Wenn e Beziehig usenand gaht oder e Scheidig aastaht, isch das meistens e emotionali Achterbahn für alli Beteiligte. Näb em Herzschmerz und de organisatorische Uufgabe chömed aber sehr schnell au finanzielli Frage uf de Tisch. Bsunders s Thema Geld sorgt oft für Striit und Unsicherheit. Wer mues wem wie viel zahle? Und für wie lang eigentlich? I de Schwiiz isch s Thema Unterhaltszahlige – im Volksmund meistens Alimente gnennt – rächtlich klar greglet, aber für Laie oft undurchsichtig. Es gaht nöd nur drum, dass eifach Geld überwiese wird, sondern es gaht um d Sicherstellig vom Lebensunterhalt für Chinder und mängisch au für de Ex-Partner. I däm Artikel luege mir im Detail a, wie das System i de Schwiiz funktioniert, was di aktuelle gsetzliche Bestimmige sind und woruf du bsunders achte muesch.
De Unterschied zwüsched Chinder- und Ehegattealimente
Bevor mer über Zahle und Rächige redet, mues mer verstah, dass es i de Schwiiz zwei grundverschiedeni Arte vo Unterhalt git. Das wird oft i en Topf gworfe, aber juristisch und stüürlich sind das zwei Paar Schueh.
Chinderunterhalt: D Priorität Nummer Eis
De Chinderunterhalt hät im Schwiizer Rächt absoluti Priorität. Das bedütet: Zerst mues de Unterhalt für s Chind gsicheret si, bevor überhaupt drüber diskutiert wird, öb de Ex-Partner oder d Ex-Partnerin au no Geld überchunt. Jedes Chind hät s Rächt uf finanzielli Absicherig dur beidi Eltere. Das gilt unabhängig devii, öb d Eltere verhüratet gsi sind, im Konkubinat glebt händ oder öb es sich um e churzi Affäre ghandlet hät. S Gsetz unterscheidet da hüt nümme zwüsched eheliche und nicht-eheliche Chinder.
De Chinderunterhalt sött zwei Bereich abdecke:
- De Barunterhalt: Das sind di direkte Chöste, wo s Chind verursacht. Also Esse, Chleider, Wohnchöste (Mietanteil), Chrankekasseprämie, Schuelmaterial und Hobbys.
- De Betreuungsunterhalt: Sit dr Gsetzesrevision vo 2017 isch das e wichtige Punkt. Wenn ein Eltereteil wäge de Chinderbetreuig nöd oder nümme voll chan go schaffe, entstaht en Erwerbsusfall. De Betreuungsunterhalt sött dänne finanzielle Verluscht usgliiche, damit de betreuendi Eltereteil nöd i d Armuet abrutscht.
Ehegatteunterhalt: Nöd immer, aber mängisch nötig
Ganz anders gseht es bim Unterhalt für de Ex-Partner us. Hüt gilt i de Schwiiz de Grundsatz vo de Selbstverantwortig. Das heisst: Nach ere Scheidig sött jede Partner grundsätzlich für sich sälber luege. En Aaspruch uf Alimente für de Ex-Partner (meistens d Frau, aber nöd immer) git es nur dänn, wenn d Ehe «lebensprägend» gsi isch. Das isch zum Biispiel dänn de Fall, wenn d Ehe lang duuret hät oder wenn gmeinsami Chinder da sind, wo e Erwerbstätigkeit verunmögliched oder stark iischränked.
Wie wärded d Alimente i de Schwiiz berächnet?
Früener hät mer oft mit prozentuale Puschale grechnet (z.B. 15-20% vom Lohn für eis Chind). Die Ziite sind verbii. Hüt wendet s Bundesgricht und d Gricht i de Kantön e konkreti Berächnigsmethode aa, wo als zweistufige Methode mit Überschussverteilig bekannt isch. Das tönt kompliziert, isch aber eigentlich logisch ufbaut.
Schritt 1: S Existenzminimum ermittle
Zerst wird glueget, was d Eltere und d Chinder überhaupt zum Lebe bruuched. Mer berächnet s betriibungsrechtliche Existenzminimum vo allne Beteiligte. Da dezue ghöred:
- De Grundbedarf (für Esse, Strom, Telefon, etc.)
- D Wohnchöste (Mieti und Näbedchöste)
- D Chrankekasseprämie (Grundversicherig)
- Notwendigi Bruefsuslage (z.B. Fahrchöste zum Arbeitsplatz, Verpflegig)
- Ggf. Schtüürlast (s sogenannti familienrechtliche Existenzminimum)
Schritt 2: D Verteilig vo de Ressource
Wenn s Gsamtiikomme vo de Familie höcher isch als d Summe vo allne Existenzminima, dänn git es en Überschuss. Dä wird dänn nach eme bestimmte Schlüssel uf d Chinder und d Eltere verteilt. Wenn s Geld aber nöd mal für s Existenzminimum vo allne langet, dänn redt mer vomene Manko. I däm Fall hät de zahligspflichtigi Eltereteil Vorrang – ihm mues s betriibungsrechtliche Existenzminimum bliibe. Das führt leider oft dezue, dass für d Chinder z wenig Geld da isch und d Sozialhilf iispringe mues.
Wie lang mues mer Alimente zahle?
E hüüfigi Frage isch d Duur vo de Zahligspflicht. Au da git es klari Regle, wo aber je nach Situation interpretiert wärde müend.
Für Chinder: Bis zur wirtschaftliche Selbstständigkeit
Grundsätzlich mues mer Chinderunterhalt zahle, bis s Chind volljährig (18i) isch. Aber Ufpasse: Hät s Chind mit 18i no keis ordentlichs Iikomme oder isch no i de Erstusbildig (Lehr, Gymnasium, Studium), dänn verlengeret sich d Pflicht bis zum Abschluss vo dere Usbildig. Das gaht aber nöd ewig – d Gricht ziehnd d Grenze meistens bi öppe 25 Jahr, usser es ligged bsunderi Umständ vor (z.B. Militärdienst, Krankheit oder wenn d Usbildig erst spät aagfange worde isch). Wichtig isch au, dass s Chind d Usbildig «zrügig und ordentlich» absolviert.
Für de Ex-Partner: S Schulstufenmodell
Bim nacheheliche Unterhalt hät s Bundesgricht i de letzte Jahre d Schruube aazoge. Früener hät mer oft gseit, dass e Muetter nöd mues go schaffe, bis s jüngste Chind 16i isch. Das isch veraltet. Hüt gilt s Schulstufenmodell:
- Ab em Iitritt vom jüngste Chind i de Chindergarte wird erwartet, dass de betreuendi Eltereteil 50% gaht go schaffe.
- Ab em Iitritt i d Oberstufe (Sekundarschuel) stigt d Erwartig uf 80%.
- Ab em 16. Lebensjahr vom jüngste Chind wird e 100% Erwerbstätigkeit erwartet.
Das bedütet, dass d Alimente für de Ex-Partner stufenwiis chönd gchürzt wärde, will mer ihm oder ihr zuemuetet, sälber Geld z verdiene.
Alimente und d Stüüre: Wer zahlt was?
S Thema Stüüre dörf mer uf kein Fall unterschätze, will es en grosse Iifluss uf s Netto-Iikomme hät. D Regelig i de Schwiiz isch eigentlich simpel, aber sie hät grossi Uswirkige.
Dejenig, wo d Alimente zahlt (de Unterhaltsschuldner), dörf de Betrag i sinere Stüürerchlärig vom Iikomme abziehe. Das gilt für Chinder- und Ehegattealimente. Das führt dezue, dass de Zahler i de Regle i en tüüferi Stüürprogression rutscht.
Dejenig, wo d Alimente überchunt (de Unterhaltsgläubiger), mues s Geld als Iikomme verstüüre. Das isch oft e bösi Überraschig für alleinerziehendi Eltere, wo dänked, Alimente seged stüürfrei. Bsunders wenn de betreuendi Eltereteil sälber no schafft, chan das d Stüürrechnig dütlich erhöhe. En Usnahm git es bi eimalige Kapitalabfindige oder bim Barunterhalt für mündigi Chinder (direkt a s Chind zahlt) – da gits mängisch kantonali Spezialregle, aber d Grundregel «Zahler zieht ab, Empfänger verstüürt» blibt bestah.
Sonderfall Konkubinat: Was gilt für unverhürateti Paare?
Immer meh Paare i de Schwiiz hürated nöd. Was passiert dänn bi de Trennig? Für d Chinder gilt genau s Gliiche wie bi gschiedene Paare: Sie händ Aaspruch uf Unterhalt. De Vater mues Vaterschaft anerkänne und dänn wird de Unterhalt berächnet (Barunterhalt und Betreuungsunterhalt).
Für de Partner gits aber im Konkubinat kein gesetzliche Aaspruch uf Unterhalt. Wenn mer sich trennt, gaht jede sini eigne Weg. Hät d Frau jahrelang uf d Karriere verzichtet, um d Chinder z hüete, und isch nöd verhüratet gsi, chan das finanziell sehr bitter werde. Sie bechunt zwar Betreuungsunterhalt für d Ziit, wo sie d Chinder betreut, aber kein nacheheliche Unterhalt (also kein Solidaritätsbiitrag wäge de Ehe). Drum isch i söttigne Fäll en Konkubinatsvertrag sehr empfehlenswert.
Hüüfig gstelti Frage (FAQ)
Chönd d Alimente nachträglich gänderet wärde?
Ja, das isch möglich dur e Abänderungsklag. Das gaht aber nur, wenn sich d Verhältniss «dauerhaft und erheblich» veränderet händ. Biispiel: De Vater verlürt siin Job und isch langziitarbetslos, wird invalid oder er hät e neui Familie und wiiteri Chinder, für die er mues luege. Au wenn de Empfänger plötzli viel meh verdient oder wieder hüratet, chan de Unterhalt aapasst oder gstriche wärde. E chliini Lohnerhöchig langet defür meistens nöd.
Was passiert, wenn de Ex-Partner nöd zahlt?
Das isch leider es hüüfigs Problem. I de Schwiiz muesch i däm Fall nöd sofort en Awalt näh. Jede Kanton hät e Fachstell für Alimenteninkasso. Die hälfed dir, s Geld iizfordere, notfalls mit Betriibige oder Lohnpfändige bim Arbeitgeber vom Ex-Partner. Zudäm gits d Möglichkeit vo de Alimentenbevorschussung: Wenn de Ex nöd zahlt, streckt d Gmeind oder de Kanton s Geld vor (bis zu ere gwüsse Obergrenze), damit s Chind versorget isch. Das mues dänn de säumigi Zahler em Staat zruggzahle.
Mues mer für Stiefchinder Alimente zahle?
Nei, grundsätzlich nöd. Stiefeltere sind nöd unterhaltspflichtig gegenüber Stiefchinder, wänn d Beziehig usenand gaht. E Biistandspflicht existiert nur während de Ehe, aber nach de Scheidig gits i de Regel kein Aaspruch, usser es hät e Adoption stattgfunde.
Wer zahlt d Chöste für de Awalt oder s Gricht?
Bi Stritigkeite um s Chindergeld, wo vor Gricht gönd, sind d Verfahre für s Chind i viele Kantone choste-los oder sehr günstig. Wänn es aber um de Partnerunterhalt gaht oder s Verfahre sehr komplex wird, chönd höchi Chöste entstah. Wänn öpper s Geld defür nöd hät, chan er oder sie d unentgeltlichi Rechtspfleg beatrage. Dänn übernimmt de Staat vorläufig d Chöste.
Wänn d Alimente nöd langed oder de Zahler sälber am Limit isch
Es git Situatione, wo s Iikomme vom zahligspflichtige Eltereteil eifach nöd langet, um s eigene Existenzminimum und de Unterhalt für d Chinder z decke. I de Schwiiz gilt de Grundsatz: «Wer nüt hät, mues nüt zahle» – zumindest nöd, wänn er sälber dänn uf d Sozialhilf aagwise wäri (Eingriff ins Existenzminimum). Das isch für de empfangendi Eltereteil oft e Katastrophe.
I söttigne Fäll, wo s sogennante Manko entstaht, wird d Differenz oft i de Trennigskonvention festghalte. Sött de Zahler später wieder meh verdiene, mues er das mängisch nachzahle. Für de alleinerziehendi Eltereteil bedütet das aber oft de Gang zum Sozialamt oder d Beatragig vo Ergänzigsleistige, um über d Runde z cho. Es isch extrem wichtig, dass mer sich i dere Situation nöd schämt, sondern sich frühziitig bi de Gmeind oder Beratungsstelle wie de Frauezentrale oder em Verband für Alleinerziehendi (SVAMV) meldet. E korrekti Berächnig und s Wüsse über die eigene Rächt sind de ersti Schritt, um finanzielli Stabilität für sich und d Chinder z gwährleiste.
