Wer a Müüs dänkt, hät meistens sofort s’Bild us de Zeichetrickfilm im Chopf: En chliine Nager, wo mit grossen Augen vor emene riesige Stück Emmentaler staht. Mir alli sind mit de Idee ufgwachse, dass Chäs s’absolute Lieblingsässe vo Müüs isch. Aber wänn Sie scho mal probiert händ, e Muus mit eme Stückli Chäs i d’Falle z’locke und am Morge d’Falle immer no leer gsi isch (oder de Chäs sogar no drin gläge isch), dänn wüssed Sie, dass das Bild nöd ganz der Realität entspricht. D’Ernährig vo Müüs isch vill komplexer, villsiitiger und hüfig überraschender, als mir eus das vorstellet. Müüs sind zwar «Allesfrässer», aber sie sind au sehr wählerisch, wänn sie d’Uswahl händ. Um d’Nager besser z’verstah – sig es, um sie als Huustier z’halte oder um unerwünschti Gescht us de Chuchi wieder loszwerde – lohnt sich en tüüfere Blick i d’Spiischarte vo däne chliine Säugetier.
Warum de Mythos vom Chäs ebe doch nur en Mythos isch
Es isch fascht chli enttüschend, aber Chäs staht bi de meischte Müüs gar nöd wiit oben uf de Liste. Klar, wenn e Muus am verhungere isch, frisst sie fascht alles, au Chäs. Aber de Mythos hebt us biologischer Sicht nöd würkli verhebe. Müüs händ e sehr fiini Nase, und vili Chässorte schmöcked für d’Nager eifach viel z’intensiv und z’künstlich. En wiitere Grund isch d’Evolution: I de Natur gits kein Chäs. E Muus isch nöd dra gwöhnt, verarbeiteti Milchprodukt z’ässe.
No wichtiger isch aber d’Verträglichkeit. Vill Müüs verträged Laktose (Milchzucker) gar nöd guet. Wänn sie z’vill devos ässed, chönd sie Buuchweh oder Durchfall übercho. De Chäs-Mythos chunnt vermutlich daher, dass Chäs i früeneren Ziite eifach i de Vorratschammere offen umegläge isch, während s’Getreide und s’Fleisch besser verpackt oder ufghänget gsi sind. D’Müüs händ also Chäs gfrässe, will er eifach zuegänglich gsi isch, nöd will er ihri Liibspiis isch.
S’natürliche Nahrigsagebot: Chohlehydrat sind König
I de freie Natur sind Müüs vor allem Sammler. Ihre Stoffwechsel isch extrem schnell, was bedüütet, dass sie ständig Energienachschub bruuched. Darum sueched sie nach Nahrig, wo schnell Energie lieferet. Das sind i erster Linie Chohlehydrat.
- Samen und Chörner: Das isch d’Basis vo de Ernährig für di meischte Muusearten. Egal ob Huusmuus oder Waldmuus, Getreide, Grassamen und Sunnebluemecherne sind de absoluti Hauptgwünn.
- Früchte und Beere: Wänn immer möglich, griffed Müüs zu öbbis Süessem. Beere, Öpfel oder Birne sind sehr beliebt wägem Fruchtzucker.
- Wurzle und Chnolle: Bsunders im Winter oder wänn d’Oberflächi nöd viel hergit, grabed Müüs nach energieriiche Wurzle.
Wer dihei e Muus hät, merkt schnell: S’offne Müesli oder de Riis-Sack im Schrank sind vill schneller aagnaget als s’Stück Wurst im Abfall.
Die heimliche Liebi: Zucker und Fettes
Jetz wirds spannend für all die, wo e Falle uftstellend müend oder eifach wüsse wänd, was Müüs magisch aazieht. Will Müüs so vill Energie verbrenned, händ sie e riesigi Vorliebi für alles, was e höchi Kaloriedichti hät. Das heisst: Fett und Zucker.
S’absolute Lieblingsässe vo villne Huusmüüs isch nöd Chäs, sondern Schoggi und Erdnussbutter. Erdnussbutter (oder au Nuss-Nougat-Creme) isch für Müüs unwiderstehlich. Es schmöckt intensiv nach Nüss (was sie vo Natur us kenned), es isch fettig und es isch süess. Zudeme hät Erdnussbutter für Falle en riesige Vorteil: D’Muus chan s’Stückli nöd eifach schnell chlaue und dervo renne, wie bimene Stückli Speck oder Chäs. Sie mues dra lecke, und so löst d’Falle vill eher us.
Warum Süesses so guet funktioniert
D’Vorliebi für Süesses isch evolutionär bedingt. I de Natur bedüütet «süess» meistens «riif» und «energiereich» (wie bi Früchte). Bitteri Gschmacksrichtige dütet oft uf Gift hi. Darum gönd Müüs bi Süessigkeite, Guetzli oder sogar zuckeriitge Getränk sofort druf los.
Proteine: Wänn d’Muus zum Raubtier wird
Obwohl mir Müüs oft als Pflanzenfrässer gsehnd, sind sie eigentlich Omnivoren (Allesfrässer). Proteine sind für de Ufbau vo Muskle und für d’Ufzucht vo de Junge extrem wichtig. I de Natur decked Müüs dän Bedarf nöd mit Steak, sondern mit chliinere Tierli.
- Insekte und Würmer: Chäfer, Raupe, Rege- und Mehlwürmer stönd regelmässig ufem Spiiseplan.
- Tierfuetter: Das isch e riesigs Problem i ville Huushalt. Hude- und Chatzefuetter isch oft voll mit Proteine und Fett. En offne Napf mit Trockefuetter i de Garage oder im Cheller isch wie es «All-you-can-eat»-Buffet für Nager. Müüs liebed Chatzefuetter oft meh als de Chäs, wo denebed liit.
- Kannibalismus: I extreme Notsituatione, wänn d’Population z’gross isch und s’Fuetter fehlt, chönd Müüs sogar ihri eigne Artgenosse oder de Nachwuchs frässe. Das passiert aber nur im üsserste Notfall.
Müüs als Gourmets im Huus: Was sie i de Chuchi sueched
Wänn e Muus mal de Weg i d’Wohnig gfunde hät, wird sie schnell zum Gourmet-Tester vo Ihre Vorräte. Sie gnaged sich dur Plastik, Papier und Karton, um a das z’cho, was fein schmöckt. Bsunders gföhrdet sind:
- Backzuetate: Nüss (Haselnüss, Walnüss), Rosine, Schoggistückli und Kokosflocke.
- Teigware: Trockeni Pasta isch e super Quelle für Stärchi und haltet ewig – perfekt für s’Muusenäscht.
- Brot: Au altes, harts Brot wird nöd verschmäht. D’Chruste isch debii oft beliebter als s’Weiche innedra.
- Vogelchörner: Wer im Winter Vögeli füetteret und s’Fuetter im Schopf lagert, züchtet sich oft unabsichtlich e Mäuseplag a. Vogelchörner sind s’Reine Paradies für Müüs.
Spezifischi Lockmittel für verschideni Arte
Es git nöd nur «die Muus». Je nach dem, ob Sie es mit ere Huusmuus, ere Spitzmuus (wo eigentlich en Insektefrässer isch und gar keis Nagetier!) oder ere Feldmuus z’tue händ, sind d’Vorliebene chli anderscht.
D’Huusmuus isch am meischte a de Mensch gwöhnt. Sie mag Getreide, aber stürzt sich au uf Verarbeitets wie Guetzli, Speck oder Pizza-Reste.
D’Spitzmuus (wo man a de spitze Nase erkennt) wird Chörner eher ignoriere. Sie suechet Insekte, Larve und Schnecke. Wänn Sie e Spitzmuus fange wänd (bitte läbig!), bruuched Sie eher Würmer oder Fleisch als Köder.
D’Waldmuus bliibt gern bi de Klassiker: Nüss, Eichle und Buechernüssli sind da de Favorit.
Haufig gstellti Frage (FAQ)
Trinked Müüs eigentlich Wasser oder langet d’Nahrig?
Müüs chönd tatsächli langi Ziit ohne flüssigs Wasser überläbe, wenn sie gnueg Füechtigkeit über d’Nahrig ufnähmed (z.B. über Früchte oder Insekte). Trotzdem bruuched sie Wasser. I de Wohnig bediened sie sich gern a Kondenswasser, undichte Leitige oder em Wassernapf vom Huustier. Ohne Wasser und nur mit trocknem Chörnerfuetter überläbt e Muus nöd lang.
Isch Schoggi giftig für Müüs?
Theoretisch ja, gnau wie für Hünd. Schoggi enthält Theobromin, was für Tier giftig sii chan. Aber: D’Mengi macht s’Gift. E Muus würd trotzdem Schoggi frässe, will de Zuckergrus stärker isch als de Instinkt gege s’Gift. Für Fallen isch es drum en super Köder, au wänn es nöd gsund für s’Tier isch.
Chönd Müüs au dur Plastikverpackige frässe?
Absolut. Müüs händ extrem starchi Zäh, wo s’ganze Läbe lang wachsed. Sie müend gnage, um d’Zäh churz z’halte. Dünnes Plastik, Papiersäck und Karton sind überhaupt kein Hindernis. Nur Glas, Metall und sehr dicks Hartplastik sind sicher.
Warum frässed Müüs Seife oder Cherze?
Das gseht mer mängisch i Feriehüser: aagnageti Seifestückli. Villi Seife und billigi Cherze basiered uf tierische Fette oder pflanzliche Öle. Für e Muus schmöckt das nach Fett und Energie. Au wänns für eus gruusig tönt, für d’Muus isch es e Notration.
Wie Sie das Wüsse für Prävention nutzt
S’Wüsse über d’Nahrigsvorliebene vo de Müüs isch de Schlüssel, um sie fernzhalte. Es nützt nüüt, de Chäs i de Chüehlschrank z’tue, wänn d’Vogelchörner offe i de Garage stönd. Di beschti Strategie isch, de «Duft» z’minimiere. Müüs rieched extrem guet.
Lagered Sie alli Vorräte – bsunders Getreide, Nüss, Zucker und Tierfuetter – i verschliessbare Glas- oder Metallbehälter. Plastikdosen sind oft nöd gnueg, wänn d’Muus hunger hät. Putzed Sie Krümel unter em Sofa und hinter de Chuchichästli weg. En wiitere wichtige Punkt isch de Kompost im Garte: Wänn Sie döt kochti Spiisräschte, Fleisch oder Brot entsorged, lade Sie d’Nager förmlich ii. En offene Kompost sött nur für Roh-Abfäll wie Gmüesschale und Laub bruucht werde.
Wänn Sie verschideni Köder usprobiered und d’Muus nöd aabiisst, chan es au sii, dass sie eifach gnueg anderi Nahrig findet. D’Konkurrenz isch s’Problem. Erst wänn alles suuber verpackt isch, wird d’Falle mit de Erdnussbutter oder em Stückli Schoggi zur unwiderstehliche und einzige Option für de chliini Nager.
