So wachsed Cashewnüss: Die überraschendi Wahrheit

Jede vo eus hät sie sicher scho mal ggesse: Cashewnüss. Sie sind knackig, liecht süesslich und eifach unglaublich fein im Müesli, im asiatische Curry oder eifach so als Snack zwüschedure. Aber hand aufs Herz – häsch du dir scho jemals überleit, woher die chliine nierenförmige Kerne eigentlich chömed und wie sie am Baum wachsed? Wenn du jetzt an en normale Nussbaum dänksch, wo d Nüss eifach so i dr Schale am Ast hanged, dänn bisch du ziemli wiit weg vo de Realität. D Natur hät sich bi de Cashew nämlich öppis ganz Speziells und ehrlich gseit au ziemli Verrückts ifalle lah. Es gseht fascht chli us wie vo eme andere Stern. D Gschicht vo de Cashew isch nöd nur botanisch faszinierend, sondern au e chli gföhrlich und hät en wiite Wäg hinder sich, bis sie bi eus im Lade landet.

D Botanik: E Frucht, wo eigentlich gar kei Frucht isch

Das, was mir als Cashewnuss kenned und liebed, isch botanisch gseh eigentlich gar kei richtigi Nuss. Es isch de Same vo de Cashew-Frucht. Aber s Bild, wo sich da büütet, isch würkli skurril. De Cashewbaum (Anacardium occidentale) bildet nämlich zerscht en sogenante «Cashew-Öpfel». Das isch e dickfleischigi, saftigi Frucht, wo chli usgseht wie e Paprika oder e Birre und i lüchtendem Gelb, Orange oder Rot am Baum hanget.

Und jetzt chunt de Clou: D eigentliche «Nuss» steckt nöd in dere Frucht drin, sondern sie wachst usse dra, ganz une am Zipfel vom Cashew-Öpfel. Es gseht chli so us, als hätti de Öpfel en chliine Ahänger oder en «Boxing Glove» a. Das Gebilde une dra isch d Cashewnuss in ihrer harte Schale. De botanischi Fachbegriff defür isch «Scheinfrucht» für de Öpfel und «Steinfrucht» für de Same une dra.

De Baum sälber chunt ursprünglich us Brasilie, genauer gseit us em Amazonas-Gebiet. D Portugiese händ en dänn im 16. Jahrhundert i die ganze Welt exportiert, vor allem nach Indie und Afrika, wo er hüt no grossflächig abaut wird. Er liebt tropischs Klima und wachst am beschte det, wo’s warm und füecht isch.

Warum gits im Lade nie Cashews mit Schale?

Häsch di scho mal gfröget, warum mer Haselnüss, Walnüss und Erdnüss problemlos mit Schale chaufe chan, aber Cashewnüss immer nur fixfertig gschält i de Tüüte sind? Das hät en sehr ernschte Grund. D Schale vo de Cashewnuss isch nämlich giftig. Oder besser gseit: I de Schalehüt stecked ätzendi Öl.

Zwüsched de üssere Hülle und em innere Kern befindet sich es Öl, wo «Cashew Nut Shell Liquid» (CNSL) gnannt wird. Das Öl enthaltet Cardol und Anacardsäure. Chemisch gseh isch das verwandt mit em Gift vom Efeu (Poison Ivy). Wenn das Öl uf d Huut chunt, verursacht es heftigi Verätzige, Blatere und Usschlag. Würsch du also i de Natur e früschi Cashewnuss vom Baum pflücke und probiere, sie mit de Zäh ufzbiisse, würsch das sehr schnell bereue.

Drum isch d Verarbeitig vo Cashews extrem ufwändig und leider oft au gföhrlich für d Arbeiter, wenn nöd suuber gschaffet wird. D Nuss mues dur en komplexe Prozess vo Erhitze und Knacke gah, damit das giftige Öl neutralisiert und entfernt wird, bevor mir de Kern gfahrles ässe chönd.

Was passiert eigentlich mit em Cashew-Öpfel?

Bi eus i de Schwiiz gseht mer de Cashew-Öpfel fascht nie. Das liit dra, dass er extrem empfindlich isch. Sobald er pflückt isch, fangt er innerhalb vo 24 Stunde a gäre und verdirbt. En Transport vo Südamerika oder Asie bis nach Europa isch drum praktisch unmöglich. Das isch jamerschad, will de Cashew-Öpfel eigentlich sehr gsund und fein isch.

I de Produzenteländer wie Brasilie oder Indie wird de Öpfel aber sehr gschätzt. Er schmöckt sehr intensiv, süess-sürlich und chli pelzig uf de Zunge, ähnlich wie Quitte. D Lüüt det mached druus:

  • Früschi Fruchtsäft (sehr beliebt in Brasilie als «Suco de Caju»)
  • Gonfi und Gelee
  • Essig oder Wii
  • In Goa (Indie) wird druus de berühmti Schnaps «Feni» brennt

De Öpfel isch e richtigi Vitamin-C-Bombe – er hät öppe füüfmal so viel Vitamin C wie e Orange! Leider landet er i gwüsse Regionen immer no oft uf em Kompost, will de Fokus rein uf de wertvolle Nuss liit, was usere Nachhaltigkeitsperspektive natürlich nöd optimal isch.

De langi Wäg vom Baum bis in d Tüüte

D Verarbeitig vo Cashews isch eini vo de ufwändigschte i de ganze Nuss-Industrie. Das rechtfertigt au de eher höchi Priis, wo mir im Supermarkt zahled. Luegemer eus de Prozess mal genauer a:

  1. Ernte: Zerscht mal mues d Frucht riif si. Oft wartet mer, bis de Öpfel vo sälber abgheit, damit de Kern sicher riif isch. Dänn wird d Nuss vom Öpfel abtreit.
  2. Tröchne: D Nüss mit Schale werded i de Sunne tröchnet, um d Füechtigkeit z reduziere.
  3. Röschte oder Dämpfe: Das isch de entscheidendi Schritt. D Nüss werded starch erhitzt (gröschtet oder mit Dampf behandlet). Das macht d Schale spröd, damit mer sie besser knacke chan, und s wichtigschte: Es hilft, das giftige Öl z binde oder usztrete z lah.
  4. Knacke: Früener hät mer das alles vo Hand gmacht (was hüt no oft passiert). Mit spezialisierte Werkzüüg oder Maschine wird d Schale ufbroche, ohni de wertvolli Kern z verletze. En ganze Kern (Wholes) isch tüürer als Bruch (Splits).
  5. Tösche: Nach em Knacke hät de wissi Kern immer no e dünni bruni Huut (Testa) um sich. Die mues weg. Defür werded d Nüss nomal liecht erhitzt und dänn wird die Huut abgribele, oft vo Hand oder mechanisch.
  6. Sortiere: Zum Schluss werded d Nüss nach Grössi, Farb und Qualität sortiert.

D Schatteciite: «Bluet-Cashews» und faire Handel

So fein Cashews au sind, mer sött bim Chauf unbedingt ufpasse. Will d Schale so giftig isch und d Verarbeitig so viel Handarbet brucht, gits i de Branche leider viel Missständ. In Billig-Produktioneländer werded Arbeiterinne und Arbeiter oft zwunge, d Nüss vo Hand und ohni Handschueh z knacke. Das giftige Öl verätzt dänn ihri Händ permanent. Mer nennt söttigi Ware mängisch «Bluet-Cashews».

Es isch drum extrem wichtig, dass mer bim Ichauf uf Fairtrade-Label oder Bio-Zertifikat lueget. Die garantiered i de Regel, dass d Arbeiter gschützt werded, fairi Löhn überchömed und dass d Nüss maschinell oder mit Schutzusrüstig knackt werded. Au de Transportwäg isch es Thema: Viele Cashews werded in Afrika aabaut, dänn aber zum Knacke uf Vietnam verschifft und dänn erst nach Europa gschickt. Das isch ökologisch en Wahnsinn. Es git aber immer meh Start-ups und Firmen, wo d Nüss direkt im Aabauland (z.B. Burkina Faso oder Tansania) verarbeited, was Arbeitsplätz vor Ort schafft und CO2 spart.

Warum Cashews echts «Hirnfueter» sind

Abgseh vo de spannende Herkunft sind Cashews au ernährungsphysiologisch de Hammer. Sie sind zwar fettriich, aber es handled sich debii vor allem um ungsättigti Fettsüürene, wo guet für s Herz-Kreislauf-System sind. Im Vergliich zu anderne Nüss händ sie sogar en eher gringe Fettateil.

Bsunders hervorzebe isch de höchi Ateil a Magnesium und Phosphor, was wichtig isch für eusi Muskle, d Nerve und d Chnoche. Zudem enthaltet Cashews viel Tryptophan. Das isch e Aminosüüri, wo de Körper brucht, um Serotonin («s Glückshormon») herzstelle. Mer chönnt also säge: Cashews mached nöd nur satt, sondern au chli glücklich.

Kulinarischi Wunderwaffe

In de vegane Chuchi händ Cashews en richtige Siegeszug aatrete. Will sie so weich sind und en neutrale, cremige Gschmack händ, chamer sie über Nacht iiweiche und dänn zunere fiine Creme püriere. Das isch d Basis für vegane Chäs, Saucen (als Ersatz für Rahm) oder Desserts wie vegane Cheesecake. Wer also mal uf Milchprodukt verzichte wett, ohni uf Cremigkeit z verzichte, isch mit Cashews beschtens bedient.

Hüfig gstellti Frage (FAQ)

Will s Thema Cashew so komplex isch, tauched immer wieder die gliche Frage uf. Da hämmer die wichtigschte Antworte für dich zämegstellt:

Sind Cashewnüss im Lade eigentlich roh?

Streng gno: Nei, meischtens nöd. Au wenn «naturbelassen» drufstaht, sind Cashews i de Regel dur de Erhitzigsprozess bim Schäle (Dampf oder Röschte) nöd meh i Rohkoscht-Qualität. Es git spezialisierti Anbieter für echti Rohkoscht-Cashews, wo s Knacke extrem vorsichtig und ohni Hitze gmacht wird, aber die sind sehr tüür und sälte.

Isch de Cashew-Öpfel giftig?

Nei, de Öpfel isch absolut essbar und ungiftig. Er isch sogar sehr gsund. Er verdirbt nur eifach wahnsinnig schnell, drum gits en bi eus nöd z chaufe.

Chönd Hünd Cashews ässe?

Ja, in Massen dörfed Hünd Cashews ässe, solang sie nöd gsalze oder gwürzt sind. Sie sind aber sehr fettriich, drum sött mer’s nöd übertriibe, susch gits Buchweh.

Warum sind Cashews so tüür?

Das liit am ufwändige Prozess. Jedi Nuss wachst einzeln (nöd i Büschel), mues vo Hand pflückt, ufwändig vom Öpfel trennt, tröchnet, entgiftet, knackt und gschält werde. De Bruchverlust isch hoch, und nur ganzi Nüss erzieled Top-Priise.

Tipps für de Ichauf und di richtigi Lagerig

Wenn du s nöchschte Mal vor em Nussregal stahsch, weisch du jetzt, was für en Ufwand i jedem einzelne Kern steckt. Achte bim Chauf uf d Farb: Gueti Cashews sölled hell, elfebeifarbig und nöd schrumplig si. Wenn sie dunkel oder fleckig sind, isch das oft es Zeiche vo schlechter Verarbeitig oder übermässiger Hitze.

Dehei söttisch d Nüss am beschte küehl, dunkel und troche lagere. Will sie so viel Fett enthalted, werded sie relativ schnell ranzig, wenn sie a de warme Luft ligged. Im e luftdichte Glas im Chuchichäschtli hebed sie sich am beschte – vorussgsetzt natürlich, du häsch sie nöd scho vorher alli ufgfutteret. Gnüss dini Cashews mit em Wüsse, dass du da e echti Laune vo de Natur issisch, wo erst dur viel Arbet zum Gschmackserlebnis worde isch.