BVG eifach erchlärt: Das muesch über d Ränte wüsse

Weisch du eigentlich, was die Abzüg uf dim Lohuuswiis genau bedüted? Jede Monat gseesch du, wie en beträchtliche Teil vo dim Lohn verschwindet, bevor er überhaupt uf dim Bankkonto aachunt. Bsunders de Poste für d Pensionskasse, oft eifach als PK oder BVG abkürzt, isch meischtens zimli höch. Aber handufs Herz: Hesch du di scho mal gnau dermit usenandgsetzt, was mit dem Geld passiert und warum das für dini Zuekunft so unglaublich wichtig isch? D’berueflichi Vorsorg isch s’Rückgrat vo eusem Ränte-System i de Schwiiz, und wer s’Prinzip devoo verstaht, chan im Alter vo viel meh Geld profitiere. Es gaht nöd nur um en Pflichtbiitrag, sondern um mis und dis Vermöge, wo über Jahrzente aagspart wird. Drum luege mer eus jetzt mal im Detail aa, was es mit dem BVG uf sich hät.

D’Basis: Wo s’BVG im Schwiizer 3-Säule-System staht

Bevor mer i d’Details vo de Pensionskasse iitauched, muesch s’grosse Ganze verstah. S’Schwiizer Vorsorgesystem isch wie en Tempel ufbaut, wo uf drü Säule staht. Das häsch sicher scho mal ghört, aber d’Unterscheidig isch entscheidend:

  • Di 1. Säule (AHV/IV): Das isch d’Staatliche Vorsorg. Da zahled ali ii, und s’Ziel isch d’Existenzsicherung. Wer i de Schwiiz wohnt oder schafft, isch versicheret. S’Geld wird nöd für dich persönlich gspart, sondern direkt a di hütige Rentner uszahlt (Umlageverfahre).
  • Di 2. Säule (BVG/Pensionskasse): Da chunt s’BVG ins Spiel. Das isch d’Berueflichi Vorsorg. S’Ziel isch, dass du din gwohnte Läbensstandard au nach de Pensionierung wiiterfüehre chasch. Zäme mit de AHV söttisch du öppe 60% vo dim letschte Lohn becho.
  • Di 3. Säule (Privati Vorsorg): Das isch freiwillig (Säule 3a/3b). Da sparsch du privat und stüürbegünstiget, um Vorsorgelucke z’schlüsse oder eifach meh Luxus im Alter z’ha.

S’Gsetz über d’berueflichi Vorsorg (BVG) reglet also di zweiti Säule. Im Gegesatz zur AHV wird da s’Geld tatsächlich für dich aagleit. Jede Franke, wo du und din Arbeitgeber iizahled, landet (abzüglich Risikoprämie und Verwaltigschöschte) i dim persönliche Topf.

Wer isch eigentlich BVG-pflichtig?

Nöd jede, wo schafft, isch automatisch i de Pensionskasse versicheret. Es gitt en gwüsse Iistiegsschwelle. S’Gsetz seid: Wer bi de AHV versicheret isch und en Jahreslohn vo meh als 22’050 Franke (Stand 2024) hät, de mues obligatorisch i d’Pensionskasse ufgno werde. Das nennt mer d’Iitrittsschwelle.

Wichtig isch z’wüsse, dass d’Versicherigspflicht erscht abem 1. Januar nach em vollendete 17. Lebensjahr aafangt, aber zerscht nur für d’Risike Tod und Invalidität. Das heisst, i de Lehr oder am Aafang vom Bruefsläbe zahlsch du oft nur Risikobiiträg. S’richtige Altersspare fangt gsetzlich erscht ab em 1. Januar nach em 24. Geburtstag aa. Viel Pensionskasse sind aber grosszügiger als s’Gsetz und fanged scho früener aa mit em Spare – das nennt mer denn «überobligatorischi Vorsorg».

Wie d’Biiträg berechnet werded: De Koordinationsabzug

Vili wundered sich, warum nöd de ganzi Lohn versicheret isch. Das liit am sogenannte Koordinationsabzug. D’Idee dahinder isch simpel: En Teil vo dim Lohn isch ja scho dur d’AHV (di 1. Säule) abdeckt. Damit mer nöd dopplet für de glichi Lohnteil Biiträg zahlt, wird en Betrag vom Jahreslohn abzoge.

Momentan liit de Koordinationsabzug bi 25’725 Franke.
Es Rechenbiispiel:

  • Din Jahreslohn: 80’000 CHF
  • Minus Koordinationsabzug: – 25’725 CHF
  • Versicherete Lohn: 54’275 CHF

Dini Pensionskassenbiiträg werded also nur uf die 54’275 Franke berechnet, nöd uf di volle 80’000. Das isch vor allem für Lüüt mit tüüfe Löhn oder Teilziitgstellti oft es Problem, will bi ihne de Koordinationsabzug en sehr grosse Teil vom Lohn wegfrisst und so nur wenig Geld i d’Pensionskasse flüsst. Moderni Pensionskasse passet de Abzug aber oft em Beschäftigungsgrad aa, damit au Teilziitarbeitendi besser abgsicheret sind.

Wie wachst dis Altersguthaben aa?

Dis Guthabe i de Pensionskasse setzt sich us drü Komponente zäme:

  1. Altersguetschrifte: Das sind d’Biiträg, wo monatlich vom Lohn abgezoge werded. Din Arbeitgeber mues mindestens d’Hälfti devoo übernäh. Je älter du wirsch, desto höcher sind die Prozentsätz (vo 7% bi junge Erwachsne bis zu 18% churz vor de Pension).
  2. Iichäuf: Du chasch freiwillig Geld i d’Pensionskasse iizahle. Das hät de Vorteil, dass du d’Stüüre im Iizahligsjahr massiv senke chasch und glichziitig dis Alterskapital erhöhsch.
  3. Zins: Das isch de wichtigsti Faktor. S’Geld i de Pensionskasse liit nöd eifach ume, es wird investiert (Aktie, Immobilien, Obligatione). De Bundesrat leid jedes Jahr en Mindestzinssatz fest, wo d’Kasse uf em obligatorische Teil vo dim Guthabe müend gutschriibe.

Obligatorium vs. Überobligatorium

Das isch es Thema, wo oft Verwirrig stiftet. S’BVG-Gsetz definiert nur s’Minimum (Obligatorium). Lohnbestandteil über öppe 88’200 Franke ghöred zum Überobligatorium. Vili Pensionskasse bieted Leistige aa, wo wiit über das Gsetzes-Minimum usegönd. Für s’Überobligatorium dörfed d’Kasse d’Verzinsig und de Umwandlungssatz sälber festlegge – und die sind oft tüüfer als im Obligatorium.

De Umwandlungssatz: De Schlüssel zur Ränte

Wenn du denn mal 65i wirsch und i Pension gasch, mues us dim aagsparte Geld (em Deckungskapital) e Ränte werde. Da chunt de berüchtigti Umwandlungssatz ins Spiel. Er seid us, wie viel Prozent vo dim gsparte Kapital dir jährlich als Ränte uszahlt wird.

En eifachs Biispiel:
Häsch du 500’000 Franke gspart und de Umwandlungssatz liit bi 6.8% (das isch de gsetzlichi Satz fürs Obligatorium), denn rechnet mer:
500’000 CHF x 6.8% = 34’000 CHF pro Jahr.
Das sind also 2’833 CHF pro Monat.

Will d’Lüüt immer älter werded und d’Rendite a de Finanzmärkte schwanked, staht de Umwandlungssatz politisch starch unter Druck. Realistisch gseh wenden vili Pensionskasse en «umhüllende» Umwandlungssatz aa, wo über s’ganze Kapital (obligatorisch und überobligatorisch) tüüfer liit als die 6.8%, oft eher bi 5% bis 5.5%. Das bedüted konkret: Du muesch hüt meh Kapital aaspare, um di glichi Ränte z’becho wie früener.

Ränte oder Kapitalbezug? D’Gretchenfrag

Wenn d’Pensionierung nöcher chunt, wirsch du vor di wichtigsti Wahl gstellt: Will ich e läbenslangi Ränte oder will ich s’ganze Geld uf ein Schlag (Kapitalbezug)? Oder e Mischig?

D’Ränte bütet Sicherheit. Egal wie alt du wirsch, s’Geld chunt jede Monat bis zu dim Tod (und danach oft no e Witwen-/Witwerrente für de Partner). Du muesch di nöd um Aalagestrategie kümmere. De Nachteil: Wenn du früe stirbsch, bliibt s’reschtliche Geld bi de Pensionskasse (abgseh vo Hinterlasseneränte) und gaht nöd a dini Erbe.

De Kapitalbezug bütet Flexibilität. Du chasch s’Huus abzahle, Wältreise mache oder s’Geld sälber aalege. Wenn du stirbsch, ghört de Rescht dine Erbe. Aber s’Risiko isch gross: Wenn du s’Geld verbraschisch oder schlecht aaleisch und denn sehr alt wirsch, stahsch du am Endi nur no mit de AHV da. Us Stürperspektive isch de Kapitalbezug oft attraktiv, will er zu eme tiefere Satz bestüürt wird als d’Ränte (wo als Iikomme zellt).

Huufig gstellti Frage (FAQ) zum BVG

Im Alltag tauched immer wieder di gliche Frage uf. Da sind d’Antworte uf Schwiizerdütsch:

Was passiert mit mim Geld, wenn ich d’Stell wächsle?

Wenn du d’Arbet chündisch, nimmst du dis ganzi gsparte Geld mit. Das nennt mer Freizügigkeitsleistung. Din alte Arbeitgeber überwiist das Geld a d’Pensionskasse vo dim neue Arbeitgeber. Wenn du nöd sofort en neue Job häsch, muesch du es Freizügigkeitskonto bi ere Bank eröffne und s’Geld dert parkiere. Es gaht nöd verlore!

Chan ich mis Pensionskasse-Geld für en Huuschauf bruuche?

Ja, das isch möglich dank de Wohneigentumsförderung (WEF). Du chasch Geld us de PK beziehe (Vorbezug) oder verpfände, um sälber bewohnts Wohneigentum z’chaufe oder z’baue. Aber Vorsicht: Wenn du Geld usenimmst, sinkt dini Altersränte und oft au de Schutz bi Invalidität oder Tod. Zuesätzlich muesch de Vorbezug verstüüre.

Was passiert im Fall vonere Scheidig?

E Scheidig isch für d’Vorsorg en iischniidende Moment. S’Guthabe, wo beidi Partner während de Ehejahre i de Pensionskasse aagspart händ, wird grundsätzlich hälftig teilt (Splitting). Das passiert unabhängig devo, wer «schuld» isch oder wer meh verdient hät. So söll verhinderet werde, dass de Partner, wo (oft weg de Chind) weniger gschafft hät, im Alter verarmt.

Was passiert, wenn ich d’Schwiiz für immer verlahn?

Wenn du i es Land usserhalb vo de EU/EFTA uuswanderisch, chasch du dir s’ganze Pensionskasseguthabe uszahle lah. Wanderisch du aber in es EU/EFTA-Land us und bisch dert weiderhin obligatorisch versicheret (sozialversicherungspflichtig), chasch du dir nur de überobligatorischi Teil uszahle lah. De obligatorischi Teil mues uf eme Sperrkonto in de Schwiiz bliibe, bis du s’Rentealter erreichsch.

Optimierigsmöglichkeite: Wie du dini PK-Situation verbesserisch

Vili Lüüt lönd de Vorsorgeuswiis eifach i de Schublade verstaube. Das isch en Fehler. Es lohnt sich, aktiv z’werde, bevor es z’spaht isch. Lueg zerscht mal, ob dini Pensionskasse Wahlplän abütet. Oft chasch du entscheide, ob du meh als s’Minimum vom Lohn wetsch iizahle. Das reduziert din Nettolohn hüt chli, aber spart Stüüre und füllt din Rentetopf massiv uuf, will de Zinseszinseffekt über d’Jahre enorm isch.

Es anders Thema isch de freiwilligi Iichauf. Wenn du Geld uf de Siite häsch, isch de Iichauf i d’PK oft eini vo de beste «Aalage». Du hast e garantierti Rendite (Stürersparnis plus Verzinsig). Aber Achtung: Das Geld isch denn bunde. Du söttisch das nur mache, wenn du gnueg flüssigi Mittel für Notfäll häsch. Usserdem git es Sperrfriste: Wer sich iichauft, dörf i de nächste 3 Jahr kei Kapitalbezug (z.B. fürs Huus) mache, suscht muesch d’Stüüre naazahle.

Check au dini Aastellig, wenn du Teilziit schaffsch. Verdienst du bi zwei verschiedene Arbeitgeber? Denn chasch du dich eventuell bi eim vo dene für de Gsamtlohn versichere lah oder dich bi de Auffangeinrichtung aamelde. Das hilft, de Koordinationsabzug nöd dopplet abzzieh und so dini Ränte z’optimiere. D’Vorsorg isch dini Verantwortig – nimms sälber i d’Hand!