BVG eifach erchlärt: So funktioniert d Pensionskasse

Jede Monet lueged mir uf oisi Lohnabrechnig und gsehd det en Abzug für d Pensionskasse, oft au PK oder BVG gnannt. Während d AHV für die meischte no rächt klar isch, wirft di «Brueflichi Vorsorg» oft Frage uf. Es isch aber enorm wichtig, dass mer verstaht, was mit dèm Gält passiert, wel s BVG bildet zäme mit de AHV s Fundament für oisen Lebensstandard im Alter. Es gaht nöd nur drum, dass em Arbeitgeber und dir eifach Gält vom Lohn abgezoge wird, sondern es isch en Sparprozess, wo über Jahrzehnte lauft und wo s Ziel hät, dir nach de Pensionierig öppe 60 Prozänt vom letzte Lohn z sichere. Wer s System verstaht, chan sini Vorsorg optimiere und bösi Überraschige vermiide.

Was bedütet BVG eigentlich genau?

D Abchürzig BVG staht für s Bundesgsetz über die brueflichi Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorg. Im Volksmund redet mer eifach vo de Pensionskasse oder de «Zweite Süüle». Im Schwiizer 3-Süüle-System hät d Pensionskasse en ganz klare Uftrag: Sie söll de gwöhnte Lebensstandard wiitgehend wiiterfüehre, wenn d AHV (di Erst Süüle) elleige nüme langt. D AHV deckt nämlich nur de Existenzbedarf ab.

S Gsetz schriibt vor, dass alli Arbeitnehmer ab eme gwüsse Iikomme versicheret sii müend. S BVG isch also en Zwangsversicherung für Arbeitnehmer, aber es isch glichziitig au s wichtigste Sparkässeli für di meischte Schwiizerinne und Schwiizer. Wichtig z wüsse isch, dass s BVG sälber nur d Minimalaleistige vorschriibt. Vili Pensionskasse in de Schwiiz, die sogenannte «umhüllende Kasse», büüted Leistige a, wo wiit über das gesetzliche Minimum usegönd.

Wer isch überhaupt versicheret und ab wänn?

Nöd jede, wo schafft, isch automatisch i de Pensionskasse versicheret. Es git en Iintrittsschwelle. Wer weniger als 22’050 Franke (Stand 2024) im Jahr verdient, isch vom Gsetz her nöd obligatorisch versicheret. Das betrifft oft Lüüt mit chliine Teilziitpensen oder mahrere Jobs. Wenn du aber über dem Betrag verdiensch, bisch du ab em 1. Januar nach dim 17. Geburtstag scho mal gäge Risike versicheret.

Es git zwei Phase bi de Versicherig:

  • Risikoversicherig: Ab em 17. Lebensjahr bis zum 24. Lebensjahr zahlst du und din Arbeitgeber Biiträg ii, wo dich gäge Tod und Invalidität absichere. Du sparsch i dère Ziit aber no nöd fürs Alter.
  • Altersspare: Ab em 1. Januar nach dim 25. Geburtstag fangt s eigentliche Spare a. Ab jetzt werded d Abzüg uf de Lohnabrechnig meistens höcher, will jetzt Gält für d Altersrente ufs Siite gleit wird.

Wie s mit em Gält funktioniert: De Koordinationsabzug

Vili wundered sich, warum nöd de ganzi Bruttolohn versicheret isch. Das liit am sogenannte Koordinationsabzug. Will d AHV ja scho en Teil vom Lohn absicheret, mues d Pensionskasse nöd nomal de gliichi Teil versichere. Drum wird vom Bruttolohn en Betrag abgezoge – das isch de Koordinationsabzug (aktuell 25’725 Franke). Was übrig bliibt, nennt mer de versicherti Lohn.

S Problem bi dèm System liit oft bi Teilziitarbeitende. Wenn öpper nur 50% schafft und zum Biispiel 40’000 Franke verdient, wird trotzdem de volli Koordinationsabzug vo 25’725 Franke abgezoge. De versicherti Lohn isch dänn sehr chlii, und mer spart fast nüt fürs Alter. Zum Glück passiered da Änderige, und vili moderni Pensionskasse passed de Koordinationsabzug im Pensum a, damit au Teilziitkräft besser abgsicheret sind.

D Altersgutschrifte: Je älter, desto tüürer

Wie viel Gält monatlich i dini Pensionskasse flüsst, hangt starch vo dim Alter ab. S Gsetz gseht vor, dass älteri Arbeitnehmer mehr sparet als jungi. Das nennt mer Altersgutschrifte. Die Prozentsätz beziehnd sich immer uf de versicherti Lohn und werded jewiils zur Hälfti vom Arbeitgeber und zur Hälfti vom Arbeitnehmer trait (wobei de Arbeitgeber freiwillig au meh überneh chan).

Die Staffelig gseht wie folgt us:

  • Alter 25 bis 34: 7% vom versicherte Lohn
  • Alter 35 bis 44: 10% vom versicherte Lohn
  • Alter 45 bis 54: 15% vom versicherte Lohn
  • Alter 55 bis 65: 18% vom versicherte Lohn

Das System hät en Iifluss uf de Arbeitsmärt. Will Arbeitnehmer ab 55i «tüürer» sind wege de höche BVG-Biiträg, wird oft diskutiert, öb das d Chance vo ältere Lüüt uf de Stellueschi hinderet. Es isch drum immer guet z wüsse, wie s eigete Sparguthabe wachst.

De Umwandligssatz: De Schlüssel zur Rente

Wänn du dänn pensioniert wirsch, häsch du en huufe Gält i de Pensionskasse. Das nennt mer s Altersguthabe. Doch wie wird us dèm Gält e monatlichi Rente? Da chunt de berüehmt-berüchtigti Umwandligssatz is Spiel. Er bestimmt, wie viel Prozänt vo dim Gsparte dir pro Jahr als Rente uszahlt werded.

S Gsetz schriibt für de obligatorische Teil vom Guthabe (BVG-Minimum) en Satz vo 6,8% vor. Das heisst: Wenn du 100’000 Franke gspart häsch, bechunsch du pro Jahr 6’800 Franke Rente, also 566 Franke im Monet. Läbsch du lang, machsch du «Gwünn», stirbsch du früeh, bliibt de Rest bi de Kasse (usser es git e Ehegatterente).

Achtig: Vili Kasse händ en viel tüüfere Umwandligssatz, zum Biispiel 5% oder 5.5%. Das dörfed sie mache, wenn sie «umhüllend» sind, also wenn sie Löhn versichered, wo über s Obligatorium usegönd. Sie müend nur garantiere, dass du am Schluss mindestens so viel bechunsch, wie wänn mer stur nachem BVG-Minimum grächnet hetti. Das nennt mer d «Schattenrechnung».

Wohin gaht s Gält bim Jobwechsel?

D Pensionskasse isch immer a din aktuelle Arbeitgeber bunde. Wenn du de Job chündisch, nimmsch du dis gsamte gsparte Gält mit. Das heisst dänn Freizügigkeitsleistung oder Ustrittsleistung. Din alte Arbeitgeber überwiist das Gält a d Pensionskasse vo dim neue Arbeitgeber. Es isch sehr wichtig, dass du das kontrolliersch.

Wenn du nöd sofort en neue Job häsch (z.B. bi ere Weltreis oder Arbeitslosigkeit), muesch du es Freizügigkeitskonto bi ere Bank eröffne und s Gält det parkiere. Es dörf nöd uf dis Privatkonto uszahlt werde (usser i spezielle Usnahmefäll). Vergiss nöd: S Gält ghört dir, nöd de Kasse und nöd em Chef!

Chann ich s Gält scho früehner bezieh?

Ja, es git Situatione, wo du a dis Pensionskassegält chunsch, bevor du pensioniert bisch. Das isch aber starch reglementiert, will s Gält ja eigentlich fürs Alter dänkt isch. Di hüfigschte Gründ für en Vorbezug sind:

  1. Wohneigentum: Du chasch Gält beziehe oder verpfände, zum es Huus oder e Wohnig chaufe, wo du sälber drin wohnsch (nöd für Feriehüser). Das nennt mer WEF (Wohneigentumsförderung).
  2. Selbständigkeit: Wenn du dich im Haupterwerb selbständig machsch und nümme de BVG-Pflicht unterstahsch.
  3. Uswanderig: Wenn du d Schwiiz endgültig verlahsch (Usser i EU/EFTA-Staate, det bliibt de obligatorische Teil oft gsperrt).

Häufig gstellti Frage (FAQ)

Was passiert bi ere Scheidig?

Bi ere Scheidig wird s Gält, wo d Ehepartner während de Ehe i d Pensionskasse iizahlt händ, hälftig teilt. Das nennt mer Vorsorgeusgliich. Es spielt kei Rolle, unter wellim Güterstand mer ghüraate isch. S Ziel isch, dass de Partner, wo villicht wäge Chindererziehig weniger gschafft hät, im Alter nöd schlechter gstellt isch.

Chani s Gält au als Kapital bezieh statt als Rente?

Ja, s Gsetz garantiert, dass du mindestens 25% vo dim Altersguthabe als eimaliges Kapital bezieh chasch. Vili Pensionskasse erlaubed sogar de Bezug vom ganze Betrag. D Entscheidig «Rente oder Kapital» isch sehr individuell: Rente isch sicher bis ans Lebensendi, Kapital git dir Flexibilität, aber du treisch s Aaglagerisiko sälber.

Was bedütet «Unterdeckung»?

Wenn e Pensionskasse e Deckigsgrad vo unter 100% hät, redet mer vo Unterdeckig. Das heisst, sie hät momentan weniger Vermöge, als sie eigentlich brüüchti, um alli künftige Rente z zahle. I de Regel mues d Kasse dänn Sanierungsmassnahme ergriife, was für Arbeitgeber und Arbeitnehmer tüürer werde chan (Sanierungsbiiträg).

Isch mini Rente stüürfrei?

Nei. D Rente us de Pensionskasse muesch du als Iikomme zu 100% verstüüre. Wenn du s Kapital beziehsch, wird das separat vom übrige Iikomme zu eme privilegierte Satz verstüüret.

Stüüre spare durch de Iichauf i d Pensionskasse

Zum Schluss no en Profi-Tipp für alli, wo chli gsparets Gält uf de Siite händ: Du chasch dich freiwillig i dini Pensionskasse «iichaufe». Das bedütet, du zahlsch us dim private Vermöge en Betrag i d Kasse ii. De grossi Vorteil debii isch, dass du de ganz Betrag i dère Stüürperiode vom stüürbare Iikomme abziehe chasch. Das chan d Stüürrechnig massiv senke.

Bevor du das machsch, muesch du aber din Vorsorgeuswiis aaluege. Det staht druff, wie gross dis «Iichaufspotenzial» isch. Das entstaht oft, wenn du früehner weniger verdient häsch oder en Unterbruch bim Schaffe gha häsch (z.B. Studium oder Reis). De Iichauf isch e super Möglichkeit, d Altersrente z erhöhe und glichziitig Stüüre z spare. Aber pass uf: Das Gält isch dänn i de Kasse blockiert. Wenn du es für Wohneigentum wider wöttsch usezieh, müend sit em Iichauf mindestens drü Jahr verga sii, suscht muesch d Stüüre nachzahle.