Wer es alts Huus kauft oder e Renovation i dr eigete Wohnig plant, dänkt meischtens zerscht a schöni neui Böde, e moderni Chuchi oder e offes Wohnzimmer. D’Vorfreud isch gross, und de Hammer liegt scho parat, um alti Wänd iizrisse. Aber genau i däm Moment lauert e Gfahr, wo mer mit blossem Aug nöd gseht und wo vil Lüüt hützutags gar nümme ufem Radar händ. I Gebäude, wo vor 1990 baut worde sind, isch d’Wahrschiinlichkeit extrem hoch, dass mer uf Asbescht stosst. Das Material isch früener als «Wunderfaser» gfiiret worde, aber hüt wüssed mir, dass es eis vo de tückischschte Gsundheitsrisike im Bauwäse isch. Bevor mer also mit Bohre, Schliife oder Abreisse aafangt, mues mer unbedingt wüsse, wo sich das Material versteckt und wie mer demit umgaat, um sich und sini Familie nöd z’gfährde.
Was isch Asbescht eigentlich und werum isch es so gföhrlich?
Asbescht isch nöd eifach nur eis Material, sondern e Sammelbezeichnig für verschideni natürlichi Mineralie, wo e faserigi Struktur händ. Das tönt zerscht mal harmlos, isch aber genau s’Problem. Die Fasere händ Eigeschafte, wo sie i de Bauindustrie vom 20. Jahrhundert extrem beliebt gmacht händ: Sie sind hitzebeständig, süürefescht, isoliered hervorragend und händ e enormi Zugfeschtigkeit. Dezue ane isch Asbescht billig gsi zum Abbauen und Verarbeite. Drum hät mer es fascht überall iigsetzt – vom Dach bis in Chäller.
D’Gfahr liit i de Struktur vo däne Fasere. Wenn asbeschthaltigs Material beschädigt wird – zum Biispiel bimene Umbau dur Sagen, Bohre oder Schliife – dänn spaltet sich d’Fasere i mikroskopisch chliini Splitter uf. Die sind so fiin, dass mer sie nöd gseht und nöd schmöckt. Wenn mer die iischnuuft, ganged sie tüüf i d’Lunge ine. De Körper chan die Fasere nöd abbaue und nöd uushueschte. Über d’Jahre, oft erscht nach 20 bis 40 Jahr, chan das zu schwere Chronische Chrankhete füehre, wie zum Biispiel Asbestose (e Verhartig vo de Lunge) oder zu bösartigem Lungechräbs und em gfürchtete Pleuramesotheliom (Brustfellchräbs).
Wie gseht Asbescht uus? E trügerischi Suchi
Das isch di hüüfigscht Frag, wo Heimwerker stelled: «Wie gseht dänn Asbescht uus?» Die ehrlich und chli unbefriedigend Antwort isch: Mer gseht en nöd. Zumindest nöd die einzelne Fasere, wo d’Gfahr darstelled. Asbescht isch fascht nie pur verbaut worde, sondern immer als Zuesatz i andere Materialie. Drum mues mer nöd nach de Faser sueche, sondern nach de Bauprodukt, wo typischerwiis Asbescht enthaltet händ.
Es git aber gwüssi optischi Merkmal bi Materialie, wo e Warnig sötted sii:
- Graui Faserzementplatte: Die typische «Eternit»-Platte a Fassade oder uf Dächer (gwellt oder flach) sind oft hell- bis dunkelgrau und hät mer e sichtbari Faserstruktur, wenn sie breched. Aber Vorsicht: Auch asbeschtfreii Platte gsehnd fascht glich uus.
- Schwarze Chläber: Under alte Novilonböde oder Parkett findet mer oft en schwarze, bitumöse Chläbstoff. Dä isch sehr hüüfig asbeschthaltig.
- Dämmmaterial: Isolationsmaterial um Heizigsröhre, wo gseht uus wie Gipsbinde oder graui Pappmaché, isch hochverdächtig.
- Bodeplättli: D’Plättli sälber sind selte s’Problem, aber de Mörtel oder Chläber dahinder. Au die beliebti «Flex-Platte» (Vinyl-Asbescht-Platte) us de 60er und 70er Jahre, oft marmoriert i Grau, Brüünlich oder Grüen, enthaltet Asbescht.
E sicheri Identifikation isch vor Ort dur bloses Aaluege unmöglich. Sälbscht Experte chönd oft nur e «begründete Verdacht» üssere. Die einzigi Möglichkeit, um 100% sicher z’sii, isch e Materialprob, wo imene spezialisierte Labor under em Mikroskop untersuecht wird.
Die zwei Kategorie: Fescht bunde vs. schwach bunde
Bim Umgang mit Asbescht isch es extrem wichtig, zwüsched zwei Arte vo Aawendige z’underscheide, will s’Risiko underschidlich gross isch:
Fescht bundene Asbescht
Da sind d’Fasere fescht im Material iigschlosse, meischtens in Zement oder Harz. Biispiel sind d’Faserzementplatte a de Fassade oder Abwasserrohr. Solang mer die Materialie in Rueh lat, geit kei Gfahr devo uus. S’Problem fangt erst aa, wenn mer sie bearbeitet (flext, bohrt, bricht). Trotzdem dörf mer au die nöd eifach sälber entsorge.
Schwach bundene Asbescht
Das isch die «versteckti Bombe». Bi däne Materialie isch de Asbeschtanteil oft höcher und d’Bindig sehr schlecht. Das bedüütet, dass scho liechti Erschütterige oder Luugzüg gnueg Fasere freisetze chönd, um d’Luft z’kontaminiere. Biispiel defür sind Spritzasbescht (früener als Brandschutz uf Stahlträger gsprützt), Liichtbauplatte hinder Elektroverteiler, gwüssi Karton-Isolatione unter Fensterbänke oder i de Nöchi vo Heizkörper. Bi schwach bundene Asbescht gilt absoluts Bearbeitigsverbot für Laie.
Die hüüfigschte Fundort im Huus – Zimmer für Zimmer
Wer es Huus us de Jahre 1950 bis 1990 hät, sött bi folgende Stelle bsunders vorsichtig sii:
Chuchi und Bad
I de Nasszelle hät mer Asbescht wäge de Wasser- und Fäulnisbeständigkeit gschätzt. Hinder de Wandplättli chan de Plättlichläber asbeschthaltig sii. Au i de Fugeasse isch es möglich. Alti Lüftigskanäl oder d’Verchleidig vo de Badewanne chönd us Asbeschtzement bestah. I de Chuchi sind oft d’Bodebeläg (Cushioned Vinyl) s’Problem. Dä weichi Schaumrugge under em PVC-Bode hät oft Asbescht dinne.
Wohnrüüm und Schlafzimmer
Hie sind es vor allem d’Böde. Die bereits erwähnte Vinyl-Asbescht-Platte (Floor-Flex) sind i ville Mietwohnige verleit worde. Aber au i de Wänd chan Gfahr lauere: Abriib und Verputz händ i gwüsse Jahre chliini Menge Asbescht enthalte, um Rissbildig z’verhindere. Wer hüt so en Verputz abschliift, staubt die ganzi Wohnig mit Fasere ii.
Chäller, Estrich und Technikrüüm
Im Heizigschäller isch s’Risiko am hööchschte. Isolierige vo Heizigsröhre, Dichtige bi Brenner oder Kessel, und Brandschutztüre chönd belastet sii. Im Estrich sind es oft s’Dach sälber (Wellplatten) oder d’Unterdächig. Au Elektrotableau händ früener oft e grau-schwarzi Rückwand us Asbescht gha, wil das nöd brännt.
S’kritische Datum: 1990 als Grenze
I dr Schwiiz isch d’Gschicht vom Asbescht klar gräglet. Sit em 1. März 1989 gilt es generells Asbeschtverbot (mit Übergangsfrischte bis 1990). Das heisst für Huusbsitzer:
- Baujahr vor 1990: Mer mues devo uusgah, dass Asbescht verbaut isch, bis s’Gägeteil bewise isch. Je elter s’Huus, desto wahrschiinlicher.
- Baujahr nach 1991: S’Risiko isch sehr chlii, aber nöd ganz null, wil mängisch no Restbeständ vo Lager ufbruucht worde sind. Ab 1995 gilt es Gebäude als asbeschtfrei.
Wenn Ihr also en Umbau plandet ime Huus vo 1975, dänn isch e Asbescht-Diagnose eigentlich Pflicht, bevor de erste Handwerker s’Huus betritt. D’Suva schriibt das sogar vor, wenn Gwärbler im Huus schaffed.
Richtig handle: Was tun bei Verdacht?
Sägemer mal, Ihr rissed en alte Teppich use und drunter chunt en grüselige schwarze Chläber füre. Was isch z’tue?
- Sofort aufhören: Höret uf schaffe. Laufed nöd dur de Staub und schlepped en i di andere Zimmer.
- Ruum abschlüsse: Mached d’Türe zue und sorged defür, dass niemert (au nöd d’Chind oder d’Chatz) i de Ruum gaht.
- Experte hole: Ruefed en Bauschadstoff-Diagnostiker aa. Es git spezialisierti Firme, wo verbiichömed, Probe nämed und die im Labor aalueged. Es «Do-it-yourself»-Teschtset us em Internet isch zwar möglich, aber en Profi gseht oft no anderi Stelle, wo Ihr übersehe würded.
- Sanierig plane: Wenn sich de Verdacht bestätiget, dänn dörfed Ihr das Material nöd sälber entfere. Es bruucht e spezialisierti Sanierigsfirma, wo vo de Suva aerkännt isch. Die schaffed mit Unterdruck, Schlüüse und spezielle Sauger, damit kei Faser i d’Umwelt gelangt.
FAQ – Hüüfigi Frage rund um Asbescht bi Renovierige
Dörf ich asbeschthaltigs Material sälber entferne?
Bi fescht bundene Asbescht (z.B. ganzi Eternitplatte im Garte) dörf mer das als Privatperson under strikte Vorsichtsmassnahme (FFP3-Maske, nöd breche, nöd werfe, staubdicht verpacke) i gwüsse Kantön no sälber mache – empfohle isch es aber nöd. Bi schwach bundene Asbescht oder bim Schliife vo Wänd und Böde isch es absolut verbote und läbesgfährlich. Es bruucht Profis.
Wie tüür isch e Asbescht-Untersuechig?
E eifachi Materialprob im Labor choschtet oft zwüsched 80 und 150 Franke. E umfassende Gebäudecheck dur en Diagnostiker (Screening) vor emene Umbau choschtet je nach Grössi vom Huus zwüsched 1’000 und 2’500 Franke. Das tönt nach viel Geld, isch aber im Vergliich zu de Chöschte vonere verpfuschte Sanierig (Wohnig reinige, Möbel entsorge wäge Kontamination) sehr günstig.
Ich ha e Asbeschtplatte aabohret – mues ich jetzt sterbe?
Nei, kei Panik. Asbeschtchrankhete entstönd meischtens dur jahrelangi Exposition oder dur sehr hochi Konzentratione. Ei einzigs Bohrloch erhöht s’Risiko nur minimal. Trotzdem sött mer de Staub sofort feucht uufwüsche (nöd staubsauge mit em normale Sauger!) und de Ruum guet lüfte.
Chani e Huus chaufe, wo Asbescht hät?
Ja, absolut. Asbescht isch nöd gfährlich, solang er ruig im Material schlummert. Er wird erscht zum Problem, wenn mer saniert. Mer mues eifach d’Sarnierigschöschte is Budget iiplane.
Haftig und Verpflichtige bim Huuschauf und Umbau
Das Thema Asbescht isch nöd nur e Gsundheitsfrag, sondern au e juristischi. Bim Chauf vomene ältere Huus mues mer wüsse, dass Asbescht als «Mangel» gälte chan, aber oft im Kaufvertrag d’Haftig für Sachmängel wegbedunge wird. Das heisst: «Gekauft wie gesehen». Wenn de Verkäufer nöd arglistig verschwige hät, dass er vom Asbescht gwüsst hät, blibt de Käufer uf de Sanierigschöschte sitze.
Es lohnt sich drum extrem, VOR de Vertragsunterzeichnig en Bauschadstoff-Check z’verlange oder sälber in Uftrag z’ge. Wenn sich dänn usestellt, dass s’ganze Huus voll isch mit asbeschthaltigem Plättlichläber oder Rohrisolierige, hät mer gueti Argumänt, um de Kaufpriis z’drucke. Schliesslich choschtet e fachgrächti Sanierig schnell mehreri Zehtuusig Franke.
Für Vermieter gilt: Wenn e Renovation aastaht, sind sie verpflichtet, d’Handwerker z’schütze. Wer Handwerker in e asbeschtbelasteti Wohnig schickt, ohni sie z’informiere und ohni Sicherheitsvorkehrige, macht sich strafbar und haftet für allfälligi Gsundheitsschäde. D’Suva kontrolliert das hützutags sehr sträng, und Baustelle wärded sofort gschlosse, wenn de Verdacht uf unsachgemässe Umgang mit Asbescht besteht. Drum gilt bim Umbaue im Altbau immer: Zerscht checke, dänn baue. Das schont d’Nerve, s’Portemonnaie und vor allem d’Lunge vo allne Beteiligte.
