BVG eifach erklärt: Darum gaht d’Pensionskasse alli aa

Jede Monet luegsch du uf dini Lohnabrechnig und gsesch det verschideni Abzüg, wo dir vom Bruttolohn abgezoge werded. Nebed de AHV isch de Posten für d’Pensionskasse oft de grössti Betrag, wo „fehlt“. Aber hand ufs Herz: Weisch du würklich im Detail, was mit dem Geld passiert, wo det Monat für Monat verschwindet? Für vili Schwiizerinnen und Schwiizer isch s’Thema „Berufliche Vorsorge“ (BVG) es Buech mit siebe Siegel. Es wirkt kompliziert, voller Fachjargon und schiint e Sach z’sii, um die mer sich erscht churz vor de Pensionierig kümmere muess. Das isch aber en trügerische Gedanke. D’Pensionskasse isch en zentrale Baustei vo dim finanzielle Fundament – und zwar nöd erscht mit 65, sondern scho hüt. Wer s’System verstaat, chan Stüüre spare, Risike besser absichere und für s’Alter gezielter vorsorge.

Was isch das BVG eigentlich genau?

Wenn mir im Volksmund vo de „Pensionskasse“ reded, meinemer meistens s’System vo de beruflichen Vorsorge. S’BVG isch d’Abchürzig für s’Bundesgsetz, wo das alles reglet: s‘Bundesgsetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. S’Ziel vo dem Gsetz isch eigentlich recht simpel: Zäme mit de 1. Säule (de AHV/IV) söll d’Pensionskasse ermögliche, dass du im Alter, oder wenn dir öpis passiert, din gwohnte Läbensstandard witgehend witerfüehre chasch. Während d’AHV für d’Existenzsicherig da isch (also s’Nötigste zum Überläbe), söll s’BVG defür sorge, dass du dir au witerhin en gwüsse Komfort leiste chasch. Ziel isch es, dass beidi Säule zäme öppe 60% vo dim letschte Lohn abdecked.

Wer isch obligatorisch versicheret?

Nöd jede, wo schafft, isch automatisch i de Pensionskasse versicheret. Es git gwüssi Regle, wo entscheided, ob du debii bisch oder nöd. Das Gsetz schriibt vor, dass du abeme gwüsse Johreslohn (de sogenannti Eintrittsschwelle) obligatorisch versicheret sii muesch. Aktuell liit die Gränze bi 22’050 Franke im Jahr (Stand 2024, d’Zahle chönd sich aber liecht ändere). Wer weniger verdient, isch vom Gsetz her nöd zwangsversicheret, chan aber bi gwüsse Arbeitgeber freiwillig mitmache.

Wichtig z’wüsse isch au de Unterschied bim Alter:

  • Ab em 17. Lebensjahr (also ab em 1. Januar nach dim 17. Geburi): Bisch du gäge Tod und Invalidität versicheret. Du zahlsch also scho Risikobiiträg, sparsh aber no kes Altersguethabe aa.
  • Ab em 25. Lebensjahr: Jetz fangt s’richtige Spare aa. Ab dem Moment werden au Biiträg für d’Altersvorsorg fällig, s’sogenannte Altersguethabe wird ufbaut.

De Koordinationsabzug – Werum nöd de ganzi Lohn versicheret isch

Vili Lüt wundere sich, werum uf de Pensionskassen-Abrechnig en tüüfere Lohn stot als uf em Arbeitsvertrag. Das liit am Koordinationsabzug. Will d’AHV (1. Säule) scho en Teil vo dim Lohn absicheret, muess d’Pensionskasse nöd nomal de ganzi Betrag versichere. Drum wird vom Johreslohn en feste Betrag abgezoge (aktuell 25’725 Franke). Was übrig bliibt, isch de versicherte Lohn. Das isch de Betrag, uf dem dini Biiträg und die vom Arbeitgeber berechnet werded. Für Teilziitarbeitendi oder Lüt mit tüüfe Löhn chan das System en Nachteil sii, will de Abzug unverhältnismässig hoch isch – moderni Pensionskasse passet de Abzug drum oft a de Beschäftigungsgrad aa, aber das isch (no) nöd Gsetz.

Wer zahlt wie viel?

S’BVG isch es partnerschaftlichs System. Das heisst, de Arbeitgeber muess mindestens so viel i d’Kasse ii-zahle wie du als Arbeitnehmer. Vili firmeneigeni Pensionskasse sind aber grosszügiger und de Chef übernimmt meh als 50% vo de Biiträg. Das nennt mer denn en «überobligatorische» Plan oder en bessere Vorsorgeplan. Es lohnt sich also, bimene neue Job nöd nur uf de Lohn z’luege, sondern au is Pensionskasse-Reglement.

Dini Biiträg hanget starch vo dim Alter ab. Je älter du wirsch, desto höcher sind d’Abzüg vom Lohn für d’Altersguetschrifte:

  • Alter 25–34: 7% vom versicherte Lohn
  • Alter 35–44: 10% vom versicherte Lohn
  • Alter 45–54: 15% vom versicherte Lohn
  • Alter 55–65: 18% vom versicherte Lohn

Das erklärt au, werum älteri Arbeitnehmer für en Betrieb «tüürer» sind. S’Geld, wo da inezahlt wird, ghört aber dir. Es wird am Kapitalmarkt aagleit und verzinst.

Schutz bi Invalidität und Tod

Oft wird d’Pensionskasse nur als Sparkässeli fürs Alter aaglueget. Aber s’BVG hät e enorm wichtigi Funktion als Risikoversicherig. Wenn du durch e Chrankheit oder en Unfall invalid wirsch und nüme chasch schaffe, zahlt d’Pensionskasse e Invalidenrente (nachdem d’Wartefrist verbii isch und d’IV de Fall prüeft hät). Und das isch oft entscheidend, will d’Rente vo de staatliche IV allei meistens nöd langed zum Läbe.

Ebeso wichtig isch d’Hinterlassenenrente. Wenn dir öpis zustosst, bechömed din Ehepartner (oder i gwüsse Fäll au de Konkubinatspartner, wenns im Reglement stot) und dini Chind e Rente usbezahlt. Das isch besonders für Familie en unverzichtbare Schutz.

Kapital oder Rente: Die grossi Frage

Wenn du denn pensioniert wirsch, stosch vor einere vo de wichtigste finanzielle Entscheidige i dim Läbe: Söllsch du s’Geld als monatlichi Rente beziehe oder dir s’ganze Kapital uf s’Mal uszahle laa? Beides hät Vor- und Nachteil.

D’Rente isch sicher. Du bechunsch sie bis ans Lebensendi, egal wie alt du wirsch. De Nachteil isch, dass bi dim Tod s’Geld nöd eifach so a d’Erbe gaht (usser a de Ehepartner zu eme reduzierte Satz). Bim Kapitalbezug häsch du s’Geld uf dim Konto. Du chasch dermit mache, was du wotsch – Hypotheke abzahle, Reise, aalegge. Aber: Wenn s’Geld weg isch, isch es weg. Wer 100 Jahre alt wird, hät bim Kapitalbezug s’Risiko, dass er am Schluss kei Geld meh hät.

Hier chunt de vieldiskutierti Umwandlungssatz is Spiel. Er bestimmt, wie viel Rente du pro 100’000 Franke Sparkapital überchunsch. Sinkt de Satz, sinkt dini Rente. Das isch de Grund für die viele politische Debatte rund ums BVG.

Stüürvorteil und Iichäuf

En spannende Aspekt vom BVG isch d’Möglichkeit, Stüüre z’spare. Wenn du en sogenannti «Deckungslücke» häsch – zum Biispiel will du mal studiert häsch, im Usland gsi bisch oder e Lohnerhöchig becho häsch – dörfsch du dich freiwillig i d’Pensionskasse iichaufe. De Betrag, wo du iizahlsch, chasch du i de Regel voll vom stüürbare Iikomme abziehe. Das chan je nach Kanton und Iikomme e massivi Stüüredsparnis bedüüte. Zuesätzlich verzinst sich das Geld i de Pensionskasse oft besser als ufem Sparkonto (au wenn d’Zinse i de letschte Jahre gsunke sind).

Hüfig gstellti Frage (FAQ)

Im Alltag tauched immer wider die gliche Frage uf. Hier sind die wichtigste Antworten churz und bündig:

Chan ich mis Pensionskassegeld für es Huus bruuche?

Ja, das isch möglich. Du chasch Gelder us de Pensionskasse vorbeziehe oder verpfände, zum en sälbstbewohnts Wohneigetum z’chaufe oder z’baue (WEF – Wohneigentumsförderung). Das gaht aber nur alle 5 Jahr und s’Geld muess zwingend für de Hauptwohnsitz si, nöd für e Feriewohnig. Aber Vorsicht: Wenn du Geld useimsch, sinkt oft au din Risikoschutz (z.B. bi Invalidität) und dini späteri Rente.

Was passiert bi ere Scheidig?

Bi ere Scheidig werden d’Pensionskasseguethabe, wo während de Ehejahre aagspart worde sind, hälftig teilt (Vorsorgeausgleich). Das gilt unabhängig devo, wer de Güterstand hät oder wer schuldig a de Trennig isch. Das söll verhindere, dass e Person (meistens die, wo wäge Chinderbetreuig weniger gschafft hät) im Alter mittellos dastaht.

Was passiert mit mim Geld, wenn ich de Job chünde?

S’Geld gaht nöd verlore. Es isch dis Geld. Wenn du d’Stell wechslisch, wird dis Guethabe als sogenannti Freizügigkeitsleistung a d’Pensionskasse vom neue Arbeitgeber überwiese. Wenn du nöd sofort en neue Job häsch, muesch du s’Geld uf es Freizügigkeitskonto bi ere Bank oder enere Versicherig parkiere.

Dörf ich d’Pensionskasse sälber ussueche?

Nei, i de Regel nöd. De Arbeitgeber bestimmt d’Pensionskasse für sini Firma. Du bisch also zwangsläufig det versicheret, wo dini Firma de Vertrag hät. Wenn du aber selbtständig bisch (ohne GmbH/AG), chasch du dir d’Kasse sälber ussueche oder dich de Stiftung Auffangeinrichtung aaschliesse.

Ab wenn chan ich mi pensioniere laa?

Das reguläre Rentenalter (Referenzalter) liit bi 65 Jahre (für Fraue aktuell no im Übergang). Vili Kasse erlaubed aber e vorziitigi Pensionierig, zum Biispiel ab 58 oder 60. Das bedütet aber fast immer massivi Chürzige bi de Rente, will du weniger lang iizahlt häsch und d’Rente über en längere Ziitrum muess uszahlt werde.

Din persönliche Pensionskassen-Usweis checke

S’Wichtigste, wo du hüt chasch mache, isch din Vorsorgeusweis (Pensionskassenausweis) fürezneh. Du bechunsch dä eimal im Jahr per Post oder per E-Mail vo dim Arbeitgeber. Leg en nöd eifach unglese ab! Lueg dir die Zahle aa: Wie hoch isch mis aktuelle Guethabe? Wie höch wär mini Rente, wenn ich invalid würd werde? Hani Iichaufspotenzial? Wenn du die Zahle kennsch, chasch du aktiv plane.

D’Berufliche Vorsorge isch keis schwarzes Loch, sondern en Teil vo dim Vermöge. Je besser du s’BVG verstasch, desto besser chasch du dini Zuekunft gstalte – segs durch Iichäuf, durch d’Wahl vo de Aalagestrategie (i gwüsse 1e-Plän möglich) oder eifach durch s’Bewusstsi, wie viel Geld du im Alter würklich zur Verfüegig ha wirsch. Nimm dini Vorsorg sälber i d’Hand, es lohnt sich!