Gin isch i de letschte paar Jahr vomene eifache Bar-Klassiker zume richtige Kult-Getränk avanciert. Egal öb i de In-Bar z’Züri oder dihei ufem Balkon, s’Glesli Gin Tonic ghört für villi eifach dezue. Aber handufsherz: Wenn du s’Glas i de Hand häsch, weisch du dänn würklich, was da genau drin isch? Villi Lüt meined, Gin seg eifach en Schnaps mit Wacholdergschmack, aber d’Wält vom Gin isch viel komplexer und spannender. Es isch e Komposition us Chemie, Handwerk und dr richtige Uswahl a Chrüter und Gwürz. Damit du bim nächste Apéro chli mit Wüsse glänze chasch und au besser verstahsch, warum gwüssi Gins 50 Franke und anderi nur 15 chosted, luegemer eus s’Innelebe vo dere Spirituose mal ganz genau aa.
D’Basis: De Alkohol macht d’Musig
Bevor mir überhaupt über Gschmack und Chrüter reded, mues d’Grundlag stimme. Jede Gin fangt sis Lebe als sogenannte Neutralalkohol aa. Das isch hochprozentige Alkohol, wo meistens us Getreide wie Weize oder Gerste gwunne wird. Es git aber au Variante, wo us Melasse (em Näbeprodukt vo de Zuckerproduktion), Wiitruube oder sogar Härdöpfel gmacht sind. S’Gsetz schriibt vor, dass de Basisalkohol für Gin en landwirtschaftliche Ursprung ha mues.
Wichtig isch debii: De Alkohol sälber söll eigentlich nach nüt schmöcke. Er mues so rein und neutral wi möglich si, damit er d’Arome, wo spöter derzue chömed, perfekt cha ufnäh und träge. Mer nennt das oft en «leere Liinwand» für de Brennmeister. Wenn de Basisalkohol nöd suuber destilliert isch, hät de Gin spöter en scharfe, sprittige Biigschmack, wo au di beschte Botanicals nümme chönd rette. Hochwertige Gin setzt drum immer uf mehrfach destillierte Agraralkohol vo bester Qualität.
Botanicals: D’Seel vom Gin
S’Wort «Botanicals» tönt wahnsinnig wüsseschaftlich, heisst aber uf Guetdütsch nüt anders als pflanzlichi Inhaltsstoff. Das sind Chrüter, Gwürz, Wurzle, Frücht oder Rinde. Es git hützutags Gins, wo über 40 verschiedeni Botanicals drin händ, und anderi, wo nur mit drü oder vier uschömed. D’Kunst liit nöd i de Mengi, sondern i de Balance. Luegemer eus di wichtigste Akteure mal aa.
1. De Wacholder (Juniperus): Ohni ihn gaht gar nüt
Das isch di einzigi Zutat, wo zwingend im Gin si mues, damit er überhaupt Gin heisse dörf. S’Gsetz seit, de Gschmack vom Wacholder mues dominant si. Wacholderbeeri sind eigentlich gar keni Beeri, sondern Zapfe vo de Zypresse-Gwächs. Si gänd em Gin sini typischi, harzigi und liecht bitteri Note, wo mer so guet kennt. En guete Gin schmöckt immer zersch und am stärchste nach Wacholder – oder sött er zumindest.
2. Koriandersame: De heimlichi Star
Wenn du amene Gin schmöcksch und dänksch «Oh, das schmöckt aber fein nach Zitrus», dänn isch das oft gar nöd d’Zitrone sälber, sondern de Koriander. Wichtig: Mer reded da nöd vom Chrut (das gseifige Zügs, wo mer vom Asiat kennt), sondern vo de trochnete Same. Koriandersame sind i fast jedem Gin drin und gänd e würzigi, aber vor allem zitrusartigi Frische, wo de schweri Wacholder uflockeret.
3. Angelikawurzle: De Gschmacks-Kleber
D’Angelikawurzle (au Engelwurz gnennt) würsch du eleige villicht nöd umbedingt welle ässe. Si schmöckt sehr erdig, muschusartig und chli nach Wald bode. Ihri wichtigst Ufgab im Gin isch aber nöd unbedingt ihr eigne Aroma, sondern ihri Funktion als «Fixativ». Si verbindet d’Arome vo de andere Botanicals mitenand und sorgt defür, dass de Gschmack im Mund lang blibt und nöd sofort verflüügt.
4. Zitrusschale: Für d’Frische
Zitrone, Orange, Grapefruit, Bergamotte oder Pomelo – Zitrusfrüchte sind extrem beliebt. Meistens werded die tröchnete Schale verwendet, will i de Schale di ätherische Öle sitzed. Während de Koriander e subtili Zitrusnote git, bringed echti Zitrusschale di spritzigi, fruchtigi Top-Note ine, wo eim bim erste Schluck grad i d’Nase stiigt.
5. Iriswurzle (Veilchenwurz): S’Parfüm
Ähnlich wi d’Angelikawurzle dient au d’Iriswurzle (d’Wurzle vo de Schwertlilie) dezue, anderi Gschmäcker z’binde. Si hät aber au en eigne, liecht bluemige Gschmack, wo a Veilli erinneret. Das git em Gin oft e eleganti, liecht «parfümierti» Note und e öligi Textur.
Wi chömed d’Gschmäcker in Alkohol?
Jetz wüssemer, was drin isch. Aber wi chunt de Gschmack vo de Botanicals in klare Alkohol? Eifach driirüere gaht nöd. Es git im Wesentliche zwei Methode, wo oft au kombiniert werded, um de Gin z’produziere.
Mazeration (S’Iilegge)
Bi de Mazeration werded d’Botanicals (Wacholder, Schale, Gwürz) direkt in Basisalkohol iigleit. Das isch wie bim Tee mache, eifach mit Alkohol statt Wasser und viel länger. Das cha vo e paar Stunde bis zu mehrere Wuche duure. De Alkohol löst d’Gschmacksstoff und d’Farb us de Pflanze use. Nach dere Ziit wird die ganzi Suppe (mer seit dem Mazerat) destilliert. Will bim Destilliere d’Farb nöd mitverdampft, isch de Gin am Schluss wieder klar.
Perkolation (Dampfextraktion)
Bi dere Methode hanget mer d’Botanicals imene Chorb (oft «Gin Basket» oder «Geistkorb» gnennt) in Brennchessel ine, also über de Alkohol, nöd mittenin. Wenn de Alkohol dänn erhitzt wird, stiigt de alkoholische Dampf uf, zieht dur de Chorb mit de Chrüter und nimmt so d’Arome im Verbiigaah mit. Das isch e sehr schonendi Methode. Gins, wo so gmacht werded, sind oft fiiner, liechter und eleganter als mazerierti Gins, wo eher chraftvoll und würzig sind.
Villi Destillerie kombiniert beides: Di Herbe Sache wi Wacholder und Wurzle werded mazeriert, und di fiine Sache wi Blüete oder früschi Zitrusschale chömed in Dampfchorb, demits nöd «verchoched».
Vom Vorlauf bis zum Nachlauf: D’Kunst vom Brenne
Wenn de Brennmeister de Chnopf druckt und de Chessel heiss wird, chunt nöd eifach fertige Gin use. De Prozess vo de Destillation isch entscheidend für d’Qualität. Mer underteilt de Brand i drü Phase:
- De Vorlauf (Head): Das isch s’Erste, wo usechunt. Es enthaltet liechtflüchtigi Stoff wi Methanol (giftig!) und schmöckt stächend wi Nagellackentferner. Das wird strikt abtrennt und weggschüttet.
- De Mittellauf (Heart): Das isch s’Herzstück. Da isch de gueti Ethanol und di feine Arome vo de Botanicals drin. De Brennmeister mues genau wüsse, wenn de Vorlauf fertig isch und s’Herz aafangt. Nur de Teil landet i de Fläsche.
- De Nachlauf (Tail): Gäge s’Endi vo de Destillation chömed fuseligi, muffigi Stoff und schweri Öle mit. Die wott mer nöd im Gin ha, will si Chopfweh mached und de Gschmack versaud.
Nach em Brenne hät de Gin oft öppe 80% bis 90% Alkoholvolumen. Das isch vill z’starch zum Trinke. Drum wird er mit extrem reinem Wasser uf Trinkstärchi abegsetzt – meistens zwüsche 37,5% (s’gesetzliche Minimum) und 47%.
Weli Gin-Sorten söttsch du kenne?
Nöd jede Gin isch gliich. Es git recht strengi Regle bi gwüsse Bezeichnige. Hier e chliini Übarsicht, damit du im Lade de Durchblick häsch:
London Dry Gin: Das isch de Qualitäts-Standard. Er mues nöd us London cho, aber er mues sehr strengi Regle befolge. Er dörf nur natürlichi Botanicals enthalte, alli müend glichziitig destilliert werde, und mer dörf nacher nüt me derzuegeh usser Wasser (kein Zucker, keni Farbstoff, keni Aromen). Er isch meistens sehr wacholderbetont und troche.
Dry Gin: Ähnlich wi London Dry, aber d’Regle sind chli lockerere. Mer dörf zum Biispiel au «naturidentischi» Aromastoff verwende (wobi gueti Hersteller das nöd mached). Zucker isch aber au da fascht verbote.
New Western Dry Gin: Das isch e moderni Kategorie. Da stacht de Wacholder nüme so extrem im Vordergrund. Anderi Botanicals, oft Frücht oder exotischi Gwürz, dörfed d’Hauptrolle spiele. Perfekt für Lüüt, wo de klassischi «Tan-Neboom-Gschmack» nöd so möged.
Sloe Gin: Streng gno gar kein Gin, sondern en Likör. Hier wird fertige Gin mit Schlehdorn-Beere und Zucker angesetzt. Er isch rot, süess und hät weniger Alkohol.
Hüfig gstellti Frage rund um de Gin
Wird Gin eigentlich schlecht?
Nei, eigentlich nöd. Will de Alkoholgehalt so hoch isch (über 37,5%), cha Gin nöd schimmelé oder schlecht werde, solang d’Flasche zue isch. Wenn si offe isch, verdunstet de Alkohol und s’Aroma über d’Jahre liecht. En offne Gin söttsch innert 1-2 Jahr uftrinke, damit er no guet schmöckt – aber gsundheitsschädlich wird er nöd.
Warum wird min Gin milchig, wenn ich Iis oder Tonic inctue?
Das nennt mer de «Louche-Effekt». Im Gin sind ätherischi Öle us de Botanicals (vor allem Wacholder und Zitruss). Die Öle lösed sich im hochprozentige Alkohol. Wenn du jetz Tonic oder schmelzends Iis derzue gisch, sinkt de Alkoholghalt. Ab eme gwüsse Punkt (meist under 40%) chönd sich d’Öle nümme im Wasser-Alkohol-Gemisch löse und werded als chliini Tröpfli sichtbar – de Gin wird trüeb. Das isch oft es Qualitätsmerkmal, will es zeigt, dass vieli natürischi Öle drin sind und nöd «kaltgefiltert» wurde isch.
Spillt s’Tonic Water würklich e Rolle?
Absolut. Imene Gin Tonic häsch du meistens 3/4 Tonic und nur 1/4 Gin. Wenn du es billigs, pappsüesses Tonic nimmsch, tötsch du d’Nuance vomene tüüre Gin komplett ab. En citruslastige Gin vertreit es liechts Tonic, en chraftvolle Gin bruucht villicht es würzigers Tonic. Probier verschideni Marke us, de Unterschied isch riesig.
Was hät d’Gurke im Gin verlore?
Das hät vor allem mit em Hendrick’s Gin aagfange. D’Gurke (und oft au Roseblüete) sind Botanicals, wo sehr flüchtig und frisch sind. Si passet nöd i jede Gin, aber i de «New Western» Stylistike sind söttig experimentelli Zuetate sehr beliebt, will si de Drink summmerlich und liecht mached.
So findsch du din Lieblings-Gin
Am Schluss blibt nur eis: Probiere. Wenn du würklich wüsse wöttsch, wi en Gin schmöckt, dänn probier en zersch mal pur bi Zimmertemperatur. Nimm es chliises Schlückli und lahn es über d’Zunge rolle. Schmöcksch de Wacholder? Isch er scharf oder weich? Schmöcksch d’Zitrone oder eher Öppis Blumigs? Erst dänn nimmsch es Stuck Iis dezue und luegsch, wi sich s’Aroma veränderet (D’Chälti nimmt d’Schärfi, aber au gwüssi Arome weg). Und ganz zum Schluss chunt s’Tonic. So lernsch du am beschte, weli Botanicals dir zuesäged und weli nöd. Es git hützutags so viel tolli Schwizer Gins mit lokale Chrüter – da lohnt sichs, eifach mal echli z’experimentiere.
