Lohn-Check: Das verdient en Anwalt i de Schwiiz

Wer a de Ruef vom Aawalt denkt, het oft sofort s Bild vo de US-Serie «Suits» im Chopf: tüüri Aazüg, Büros im oberste Stock vomene Wolkechratzer und en Lohn, wo eim schwindlig wird. Aber wie gseht d Realität i de Schwiiz würkli us? S Jura-Studium ghört immer no zu de beliebtischte Studiegegang a de Schwiizer Unis, und das nöd zletscht weg de Uussicht uf en guete Verdienst. Doch d Spannwiiti vo de Löhn i de Rechtsbranche isch extrem breit. Es hangt vo enorm viele Faktore ab – ob mer inere grosse Wirtschaftskanzlei z Züri schafft, als Einzelkämpfer ufem Land, oder ob mer als Unternehmensjurist inere Bank aagstellt isch. Wer s Aawaltspatent i de Täsche het, het zwar e gwüssi Lohngarantie, aber de Weg zum Millionär isch au für Juriste steinig und mit sehr viel Arbet verbunde. I dem Artikel luege mer ganz genau ane, was mer i de Schwiiz als Jurist und Aawalt würkli ufem Lohnzettel het.

De Iistig: Vom Substitut zum erste Associate-Lohn

Bevor mer überhaupt als Aawalt schaffe dörf, mues mer i de meiste Kantön es Praktikum absolviere, sogenannti Substituten-Jahre. Da fangt d Realität oft recht ernüchternd aa. Währendem Studium träumt mer villicht scho vom grosse Geld, aber als Substitut oder Volontär bewegt mer sich oft amene ganz andere Ende vo de Skala. D Lohnunterschied sind da scho riesig.

Inere grosse Wirtschaftskanzlei in Züri oder Genf chann en Substitut (also öpper mit Masterabschluss, aber no ohni Aawaltspatent) duruus scho zwüschet 5’000 und 8’000 Franke im Monet verdiene. Das isch für en Praktikante-Lohn sehr stattlich. Wer aber s Praktikum bimene Gricht oder inere chliine Kanzlei ufem Land macht, mues sich oft mit 2’500 bis 4’000 Franke zfriede geh. Das isch en Investition i d Usbildig, will ohni das Praktikum d Zuelassig zur Aawaltsprüefig nöd möglich isch.

Sobald s Patent dänn aber im Sack isch und mer als «Associate» (also als angestellte Aawalt) aafangt, macht de Lohn en gumpe ufe. S typische Iistiegsgehalt für en frisch bacheni Aawältin oder en Aawalt lit i de Schwiiz im Schnitt zwüschet 100’000 und 120’000 Franke pro Jahr. Aber au da gilt: I de Top-Tier Kanzleie in Züri sind Iistiegslöhn vo 150’000 Franke und meh kei Selteheit, während chliineri Büros villicht bi 85’000 oder 90’000 startet.

Wirtschaftskanzlei vs. Boutique vs. Wald-und-Wiesen-Aawalt

Ein vo de wichtigste Faktore für de Lohn isch d Art vo de Kanzlei. Mer unterscheidet grob zwüschet de grosse Wirtschaftskanzleie, spezialisierte Boutiquen und de klassische Allrounder-Kanzleie.

Die grosse Wirtschaftskanzleie

Hier flüsst s Geld am schnellste. Kanzleie, wo vor allem Banke, Pharmakonzerne und internationali Firmen beratet, zahlet am meiste. De Grund isch simpel: D Stundesätz, wo die Kanzleie ihre Kliente verrechnet, sind extrem hoch (oft zwüschet 600 und 1’000 Franke pro Stund). Dementsprechend verdienet d Aawält au guet. Nach es paar Jahr Ruefserfahrig (Senior Associate) stigt de Lohn da schnell uf 180’000 bis 250’000 Franke. De Priis defür isch aber oft e sehr hochi Arbetsbelastig, wo 60-Stunde-Wuche fascht normal sind.

Nischen-Kanzleie (Boutiquen)

Es git Kanzleie, wo sich nur uf ei Gebiet spezialisiert händ, zum Biispiel Stüürrecht, IP-Recht (Geistiges Eigentum) oder Familienrecht. Hier sind d Löhn sehr unterschiedlich. Top-Boutiquen im Stüürrecht chönd locker mit de Grosskanzleie mithalte oder sie sogar übertreffe. Kanzleie im Familien- oder Strafrecht hend oft chli tüüferi Margen, was sich dänn au im Lohn niederschlaht. Trotzdem sind Löhn vo 120’000 bis 180’000 Franke für erfahreni Aawält da d Regel.

Die chliine Kanzleie

Wer i däre Kategorie schafft, het oft e breiters Spektrum a Fäll – vom Scheidigsrecht bis zum Baurecht. D Löhn sind hier moderater, aber oft isch d Work-Life-Balance chli besser (wobei das nöd immer stimmt). Hier verdient en Aawalt mit Erfahrig oft zwüschet 100’000 und 150’000 Franke.

De Faktor Standort: Züri isch de Pay-Leader

D Schwiiz isch chli, aber d Lohnunterschied je nach Kanton sind gwaltig. Züri isch unbestritten d «Legal Capital» vo de Schwiiz. D Konzentration a Banke und Versicherige sorgt defür, dass d Aawaltslöhn hier am höchste sind. Genf staht Züri chuum nah, vor allem wege de internationale Organisatione und em Rohstoffhandel.

En Verglich zeigt d Tendenz:

  • Region Züri: Hier sind Löhn über 150’000 Franke Standard für erfahreni Aawält. D Läbescoste sind aber au dementsprechend hoch.
  • Genferseeregion: Ähnlich wie Züri, sehr hochs Niveau, oft international prägt.
  • Bern / Basel: Basel het dur d Pharmaindustrie au sehr guet zahlti Jobs, vor allem In-House. Bern als Verwaltigsstadt het viel Juriste bim Bund, wo nach festem Lohnschema zahlt werdet. D Privatwirtschaft zahlt hier guet, aber meistens e biz weniger als in Züri.
  • Ostschwiiz / Zentralschwiiz / Tessin: I ländlichere Kantön oder im Tessin sind d Löhn oft 20% bis 30% tüüfer als in Züri. En Lohn vo 100’000 Franke het aber det wäge tüüfere Mietene und Stüüre e ganz anderi Chaufkraft.

In-House Juriste: D Alternative zur Kanzlei

Nöd jede Jurist schafft inere Aawaltskanzlei. Sehr vieli gönd als Unternehmensjuriste («Legal Counsel») direkt zu de Firmen. Das isch en attraktive Weg, will mer nüme im «Billable Hours»-Hamsterrad drin isch – also nöd jedi Stund mues em Chund verrechnet werde.

Bi Banke und Versicherige sind d Löhn für In-House Juriste oft sehr hoch. En Senior Legal Counsel bi ere Grossbank oder eme Pharma-Riis chann guet und gern 180’000 bis 220’000 Franke und meh verdiene, plus Bonus. In KMUs oder Industrie-Betrieb sind d Löhn chli tüüfer, aber oft immer no sehr attraktiv im Verglich zum Stresslevel inere Grosskanzlei.

En wiitere Vorteil bim «In-House» schaffe isch d Planbarkeit. D Arbetszite sind oft geregelter. Allerdings isch de «Upside» nach obe begränzt. Während en Partner inere Kanzlei theoretisch unbegrenzt verdiene chan, je nach Umsatz, isch bim Aagstellte im Unternehmen irgendwenn s Endi vom Lohnband erreicht, ausser mer schafft de Sprung is Top-Management (General Counsel oder C-Level).

De grossi Traum: Partner werde

Wenn mer über Aawaltslöhn redet, dörf mer de «Heilige Gral» nöd vergesse: Partner werde. I de Struktur vo de meiste Kanzleie git es d Hierarchie Associate -> Senior Associate -> Counsel -> Partner.

Aber Partner isch nöd glich Partner. Es git de Salary Partner, wo zwar de Titel trait, aber immer no en fixen Lohn bechunnt (villicht mit eme chliine Gwinnanteil). De Lohn lit da oft zwüschet 200’000 und 300’000 Franke.

Denn git es de Equity Partner. Dä Chauf sich i d Kanzlei ii und isch Mitinhaber. Sis Iikomme hangt direkt vom Gwinn vo de Firma ab. Bi de Top-Kanzleie i de Schwiiz (oft «Magic Circle» gnennt) chönd Equity Partner Jahreslöhn (bzw. Gwinnuusschüttige) vo einer Million Franke bis zu mehrerne Millione erziile. Das isch d Liga, wo d Lohnskala förmlich explodiert. De Weg dorthin duuret aber meistens 8 bis 12 Jahr und erfodert nöd nur juristisches Talent, sondern vor allem d Fähigkeit, Chunde z gwünne («Rainmaker»-Qualitäte).

Bonus und Nebenleistige

De Grundlohn isch oft nur die halbi Miete. Grad im Aawaltsbuech sind Boni en riesige Bestandteil vom Gsamtpaket.

  1. Performance Bonus: Wer sini Stundeziel (z.B. 1600 verrechenbari Stunde im Jahr) erreicht oder übertrifft, bechunnt am Jahresendi en dicke Check. Das chan zwüschet 10% und 30% vom Jahreslohn sii.
  2. Sign-on Bonus: I Zyte vom Fachkräftemangel zahlet Kanzleie teilwiis scho Boni, nur damit öpper überhaupt aafangt.
  3. Spese und Benefits: Generalabos, Repräsentationsspese, Handy und Laptop ghöret zum Standard. Vieli Kanzleie übernämed au d Choste für Weiterbildige (LL.M. oder Fachanwalt), was schnell mehreri Zähntuusig Franke wert isch.

Billable Hours: De Druck hinterem Lohn

Warum verdient en Aawalt so viel? Will er oder sie unter enormem Druck staht. S Zauberwort heisst «Billable Hours». Jede Aawalt bechunnt es Ziel vorgsetzt, wie viel Stunde er de Chunde i Rechnung stelle mues. Wenn es Ziel bi 1’500 Stunde im Jahr liit, tönt das machbar (bi ca. 1’900 Arbeitsstunde imene normale Jahr).

Aber Vorsicht: Nöd jedi Stund im Büro isch «billable». Kafi hole, mit Kollege schwätze, Weiterbildig, Akquise oder administrativi Sache chann mer nöd verrechne. Um 8 Stunde «billable» z ha, mues mer oft 10 bis 11 Stunde im Büro si. Das relativiert de hoche Stundenlohn dänn wieder chli. Wer de Lohn also uf d effektiv gleisteti Stund abebricht, verdient mängisch weniger als en Lehrer oder en Projektleiter.

FAQ – Hüfig gstellti Frage zum Aawaltslohn

Wie lang gaht d Usbildig, bis mer de volle Lohn bechunnt?

D Usbildig isch lang. Zerst mues mer de Bachelor (3 Jahr) und de Master (1.5 – 2 Jahr) mache. Dänn folgt s Substituten-Jahr (Praktikum, 1-2 Jahr) und d Vorbereitig uf d Aawaltsprüefig. Alles i allem gaht es meistens 7 bis 8 Jahr nach de Matura, bis mer s Patent het und de erste «richtige» Aawaltslohn vo über 100’000 Franke verdient.

Verdient mer bim Bund oder bim Kanton schlechter als i de Privatwirtschaft?

Nöd unbedingt schlechter, aber anders. D Iistiegslöhn bim Staat (z.B. als Gerichtsschreiber oder Jurist i de Verwaltig) sind oft sehr kompetitiv und chönd mit mittlere Kanzleie mithalte (oft um die 100’000 – 110’000 CHF). Später flacht d Kurve aber ab. Während i de Privatwirtschaft Löhn vo 250k+ möglich sind, isch bim Staat meistens bi 160k bis 180k (je nach Position und Lohnklass) e Deckel erreicht. Defür sind d Sozialleistige (Pensionskasse) bim Staat oft besser.

Lohnt sich en LL.M. Titel im Portemonnaie?

Ja, meistens scho. En «Master of Laws» (LL.M.), oft im usland (USA, UK) erworbe, isch i Wirtschaftskanzleie sehr gfragt. Er zeigt, dass mer guet Englisch chan und internationali Erfahrig het. Das chann de Marktwert und somit de Lohn oder d Chance uf e Partnerschaft deutlich erhöhe.

Git es en Gender Pay Gap bi Aawält?

Leider ja. Zwar sind d Iistiegslöhn für Fraue und Manne i de meiste grosse Kanzleie identisch festgelegt (Lockstep-System). Aber je höher mer chunnt, desto grösser wird d Lücke. Fraue sind i de Partnerschaft vo Wirtschaftskanzleie immer no starch untervertrete, was de Durchschnittslohn vo de wiibliche Aawält im Verglich zu de männliche drückt.

Was isch s Minimum, wo en Aawalt verdient?

Es git kes gesetzlichs Minimum für sälbstständigi Aawält. Wer e eigeti Kanzlei gründet und kei Chunde het, verdient am Anfang villicht gar nüt oder mues vom Ersparte läbe. Bi Aagstellte giltet i gwüsse Kantön Gesamtarbeitsverträge oder üblichi Ortsgebräuch, aber unter 80’000 Franke als aagstellte Aawalt (mit Patent) isch sehr unüblich und giltet als Uusbeutig.

Legal Tech und d Entwicklig vo de Branche

D Zuekunft vom Aawaltslohn isch spannend. D Digitalisierig (Legal Tech) nimmt de Juriste viel «Fleissarbet» ab, wie zum Biispiel s Duresueche vo Verträg (Due Diligence). Das chönnt bedüüte, dass d Löhn für eifachi juristischi Arbet chli unter Druck chömed, will Software das günstiger erledige chan.

Uf de andere Site stigt de Bedarf a hochspezialisierte Aawält, wo komplexes strategisches Berate aabüüte chönd – öbbis, wo e KI nöd so schnell ersetze chan. Wer sich also i Zuekunft uf Nische, Technologie-Recht oder komplexes Litigation (Prozessfüehrig) spezialisiert, wird wiiterhin zu de Top-Verdiener i de Schwiiz ghöre. S Gschäftsmodell vo de Kanzleie wird sich wandle, aber de Aawalt als Vertrauensperson und stratege blibt tür und wertvoll.