Es isch eusi chlini Tradition, wo aber doch immer wieder für grossi Verwirrig sorgt. De Moment isch perfekt, d Frag isch gstellt, s «Ja» isch gseit – und dänn staht mer da mit dem wunderschöne Ring und überleit: An weli Hand ghört dä jetzt eigentlich? Links oder rechts? I de Schwiz isch das nöd immer ganz so eifach z beantworte wie zum Biispiel in Amerika, wo d Regle glasklar sind. Mir läbed ime Land mit verschidene kulturelle Iiflüss, und das macht sich au bi de Schmuck-Etikette bemerkbar. Während di meiste Lüüt intuitiv e Site wähled, lohnt sich en Blick uf d Traditione, d Symbolik und au di praktische Gründ, warum de Verlobigsring det sitzt, wo er sitzt. Es gaht schliesslich nöd nur um es Schmuckstuck, sondern um es Verspreche, wo sichtbar am Finger treit wird.
Di klassischi Schwizer Antwort: Herzsite isch Trumpf
Wänn mer sich a de mehrheitliche Tradition i de Schwiz orientiert, dänn isch d Antwort relativ klar: De Verlobigsring wird i de Regel a de linke Hand treit. Das hät en ganz en romantische und historische Hintergrund, wo wiit i d Gschicht zruggat, no bevor d Eidgenosseschaft überhaupt es Thema gsi isch.
De Grund defür liit i de sogenannte «Vena Amoris». Das isch latiinisch und bedütet so vill wie «Liebesadere». Scho di alte Ägypter und später d Römer händ dra glaubt, dass es e direkti Vene git, wo vom Ringfinger vo de linke Hand schnurstracks zum Herze führt. Will d Liebi im Herze dihei isch, hät mer also de Ring a genau däm Finger platziert, um die Verbindig z stärche. Auch wänn hütigi Mediziner wüssed, dass d Anatomie vo de Händ links und rechts identisch isch, isch d Symbolik blibe. Für villi Schwizer Paarli isch es drum s Schönste gfühl, de Ring uf de «Herzsite» z träge.
Verlobig vs. Hochziit: S grosse Ring-Wechsle
D Verwirrig entstaht meistens dänn, wänn mer a de Ehering dänkt. I de Schwiz, und bsunders i de Dütschschwiz, hät sich über langi Ziit e gwüssi Norm iigbürgeret, wo aber hützutags starch im Wandel isch. Traditionell hät mer gseit: Verlobigsring links, Ehering rechts. Das isch au i Dütschland und Östriich de absoluti Standard.
Aber – und das isch es grosses Aber – d Schwiz isch starch dur di welschi und italienischi Kultur beiiflusst. I de USA, Frankriich, Italien und Grossbritannie treit mer nämlich de Ehering links. Und genau das setzt sich au i de Schwiz immer meh dure. Villi Paarli wänd de Ehering a de linke Hand träge, will er det nöcher bim Herz isch und will di linki Hand (bi Rechtshänder) weniger beansprucht wird. Das füehrt zur spannende Frag: Was passiert dänn mit em Verlobigsring nach de Hochziit?
D Option «Vorsteckring»
E sehr beliebti Lösig i de Schwiz isch es, de Verlobigsring so uszsueche, dass er später perfekt zum Ehering passt. Wänn d Hochziit verbi isch, bliibt de Verlobigsring a de linke Hand und de Ehering chunnt eifach dezue. Das nennt mer «Stacking» oder ebe en Vorsteckring. Das gseht nöd nur modern us, sondern löst au s Problem, dass mer sich nöd muess entscheide. Beide Ring sind a de Herzhand vereint.
De Wechsel uf di rechti Hand
Andersiits git es Paarli, wo a de alte germanische Tradition festhalted. Det treit d Frau de Verlobigsring während de Verlobigsziit links. Sobald ghürate wird, wanderet de Verlobigsring uf di rechti Hand, oder er verschwindet i s Schmuckchästli, und de Ehering nimmt de Platz a de linke (oder traditionell dütsche rechte) Hand ii. Das isch hüt aber eher seltener de Fall, will de Verlobigsring oft tüür und schön isch und mer en nöd «verstecke» will.
Praktischi Überlegige: Rechtshänder und Linkshänder
Näbed all de Romantik und Tradition dörf mer de Alltag nöd vergesse. I de Schwiz sind öppe 85 bis 90 Prozent vo de Lüüt Rechtshänder. Das hät en massive Iifluss druf, wie starch en Ring abgnutzt wird. Wänn öpper de ganzen Tag mit de rechte Hand schafft – sei es am Computer, im Handwerk oder im Huushalt – dänn liidet en Ring a de rechte Hand dütlich meh. Er bechunt schneller Chratzer, stoosst a Türfalle aa oder wird bim Händeschüttle druckt.
Us rein praktischer Sicht spricht also alles defür, de wertvolleri Ring – und das isch oft de Verlobigsring mit em Diamant oder Edelstei – a de linke Hand z träge, wänn mer Rechtshänder isch. Det isch er eifach sicherer. Für Linkshänder gilt natürlich s Gegeteil, aber da sich d Traditione meistens a de Mehrheit orientiered, bliibt «links» d Standardempfehlig für de Verlobigsring.
Ringgrössi: Achtung bim Chauf!
En Punkt, wo villi Manne (und Fraue bim Antrag) vergesse, isch d Anatomie vo eusne Finger. Eusi Händ sind nöd symmetrisch. Bi de meiste Mönsche isch d dominanti Hand (also meistens rechts) chli chräftiger und d Finger sind chli dicker als a de nöd-dominante Hand. Das chan guet und gern ein bis zwei Ringgrössene Unterschied usmache.
Wänn mer also plant, de Ring a de linke Hand z träge, muess er au für de linki Ringfinger gmesse werde. Wänn s Ziel isch, de Ring nach de Hochziit a d rechti Hand z wechsle, dänn chönnt das zum Problem werde. En Ring, wo links perfekt passt, isch rechts oft z eng. Und umgekehrt: En Ring wo rechts passt, rütscht links vielleicht abe. Drum isch es wichtig, sich scho vor em Chauf z überlege: Wo sött de Ring langfristig blibe?
Di meiste Juweliere i de Schwiz empfehled drum, de Ring für di Hand aazpasse, wo er am längste treit wird. Wänn er später gwechslet werde sött, chan mer en meistens no aabpasse lah, aber das isch mit Chöste und Ufwand verbunden.
Manne und de Verlobigsring
Früener isch es i de Schwiz so gsi: Nur d Frau treit en Verlobigsring. De Maa hät erst ab de Hochziit sin Ring aagleit. Aber d Ziite ändered sich. Immer meh Manne wänd au scho während de Verlobigsziit zeige, dass sie vergeh sind. «Mangagement Rings» (es Wortspiel us «Man» und «Engagement») werded populärer.
Für d Manne gilt i de Schwiz di gliichi Regle wie für d Fraue: Meistens links. Oft sind d Manne-Verlobigsring schlichter, mängisch us Silber, Titan oder Platin, und werded dänn a de Hochziit entweder dur de Ehering ersetzt oder a d rechti Hand gwächselt. Villi Manne wähled au d Option, de Verlobigsring a de Hochziit eifach abzlegge und nur no de Ehering z träge.
Internationali Iiflüss i de Schwiz
Mer dörf nöd vergesse, dass d Schwiz es Iiwanderigsland isch und mir vill Expars und bi-nationali Paarli händ. Das mischt d Charte neu:
- Südeuropa (Italie, Spanie, Frankriich): Da isch links für de Ehering s Mass aller Dinge. De Verlobigsring isch oft au links oder gar nöd so prominent wie i de angelsächsische Kultur.
- USA / UK: Alles links. Verlobigsring zerscht, dänn de Ehering «under» de Verlobigsring (nöcher zum Herz), beides a de linke Hand. Das isch de Look, wo mer us Hollywood-Filme kennt und wo villi jungi Schwizer Brüt nahahmed.
- Osteuropa: I Länder wie Pole, Russland oder de Ukraine wird de Ehering traditionell rechts treit.
- Türkei / Arabische Ruum: Oft wird de Verlobigsring rechts treit und de Ehering dänn links, oder es wird gwechslet.
Wänn also de Partner oder d Partnerin en andere kulturelle Hintergrund hät, dänn lohnt es sich, das vorher z bespräche. Es git nüt Schlimmers als Missverständnis bim Ringtusch am Altar!
Hüfig gstellti Frage (FAQ)
A welere Hand treit mer de Verlobigsring i de Schwiz traditionell?
Am hüfigste gseht mer de Verlobigsring a de linke Hand am Ringfinger. Das isch wäge de Symbolik vo de «Vena Amoris», wo direkt zum Herz füehrt.
Chan ich de Ring au rechts träge?
Natürlich. Es git kes Gsetz defür. Wänn dir rechts aagnehmer isch oder du d Tradition vo dim Heimatland pflege wotsch, isch das völlig in Ornig. Villi Paarli mached eifach ab, was für sie am beste stimmt.
Was passiert mit em Verlobigsring a de Hochziit?
Da gits drüü Variante: Entweder er blibt links und de Ehering chunnt dezue (Vorsteckring), er wanderet uf di rechti Hand, oder er wird abgleit und nur bi spezielle Aläss treit. Di ersti Variante isch momentan am beliebtischte.
Mues de Verlobigsring zum Ehering passe?
Wänn du plansch, beidi Ring am gliiche Finger z träge, dänn ja. Dänn sötted Material (z.B. beides Wiissgold oder Platin) und d Form (damit sie schön inenand passed) ufenand abgstimmt sii. Wenn du sie a verschidene Händ treisch, isch das weniger wichtig.
Und wo chunnt de Ehering hii?
Früehner i de Dütschschwiz eher rechts, hüt aber sehr hüfig au links. Es chunt chli druf aa, ob mer de traditionelle «dütsche» Wäg oder de «internationale/welsche» Wäg gaht. Am beste probiered ihr es eifach us, was sich besser aafühlt.
S Gfühl isch wichtiger als d Etikette
Am Endi vom Tag muess man säge: Es git kei «Falsch» oder «Richtig». D Schwiz isch in dere Hinsicht sehr liberal worde. S Wichtigste isch, dass de Ring passt, dass er nöd stört und dass er für eu beidi e Bedütig hät. Ob das jetzt links isch wege em Herz, oder rechts will mer d Hand zum Schwur hebt (en alte Gedanke für de Ehering rechts), das liit ganz bi eu.
Reded drüber, bevor de Ring kauft wird, oder spatistens dänn, wänn d Hochziitsplanig losgaht. Probiered d Ring a beide Händ aa. Mängisch entscheidet au eifach d Form vo de Finger oder en alte Verletzig, wo de Ring am bequemste sitzt. D Liebi ladi sich nöd vorschriibe, a wele Finger sie ghört – sie isch d Hauptsach, und de Ring isch nur ihr glänzende Begleiter.
