oder Prothese. Au d Reise-, Transport- und Rettungskoste wered übernoh, allerdings git es da gwüssi Limite, bsunders im Usland.

De zweiti grossi Block sind d Geldleistige. Wie scho erwähnt, isch s Taggeld extrem wichtig für d Existenzsicherig. Aber d Unfallversicherig zahlt au Invalidenrente, wenn de Unfall zu ere bleibende Erwerbsunfähigkeit füehrt. Die Rente isch meistens viel höcher als die vo de IV elei, will beidi Versicherige zäme koordiniert wered (bis zu 90% vom letschte Lohn).

Zuesätzlich git es d Integritätsentschädigung. Das isch e eimoligi Kapitalleistig, quasi es Schmerzensgeld, wenn mer e dauerhafti körperliche Schädigung davotreit (z.B. Verlust vomene Finger oder e starki Iischränkig vo de Beweglichkeit), unabhängig devus, ob mer no schaffe chan oder nöd.

Wenn d Versicherig Leistige chürzt

D Unfallversicherig zahlt nöd immer alles bedingungslos. Es git de Begriff vo de Grobfahrlässigkeit und de Wagnisse.

Bi Berufsunfäll wered d Leistige selte gchürzt. Bi Nichtberufsunfäll (Freiziit) gseht das anders us. Wenn öpper en Unfall verursacht, will er grob fahrlässig ghandlet hät (z.B. bsoffe Auto fahre oder massiv z schnell fahre), chan d Versicherig s Taggeld chürze. D Heilungskoste wered aber immer zahlt.

No strenger isch es bi de «Wagnisse». Das sind Tätigkeite, wo extrem gfährlich sind. Dazue ghöred zum Biispiel Motocross-Renne, Downhill-Bike-Renne oder Base-Jumping. Bi relative Wagnisse (Gfahr chönnti vermiede werde) oder absolute Wagnisse (Gfahr isch nöd vermeidbar) chan d Versicherig d Geldleistige um 50 Prozänt chürze oder im schlimmste Fall ganz verweigere. Wer also gern extrem gfährliche Sport triibt, sött sich unbedingt erkundige oder e Zuesatzversicherig abschlüüsse.

Frage und Antworte (FAQ) rund um d Unfallversicherig

Was passiert, wenn ich min Job chünde? Bin ich dänn no versicheret?

De Schutz vo de Unfallversicherig endet 31 Tag nach em letschte Tag, wo du Anspruch uf mindischtens de halbi Lohn gha häsch. Das nennt mer d «Nachdeckigsfrist». Wenn du nachher kei neue Job häsch und nöd stempflisch (RAV), muesch du e sogenannti Abredeversicherig abschlüüsse. Mit dere chasch de Unfallschutz vom alte Arbeitgeber für bis zu 6 Mönet verlängere. Das isch sehr wichtig für Lüt, wo e Weltreis mached oder e Usziit nämed.

Gilt d Unfallversicherig au im Usland?

Ja, d Schwiizer Unfallversicherig gilt wältwiit. Wenn du i de Ferie en Unfall häsch, wered d Chöste übernoh. Aber Vorsicht: D Versicherig zahlt maximal de doppelet Betrag vo de Chöste, wo di gliich Behandlig i de Schwiiz choschtet het (in de EU giltet s bilaterale Abkommen). In Länder wie de USA oder Kanada chönd d Chöste aber extrem viel höcher sii. Drum isch e Reiseversicherig oder e Zuesatzversicherig für s Usland oft sehr ratsam.

Zählt en Zecke-Biss als Unfall?

Das isch e klassischi Frage. Ja, en Zeckebiss gilt gmäss Grichtspraxis i de Schwiiz als Unfall, will es e «ungewöhnliche üssere Iiwirkig» isch. Wenn du also wägem Zeckebiss chrank wirsch, muesst das de Unfallversicherig melde und nöd de Krankekasse. Anders gseht es us bi Insektestich (Biene, Wespe) – die gelted nur als Unfall, wenn sie en ungewöhnlich heftige Verlauf nämed (z.B. allergische Schock).

Ich schaffe a zwei Orte teilziit. Wer isch zuständig?

Wenn du bi beidne Arbeitgeber weniger als 8 Stunde schaffsch, bisch du nur gege Berufsunfäll versicheret. Für NBU muesch dich bi de Krankekasse versichere. Wenn du aber bi eim oder beide über 8 Stunde chunsch, bisch du über döt gäge NBU versicheret. Wenn du bi mehrere Arbeitgeber d NBU-Deckig häsch, isch dejenig zuständig, wo du zletscht gschaffet häsch oder wo du de höcheri Lohn häsch, je nach Situation. S Taggeld wird aber über de gsamti Lohn berechnet.

Wichtigi Pünkt für en lückenlose Schutz

S UVG bietet en sehr solide Basisschutz, aber es git Situatione, wo Zuesatzversicherige Sinn mached. Ein wichtige Punkt isch de maximal versicherte Lohn. De liit aktuell bi 148’200 Franke pro Jahr (Stand 2024). Wer meh verdient, isch für de Lohnateil darüber nöd obligatorisch versicheret. Im Fall vonere Invalidität oder emene längere Usfall entstoht so e massivi Iikommenslucke. Viel Arbeitgeber schlüüssed drum e UVG-Zuesatzversicherig (UVG-Z) ab, um Löhn über dere Grenze z versichere oder um besseri Spitalleistige (z.B. Privatabteilig) z ermögliche.

Es lohnt sich also, s Reglement vom eigene Arbeitgeber mal genau durzezläse. Bsunders wenn mer plant, de Job z wechsle, e unbezahlti Usziit z näh oder wenn mer extrem sportlich unterwegs isch. Wer weiss, wie er versicheret isch, chan im Notfall viel ruhiger schlafe und sich voll uf s Gsundwerde konzentriere, statt sich Sorge ums Bankkonto z mache. Überprüefed Sie regelmässig, ob d Deklaration bi de Krankekasse (Unfall iigschlosse oder usgschlosse) no zu Ihrer aktuelle Arbeitssituation passt, um unnötigi Prämie z spare oder Deckigsluckene z vermiide.