Wär hät nöd scho als Chind d Pünkt uf em Rugge vo eme Mariachäfer zellt und ghofft, dass es Glück bringt? Die chliine, rote Chäferli sind wahrschiinli di beliebtischte Insekte i oisne Gärte. Aber hinder däm härzige Uusgseh steckt en gwaltsame Appetit und en echti Überläbensmaschine, wo für s ökologische Gliichgwicht essenziell isch. Während di meischte Lüüt wüssed, dass Mariachäfer Blattlüüs zum Frässe gern händ, hört s Wüsse döt oft scho uf. Debii isch de Spiiseplan vo däne Nützling vill vilsiitiger, und ihri Rolle im Garte gaht wiit über s bloosse Uufrume vo Schädling use. Wer staunt, wenn er im Früehlig plötzlich seltsami, schwarz-orange «Würmli» uf de Rose entdeckt, sött dänn nöd zur Gift-Sprühfläsche griife, sondern sich freue: Das sind nämlich d Chinder vo de Mariachäfer, und die sind no vill hungriger als ihri Eltere.
De gorssig Appetit: Was Mariachäfer würkli ässed
Es isch zwar richtig, dass d Blattluus s Hauptnahrigsmittel für di meischte heimische Mariachäfer-Arte isch, aber bi wiitem nöd s einzige. De Chäfer isch en Opportunist und passt sich em Aagebot aa. Je nach Art und Jahresziit cha s Menü im Garte ganz underschiedlich usgseh. Das isch für Gärtner e gueti Nachricht, well das bedüütet, dass de Mariachäfer bi verschidene Problem hälfe chan.
D Hauptspiise vom Mariachäfer umfasst:
- Blattlüüs: Das isch de Klassiker. En einzige Siibepunkt-Mariachäfer cha i sim Läbe bis zu 5000 Blattlüüs vertilge. Das macht ihn zum effektivschte biologische Schädlingsbekämpfer, wo mir händ.
- Schildlüüs und Wolllüüs: Bsuners gwüssi Spezialischte under de Chäfer händ sich uf die hertnäckige Schädling spezialisiert, wo vo viele andere Insekte verschmäht werded wäge ihrem waachsartige Schutzpanzer.
- Spinnmilbe: Vor allem de «Schwarzi Chugle-Mariachäfer» (Stethorus punctillum) isch en chliine, aber wichtige Jäger vo Spinnmilbe. Er isch so chli, dass mer en von blossem Aug chum gseht, aber er ruumt uf de Blattundersiite gwaltig uf.
- Pilzspore und Mehltau: Das wüssed di wenigschte. Es git Arte, wie de «Sächzehnfläckigi Mariachäfer» oder de «Zweiundzwanzigpunkt», wo sich vegetarisch ernähred. Si frässed de echti Mehltau vo de Blätter ab. Wenn du also gsesch, dass en Chäfer uf eme verpilzte Blatt hockt, dänn putzt er das villicht grad für dich.
Wenn s Fleisch knapp wird: Die vegetarischi Siite
Was passiert eigentlich, wenn alli Blattlüüs ufgfrässe sind? Verhungered d Mariachäfer dänn? Nei, d Natur hät vorgsorget. Wenn inere gwüsse Ziit im Summer d Schädling weniger werded, stieged vili Mariachäfer-Arte uf pflanzlichi Choscht um. Si ernähred sich dänn vo Polle und Nektar. Das isch en wichtige Punkt für Gärtner: Wer numen e suuber gmäiti Raseflächi hät, bietet de Chäfer i schlächte Ziite kei Überläbenschance. Blueme, wo viel Polle produziered, sind drum genau so wichtig wie d Schädling sälber, damit d Chäfer im Garte bliibed.
Vom Ei zum Chäfer: E Verwandlig in vier Akt
Um de Wärt vom Mariachäfer würkli z verstah, muess mer sin Läbeszyklus kenne. Vili Lüüt erchänned d Larve nöd und töted sie us Verseh, will si dänked, es seged Schädling. D Larve gsehd nämlich überhaupt nöd «härzig» us, sondern eher wie chliini, stachligi Alligatore.
- S Ei: Im Früehlig leit s Wiibli gääli, länglichi Eier in chliine Päckli uf d Blattundersiite ab. Schlauerwiis macht sie das meischtens direkt nebet ere Blattluus-Kolonie, damit de Nachwuchs sofort z Ässe hät.
- D Larve: Nach e paar Täg schlüpfed d Larve. Die Phase duuret öppe drü bis vier Wuche. I däre Ziit wachst d Larve extrem schnell und mues sich mehrmals hüüte. Das isch d Phase, wo für de Gärtner am wertvollschte isch: Ei einzigi Larve frisst bis zu ihrer Verpuppig mehreri hundert Blattlüüs. Si sind in däre Phase vili aggressiver und frässgieriger als di uusgwachsene Chäfer.
- D Puppe: Wenn d Larve gnueg gfrässe hät, chläbt si sich mit em Hinterteil a s Blatt und verpuppt sich. Die Puppe gseht us wie en chliine, orange-schwarze Tropfe, wo starr am Blatt hanget. Achtung: Bitte nöd abchratze! Da drin passiert grad s Wunder vo de Metamorphose.
- De Chäfer: Nach öppe ere Wuche schlüpft de fertigi Mariachäfer. Am Aafang isch er no ganz gäl und hät keini Pünkt. Erscht nach e paar Stunde härte d Flügel uus und di typischi rooti Farb mit de schwarze Pünkt chunt zum Vorschii.
De Asiatischi Mariachäfer: Fründ oder Find?
I de letschte Jahre gseht mer immer hüüfiger de Asiatischi Mariachäfer (Harmonia axyridis) i oisne Breitigrad. Ursprünglich isch er i Gwächshüüsers iigsetzt worde, um Schädling z bekämpfe, aber er hät de Wäg i d Natur gfunde. Er isch e chli grösser als oisen heimische Siibepunkt und extrem variabel i de Farb – vo orange bis schwarz isch alles debii. Sin Appetit isch no gwaltiger als de vo oisne heimische Arte.
Das Problem debii isch: De Asiatischi Mariachäfer frisst nöd nur Blattlüüs, sondern au d Larve vo oisne heimische Mariachäfer und andere Nützling wie Florflüüge. Er verdrängt also oisi iiheimische Arte. Trotzdem sött mer nöd in Panik verfalle und aafange, Chäfer im Garte z töte, will d Underschädig für de Laie oft schwer isch. Beidi Arte hälfed gäge Blattlüüs, aber de Iifluss uf d Biodiversität isch bim asiatische «Invasor» problematisch.
Warum Mariachäfer e gsundi Biodiversität aazeiged
Wenn du vili Mariachäfer im Garte häsch, isch das es exzellents Zeiche. Es bedüütet, dass d Nahrungschetti funktioniert. En sterile Garte, wo mit chemische Spritzmittel behandlet wird, wird nie e stabili Population vo Mariachäfer ha. Warum? Will d Chemie nöd nur d Schädling tötet, sondern au d Nahrigsgrundlag für d Nützling vernichtet – und oft d Nützling sälber au.
Mariachäfer sind Bioindikatore. Si zeiged aa, dass es gnueg Struktur im Garte git. Sie bruuched nämlich nöd nur Futter, sondern au Versteck. Hüüfe vo Laub, Totholz, verblüiti Stude, wo mer über de Winter stah laht – das alles sind Wohnige für d Chäfer. Wer im Herbst alles «picobello» uufruumt, nimmt de Chäfer s Winterquartier wäg.
Pflanze, wo Mariachäfer magisch aaziehnd
Damit sich d «Glückschäfer» bi dir wohlfühled, chasch gezielt Pflanze setze. Bsunders Doldenblütler und Chorbbüetler sind beliebt, will si liicht zuegängliche Polle händ. Hier e chliini Uswahl für di nächschti Pflanzig:
- Fenchel und Dill: Wenn mer die i d Blüete schüsse laht, sind si en Magnet für Nützling.
- Ringelblueme (Calendula): Eifach z pflanze und sehr beliebt.
- Schafgarbe: En robuste Dauerblüehler.
- Chornblueme: Bringed Farb und Futter in Garte.
Hüüfig gstellti Frage (FAQ)
Zeiged d Pünkt uf em Rugge s Alter vom Mariachäfer aa?
Nei, das isch en Mythos, wo sich hartnäckig haltet. D Aazahl vo de Pünkt hanget vo de Art ab. De Siibepunkt-Mariachäfer hät immer sibe Pünkt, egal ob er erscht gschlüpft isch oder scho fascht am Ändi vo sim Läbe staht. De Zweipunkt hät zwei, und de Zweiundzwanzigpunkt hät… gnau, zweiundzwanzig.
Wie alt wird en Mariachäfer eigentlich?
Di meischte Mariachäfer läbed öppe ei Jahr. Si schlüpfed, frässed sich satt, überwintered dänn als erwachseni Chäfer, leied im nöchschte Früehlig Eier und sterbed dänn meischtens churz drufabe.
Sind Mariachäfer giftig?
Für Vögel und anderi Fressfind: Ja, liecht. Wenn sich en Mariachäfer bedroht fühlt, sondert er e gääli Flüssigkeit us de Glenk a de Bei ab. Das nennt mer «Reflexbluete». Die Flüssigkeit schmöckt bitter und schlächt. Für ois Mönsche isch sie aber uugföhrlich, sie cha höchsctens liechti Fläcke uf de Huut oder Chleider hinterlah.
Soll ich Mariachäfer-Larve chaufe für min Garte?
Das cha bi akutem Befall, zum Biispiel im Gwächshuus oder uf em Balkon, Sinn mache. Im offene Garte isch es aber meistens besser, d Bedingige so z gstalte, dass d Chäfer vo sälber chömed. Gkaufti Larve wanderet oft ab, wenn si nöd gnueg Futter finded. «Locke statt chaufe» isch die nachhaltigeri Devise.
So schaffsch du s perfekte Überwinterigs-Plätzli
Di kritischschti Ziit für oisi Mariachäfer isch de Winter. Di erwachsene Chäfer falle in e Art Winterstarri und müend e gschützts Plätzli finde, wo si vor Frost und Fressfind sicher sind. Inere uufgrummte, sterile Landschaft isch das gar nöd so eifach. Du chasch ihne aber mit wenig Ufwand hälfe, und das danked si dir im nöchschte Früehlig mit emene Bärenhunger uf Blattlüüs.
Laah im Herbst eifach eckewiis s Laub ligge, am beschte under Büsch oder Hecke. Auch Steihuufe oder Totholzhuufe sind ideal. Wänn du Stude und Gräser im Herbst nöd zruggschniidsch, sondern erscht im Früehlig, bietisch du nöd nur de Mariachäfer, sondern au viele andere Insekte en Unterschlupf i de hohle Stängel. Wer en Schritt wiiter gah will, cha au es Insektehotel ufhänke. Wichtig isch debii, dass d Abteil für Mariachäfer mit Zapfe, Rinde oder Laub gfüllt sind, nöd mit de Röhrli (die sind für Wildbiene). S Mariachäfer-Abteil sött eher gschlosse sii mit chliine Schlitz oder Löcher als Iigang. Wenn du dänn im Winter mal en ganze Huufe Chäfer inere Ritze am Huus oder im Laub gsesch: Bitte nöd störed, die schlafed nume und träumed vom nächste Blattluus-Buffet.
